Corona-Pandemie Lockdown in ganz Deutschland - diese Corona-Maßnahmen gelten

Jetzt ist es offiziell: Der bislang geltende "Lockdown-light" hat das erwünschte Ziel verfehlt. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt weiter an. Ab Mittwoch geht es bundesweit in einen harten Lockdown. Offen bleibt nur, was für den täglichen Bedarf zwingend notwendig sei, selbst Schulen und Kitas müssen schließen. Eine zarte Lockerung der Kontaktbeschränkungen soll es lediglich über Weihnachten geben. Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk ist verboten.

Stempel mit der Aufschrift Corona-Lockdown
Bund und Länder haben einen ab Mittwoch geltenden bundesweiten Lockdown beschlossen. Bildrechte: Colourbox.de

Worüber seit Wochen diskutiert wurde, ist jetzt Realität: Deutschland geht ab Mittwoch (16. Dezember) in einen erneuten Lockdown - vorerst bis zum 10. Januar. (Einige Bundesländer, wie etwa Sachsen und Brandenburg, starten damit bereits am Montag.) Die in den letzten Tagen stark gestiegene Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat gezeigt, dass der bislang geltende Lockdown light nicht ausreichend war, um die Pandemie zu stoppen. Das Gesundheitssystem ist zu stark belastet.

Ziel der strengeren Maßnahmen ist es, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf maximal 50 zu bringen, um die Kontaktnachverfolgung wieder möglich zu machen. Davon soll auch abhängen, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Am 3. Advent lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bundesweit bei 169.

Einzelhandel wird geschlossen

Deshalb haben Bund und Länder am Sonntag (13. Dezember) beschlossen, ab dem 16. Dezember den Einzelhandel bis auf Ausnahmen für Waren des täglichen Bedarfs zu schließen. Dazu zählen u.a. Geschäfte für Lebensmittel, Wochenmärkte, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, der Weihnachtsbaumverkauf und der Großhandel.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben jedoch weiterhin möglich.

Kitas und Schulen sind dicht, Arbeit im Homeoffice

Auch die Schulen sind vom 16. Dezember bis 10. Januar geschlossen bzw. wird die Präsenzpflicht aufgehoben. Für Abschlussklassen können gesonderte Regelungen gelten.

Kinder sollen dem Bund-Länder-Beschluss zufolge ab Mittwoch, wo immer möglich, zu Hause betreut werden. Dies gilt auch für Kindertagesstätten. Laut Beschluss soll lediglich eine Notfallbetreuung angeboten werden. Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten.

Kontaktbeschränkungen und Lockerungen über Weihnachten

Bis mindestens 10. Januar dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Lediglich für die Weihnachtsfeiertage wird diese Regelung - abhängig vom jeweiligen regionalen Infektionsgeschehen - gelockert. Dann dürfen vom 24. bis 26. Dezember maximal vier weitere Personen aus dem engen Familienkreis dazukommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte erneut, dass jeder Einzelne vor Besuchen an Weihnachten eine "Schutzwoche" mit möglichst wenig Kontakten einlegen sollte.

Gottesdienste auf Abstand

Gottesdienste sind nicht grundsätzlich verboten. Allerdings haben Bund und Länder konkrete Regeln für ihren Ablauf beschlossen: mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen Teilnehmern, Maskenpflicht, kein Gesang und Anmeldepflicht.

Keine Sonderregelungen für Silvester, Feuerwerk verboten

Für Silvester und Neujahr wird es keine Sonderregelungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Vielmehr wird ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Vom Zünden von Silvesterfeuerwerk wird generell dringend abgeraten. Auf belebten Plätzen wird es sowieso verboten sein, der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester ist komplett untersagt.

Alkoholverbot im öffentlichen Raum

Um die in vielen Städten zu beobachtenden Versammlungen um Glühwein-Verkäufe zu unterbinden, wird vom 16. Dezember bis zum 10. Januar ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum gelten. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt.

Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause durch Gastronomiebetriebe sowie der Betrieb von Kantinen bleiben weiterhin möglich. Der Verzehr vor Ort ist untersagt.

Erweiterung der Corona-Finanzhilfen für Unternehmen

Der Bund erweitert die Corona-Finanzhilfen für Unternehmen. Bei der Überbrückungshilfe III, die ab Januar 2021 gilt, soll der Höchstbetrag von 200.000 auf 500.000 Euro erhöht werden. Der maximale Zuschuss ist für direkt und indirekt von Schließungen betroffene Unternehmen gedacht.

Erstattet werden betriebliche Fixkosten. Für die von der Schließung betroffenen Unternehmen soll es Abschlagszahlungen ähnlich wie bei den November- und Dezemberhilfen geben. Auch Entlastungen für den Einzelhandel sind vorgesehen.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Dezember 2020 | 17:00 Uhr

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