Überblick Weihnachten im Lockdown: Was gilt in den einzelnen Bundesländern?

Ganz Deutschland befindet sich im Lockdown. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, die Zahl der steigenden Corona-Neuinfektionen auszubremsen. Doch ganz einheitlich sind die jeweils geltenden Regeln in den einzelnen Ländern nicht. In welchem Bundesland gelten Ausgangsbeschränkungen, wo darf anlässlich eines Weihnachtsbesuchs im Hotel übernachtet werden - und wo gilt an Silvester ein generelles Böllerverbot? Ein Überblick.

Auf einer Mundschutzmaske steht ein Weihnachtsmann.
Was gilt über die Weihnachtsfeiertage und Silvester in den einzelnen Bundesländern? Bildrechte: dpa

Seit dem 16. Dezember ist ganz Deutschland im harten Lockdown. Außer in Sachsen-Anhalt dürfen sich in sämtlichen Ländern derzeit maximal fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Etwas entspannter sieht es vom 24. bis 26. Dezember aus. Die Regeln der einzelnen Bundesländer im Überblick.

Baden-Württemberg

Es gelten die von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenen Maßnahmen. Ein gemeinsames Weihnachtsfest ist mit Angehörigen des eigenen Haushalts und vier weiteren Personen aus dem engsten Familienkreis gestattet. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Als engster Familienkreis gelten Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige.

In privaten Härtefällen darf eine der genannten vier Personen von außerhalb des engsten Familienkreises stammen.

Feiert man das Weihnachtsfest mit engen Freunden, dürfen maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen. Auch hier gilt, dass Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mitgezählt werden.

Die derzeit geltenden nächtlichen Ausgangsbeschränkungen von 20:00 Uhr abends bis 05.00 Uhr morgens sind für den Besuch privater Feiern in der Zeit vom 24. bis 26. Dezember aufgehoben.

Für die Weihnachtstage sind entgeltliche Übernachtungsmöglichkeiten zum Zweck der Familienbesuche als private Härtefälle vom 23. bis 27. Dezember 2020 zulässig.

Bayern

Auch in Bayern sind vom 24. bis 26. Dezember mehr Kontakte möglich. In Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen sind in dieser Zeit Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zugelassen.

Hinzu kommen Kinder bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis. Also von Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft, außerdem Verwandten in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweiligen Haushaltsangehörigen - auch wenn das mehr als zwei Hausstände oder 5 Personen über 14 Jahren bedeutet.

Die nächtliche Ausgangssperre von 21:00 Uhr abends bis 05:00 Uhr morgens gilt auch an Heiligabend den Weihnachtsfeiertagen und Silvester - es sei denn, man möchte einen Gottesdienst besuchen.

Die Bewohner des Freistaats sind dazu angehalten, während der Feiertage auf nicht notwendige Reisen und Ausflüge zu verzichten. Angesichts von Urlaubsreisen und Familienbesuchen zu Weihnachten und Silvester hat Bayern die Regeln für Einreisen aus Corona-Risikogebieten verschärft. Jeder, der ab 23.12. aus einer derartigen Region nach Bayern kommt, muss entweder bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen oder sich umgehend testen lassen.

Berlin

In Berlin sind vom 24. bis 26. Dezember neben Treffen mit Personen aus dem eigenen Haushalt auch Treffen mit Personen aus unterschiedlichen Haushalten gestattet, sofern insgesamt nicht mehr als fünf Personen zeitgleich anwesend sind. Kinder bis zu 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Bei Treffen mit bis zu vier Verwandten in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder) oder Geschwistern sowie deren Haushaltsangehörigen und Kindern dürfen sich sogar mehr als fünf Erwachsene begegnen. Dies gilt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum.

Allerdings müssen die Gastgeber eine Anwesenheitsdokumentation erstellen, die Namen, Kontaktdaten sowie die Anwesenheitszeit und -dauer der Gäste festhält. Die Dokumentation ist im Falle möglicher Infektionen der zuständigen Behörde auf Verlangen auszuhändigen.

Außerdem ist das gemeinsame Singen in geschlossen Räumen im privaten Kreis verboten.

Verwandten von Berlinern ist es gestattet, im Rahmen von Familienbesuchen zu Weihnachten in Berlin in Hotels zu übernachten. 

Brandenburg

An den Weihnachtsfeiertagen vom 24. bis 26. Dezember darf sich ein Haushalt (unabhängig von der eigenen Personenzahl) mit maximal vier weiteren Personen treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Damit soll gesichert werden, dass größere Familien nicht auseinandergerissen werden. Vor Weihnachten sollen die Beteiligten ihre Kontakte deutlich verringern.

Die von 22:00 Uhr abends bis 05:00 Uhr morgens geltende Ausgangsbeschränkung wird für Heiligabend und den Neujahrsmorgen gelockert.

Bremen

In Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen sind in Bremen vom 24. bis 26. Dezember Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zugelassen. Hinzu kommen Kinder bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis.

Übernachtungen zu touristischen Zwecken in Hotels und anderen Beherbergungseinrichtungen sind bis 9. Januar verboten. Ausgenommen sind lediglich Dienstreisen.

Hamburg

In Hamburg dürfen sich derzeit nur fünf Menschen aus zwei Haushalten privat treffen. Anders an Weihnachten. Vom 24. bis zum 26. Dezember ist es auch größeren Familien erlaubt, zusammen zu feiern. Ein Hausstand darf vier weitere Personen aus anderen Haushalten einladen. Kinder im Alter bis zu bis 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt.

Hessen

Vom 24. bis 26. Dezember sind in Hessen Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehende Personen zuzüglich Kinder im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis zulässig. Dazu zählen demnach die Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweiligen Haushaltsangehörige - auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen über 14 Jahre bedeutet.

Für Verwandtenbesuche über die Weihnachtsfeiertage will Hessen private Übernachtungen in Hotels ermöglichen.

Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden über Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage die Kontaktbeschränkungen gelockert. Dann darf sich ein Haushalt mit bis zu vier weiteren Menschen treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mit eingerechnet.

Urlaubsreisen nach Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit nicht möglich. Auch Tagesausflüge aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern sind im Dezember nicht erlaubt. Gestattet sind lediglich Familienbesuche innerhalb der Kernfamilie. Innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns gelten für Familienbesuche keine Einschränkungen.

Niedersachsen

In Niedersachsen sind an den Weihnachtsfeiertagen Treffen eines Haushalts mit vier weiteren Personen zulässig, sofern es sich um Angehörige und deren Partner handelt. Hinzu kommen Kinder bis 14 Jahre. Das bedeutet, dass mehr als zwei Hausstände oder mehr als fünf Personen über 14 Jahre zusammen Weihnachten feiern können.

Nordrhein-Westfalen

Für Weihnachten sind die strengen Regeln für private Kontakte - maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen - etwas gelockert worden. Vom 24. bis 26. Dezember sind Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kinder im Alter bis 14 Jahren zulässig. Die Personen müssen aus dem engsten Familienkreis kommen.

Die Hotels in NRW dürfen keine Übernachtungen für Familienbesuche über Weihnachten anbieten.

Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz werden die Kontaktregelungen an Weihnachten etwas gelockert. So sind an den drei Feiertagen neben dem eigenen Hausstand vier weitere Menschen aus dem engsten Familienkreis bei Treffen zulässig - auch aus mehr als zwei Haushalten.

Saarland

Eine Ausnahme von den strengen Kontaktbeschränkungen gilt für die Weihnachtsfeuertage auch im Saarland. Vom 24. bis 26. Dezember sind neben Menschen des eigenen Hausstandes vier weitere Personen aus dem familiären Umfeld erlaubt, egal aus wie vielen Haushalten. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre.

Sachsen

In Sachsen darf das Haus seit dem 14. Dezember nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. Bei einer landesweiten Inzidenz von über 200 über fünf Tage hinweg, gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 22:00 bis 06:00 Uhr. Auf allen öffentlichen Plätzen und Straßen gilt eine Maskenpflicht.

Vom 24. bis 26. Dezember sind neben Menschen des eigenen Hausstandes vier weitere Personen aus dem familiären Umfeld erlaubt, egal aus wie vielen Haushalten. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt weicht mit seinen Kontaktbeschränkungen von den in den anderen Ländern geltenden Richtlinien ab. Hier dürfen sich weiterhin bis zu fünf Personen oder zwei Haushalte treffen.

Das gilt auch für die Weihnachtsfeiertage. Dann darf sich alternativ auch ein Hausstand mit vier weiteren Personen aus maximal zwei Hausständen treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden auch hier nicht mitgezählt.

Hotels sind für berufliche und familiäre Reisen aus wichtigem Grund geöffnet. Der Weihnachtsbesuch zählt ausdrücklich nicht dazu.

Schleswig-Holstein

Bis zum 10. Januar dürfen sich im Norden nur fünf Personen aus maximal zwei Haushalten privat treffen. Eine Ausnahme gilt für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember. Dann sind Treffen des eigenen Hausstandes mit bis zu vier Personen aus dem engen Familienkreis möglich.

Hotelübernachtungen für Verwandtenbesuche über Weihnachten sind nicht gestattet.

Thüringen

Bis zum 10. Januar dürfen sich in Thüringen lediglich fünf Menschen aus zwei Haushalten privat treffen. Zusätzlich gilt für die Zeit von 22:00 bis 05:00 Uhr eine Ausgangsbeschränkung. Für Heiligabend und die Nächte bis zum 26. Dezember gelten die Ausgangsbeschränkungen nicht.

Für Weihachten gilt eine Ausnahme der Kontaktbeschränkungen. Vom 24. bis 26. Dezember sind neben Menschen des eigenen Hausstandes vier weitere Personen aus dem familiären Umfeld erlaubt, egal aus wie vielen Haushalten. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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