Corona Lolli-Tests und Co. - Wie funktionieren die einzelnen Tests und wie gut sind sie?

Hamburg startet ein Pilotprojekt mit Lolli-Tests an Grundschulen. In anderen Bundesländern gibt es den kindgerechten Corona-Test schon länger. Welche Alternativen es noch gibt, erklärt BRISANT hier. Zum Beispiel den Gurgeltest oder den Spucktest.

Eine Schülerin der Klaase 3a der Maria-Kunigunda-Grundschule macht den "Lolli-Test.
Gurgeln, spucken, lutschen - es gibt verschiedene Corona-Tests für Kinder. Bildrechte: dpa

Hamburg startet mit Beginn des neuen Schuljahrs ein Pilotprojekt mit Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen. In Thüringen und Nordrhein-Westfalen gibt's den Corona-Test zum Lutschen schon länger. Bayern startete bereits im Februar ein Projekt mit Gurgel-Tests. Viele Schulen haben im Frühjahr auch Spuck-Tests für Kinder organisiert, bei denen ein Nasenabstrich schwierig war.

Welche Corona-Tests gibt es für Kinder?

Ein spezieller Corona-Test für Kinder ist der sogenannte Lolli-Test. Es handelt sich dabei um einen PCR-Test, der zweimal pro Woche innerhalb der Lerngruppe durchgeführt wird. Alternativen sind der Gurgel-Test und der Spuck-Test. Beide finden weniger häufig Anwendung.

Alle drei Tests sind wesentlich angenehmer als ein Rachen- oder Nasenabstrich. Und alle sollen Corona-Viren, die sich im Rachenraum befinden, nachweisen. Weil beim Lolli-Test und beim Gurgel-Test die Proben vermischt werden, nennt man sie auch Pooltest (Gruppentest).

Eine Pappverpackung mit Lolli-Tests
Jede Schule entscheidet selbst, welchen Lolli-Test sie kauft. Bildrechte: MDR/ Uwe Kelm

Wie wird der Lolli-Test durchgeführt?

Die Kinder lutschen ca. 30 - 90 Sekunden auf einem Wattestäbchen - dem sogenannten Lolli. Die Speichelprobe kommt dann zusammen mit allen anderen Proben aus der Gruppe in ein gemeinsames Teströhrchen, den "Pool". Bis zu 25 Speichelproben können gemeinsam ausgewertet werden. Sind mehr als 25 Kinder in einer Klasse, werden die Lollis in zwei Pools gesammelt.

Der Pool kommt dann ins Labor und wird untersucht. Das Ergebnis gibt es innerhalb eines Tages. Wünschenswert ist eine Auswertung bis 6 Uhr morgens, also noch vor Schulbeginn.

Nur wenn das Teströhrchen positiv ausfällt, müssen alle Kinder zu Hause einen weiteren individuellen PCR-Test machen. Sollte ein Positiv-Fall im Pool auftreten, informiert das Labor also zuerst die Schule und die Schule wiederum die Eltern. Die Eltern bringen die Einzelprobe in die Schule. Von dort wandern alle Einzelproben wieder ins Labor. Und das informiert die Eltern, ob der PCR-Test positiv oder negativ ist. Bis das Ergebnis da ist, bleiben alle Kinder zu Hause.

Wie wird der Gurgeltest durchgeführt?

Eine Kochsalzlösung muss 30 Sekunden gegurgelt werden, dann wird das Rachenspülwasser in einen kleinen Becher gespuckt. In der sogenannten Regensburger Studie, die an mehreren Schulen in Bayern durchgeführt wird, gurgeln die Kinder mit Leitungswasser.

Beim Gurgeltest sollen die Kinder im Vorfeld ein bis zwei Stunden lang nichts essen, auch weder die Zähne putzen noch Kaugummi kauen. Daher findet der Test morgens nach dem Aufstehen zu Hause statt. Die Spucke wird auf zwei Röhrchen verteilt, dabei wird eines zu Hause behalten.

Anschließend werden alle Proben in der Schule zusammengeschüttet, in den Pool. Der geht dann an ein Labor. Ist das Ergebnis der Gruppen-Probe positiv, greift auch hier, genau wie beim Lolli-Test, die Einzeltestung zur Absicherung - und zwar mit dem übrig gebliebenen zweiten Röhrchen.

Schülerinnen der Klasse 6D der Kantonsschule Wiedikon führen bei sich selbst einen PCR-Speichelpooltest auf eine Corona-Infektion durch
Der Gurgeltest zählt zu den PCR-Speichelpooltests. Bildrechte: dpa

Österreich setzt voll auf den Gurgeltest. Unter dem Motto "Alles gurgelt!" haben Wiener und Oberösterreicher die Möglichkeit, sich regelmäßig mittels eines PCR-Gurgeltests kostenlos auf das Corona-Virus testen zu lassen. Das Röhrchen wird einfach im Supermarkt abgegeben - das Ergebnis kommt aufs Handy.

Wie wird der Spucktest durchgeführt?

Beim Spucktest braucht man außer Spucke nichts. Das Kind hustet oder räuspert sich mehrfach kräftig, sammelt das Sekret im Mund und spuckt es in eine kleine Tüte. Mit Hilfe einer Pipette kommt die Speichelprobe dann in ein Röhrchen mit Pufferlösung, wird geschüttelt und auf einen Teststreifen getropft. Das Ergebnis lässt sich nach etwa 15 Minuten ablesen.

Dieser Test ist also kein Pooltest, sondern ein Einzeltest.

Beim Spucktest sollte man mindestens zehn Minuten vorher nichts essen oder trinken. Auch Süßigkeiten oder Kaugummi sind tabu.

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?

PCR-Pooltests sind deutlich empfindlicher und aufwendiger als Antigen-Schnelltests. Damit lässt sich zuverlässiger feststellen, ob eine Corona-Infektion vorliegt oder nicht. Außerdem sind laut Robert-Koch-Institut weniger falsch-positive oder falsch-negative Testergebnisse zu erwarten. Die Sensitivität liegt zwischen 90 und 98 Prozent, je nach Hersteller.

An den Schulen kommen übrigens nur diejenigen Tests zum Einsatz, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet sind.

(BRISANT/BfArM)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. August 2021 | 17:15 Uhr

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