Von Fanta 4 mitentwickelt Corona-App "Luca" erleichtert Kontakt-Nachverfolung

"Luca" könnte für ein Aufatmen bei Restaurantbetreibern, Barbesitzern, Fitnessstudios und der gebeutelten Veranstaltungsbranche sorgen. Eine neue App, die das Nachverfolgen von Kontakten denkbar einfach gestaltet. Die Musiker von "Die Fantastischen Vier" haben sie mitentwickelt. Jetzt will sogar die Bundesregierung eventuell von der selbst entwickelten Corona-Warnapp auf "Luca" umschwenken.

Luca-App
Die Luca-App könnte bald die Corona-Warn-App der Bundesregierung ablösen. Bildrechte: dpa

Die Musiker von "Die Fantastischen Vier" und das Berliner Unternehmen neXenio haben zusammen eine Smartphone-App entwickelt, die die Gesundheitsämter in der Corona-Krise massiv entlasten könnte. Mit "Luca" können sich die Besucher von Gaststätten oder Kulturveranstaltungen per QR-Code ein- und ausloggen - und damit jede Menge Zettelwirtschaft zur Adressaufnahme und Schummelei beenden.

So funktioniert die Luca-App!

Über einen QR-Code bekommen Nutzer der Luca-App einen virtuellen Schlüssel auf ihr Smartphone, Menschen ohne Telefon nutzen einen analogen Schlüsselanhänger. Damit loggen sie sich beim Restaurantbesuch, beim Konzert oder im Fitness-Studio ein. Auch die App selbst produziert laufend neue QR-Codes, die wiederum erfasst werden können.

Die Daten der Besucher werden in einer virtuellen Box gespeichert. Die Veranstalter haben darauf keinen Zugriff, wohl aber das jeweilige Gesundheitsamt vor Ort.

Verlässt man die Veranstaltung wieder, wird man über eine Geofencing-Erkennung automatisch ausgecheckt, wenn man einen zuvor festgelegten Radius verlässt.

Wird dem Gesundheitsamt ein Corona-Fall gemeldet, gleicht das System ab, mit wem die infizierte Person in den vergangenen 14 Tagen Kontakt hatte und informiert die betroffenen Restaurants bzw. Veranstalter und auch die anderen Gäste, die sich zur betreffenden Uhrzeit dort aufgehalten haben. Nach 14 Tagen werden die Daten gelöscht.

Fanta 4 Michael Bernd Schmidt alias Smudo und Michael Beck alias Michi Beck zusammen mit Landrat des Salzlandkreis Markus Becker SPD in einem Altenpflegeheim zur Präsentation der App.
Smudo und Michi Beck mit dem Landrat des Salzlandkreises in einem Altenpflegeheim zur Präsentation der luca-App. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Lediglich als Ergänzung der Corona-Warn-App geplant

Eine Konkurrenz zur Corona-Warn-App der Bundesregierung sollte Luca ursprünglich nicht sein. Vielmehr eine Ergänzung - und vor allem eine Möglichkeit, trotz Corona-Pandemie gesellschaftliche Aktivität zu erleben und die Kultur zu retten. Bereits seit Ende November steht die kostenfreie App für Apple- und Android-User in den App-Stores zum Herunterladen bereit.

Was unterscheidet Luca von der Corona-App der Bundesregierung?

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung funktioniert komplett anonym. Das ist bei der Luca App anders. Hier werden personenbezogene Daten wie Name, Telefonnummer und Adresse verarbeitet. Damit die Nachverfolgung funktioniert, müssen bei der Anmeldung korrekte Daten angegeben werden.

Diese werden anschließend dezentral verschlüsselt und teilen sich auf drei Schnittstellen auf: Gastgeber, Gast und Gesundheitsamt. Nur im Falle einer Infektion setzen sich die Daten wieder zusammen - und sind dann ausschließlich für das Gesundheitsamt lesbar.

Die Corona-Warn-App ist dagegen auf die Mitarbeit ihrer Nutzer angewiesen. Werden positive Testergebnisse und Infektionen nicht eingetragen, können eventuelle Kontakte auch nicht gewarnt werden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. März 2021 | 17:15 Uhr

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