Staatsanwaltschaft Braunschweig Beweise, dass vermisste Maddie McCann tot ist!

Vermutet wurde es schon lange, jetzt ist es traurige Gewissheit. Der Braunschweiger Staatsanwalt Hans-Christian Wolters hat dem portugiesischen Sender RTP bestätigt, dass es für den Tod der seit 2007 vermissten Maddie McCann "materielle Beweise" gibt. Zugleich bekräftigt er, dass ihre Eltern an dem Verschwinden des Mädchens keine Schuld tragen.

Maddie
Im Alter von drei Jahren ist Madeleine McCann spurlos aus einer Ferienanlage in Portugal verschwunden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor 13 Jahren: Madeleine McCann aus Ferienanlage in Praia da Luz verschwunden

13 Jahre ist es mittlerweile her, dass die damals dreijährige Britin Madeleine McCann aus ihrem Bett in einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarveküste scheinbar spurlos verschwunden ist, während ihre Eltern nur wenige Meter entfernt im Restaurant saßen. Im Juni 2020 nahm der bis jetzt ungeklärte Fall eine überraschende Wende. Das BKA und die Staatsanwaltschaft Braunschweig sind mit einem Mordverdacht gegen den 43-jährigen Deutschen Christian B. an die Öffentlichkeit gegangen.

Verdächtiger Christian B. mehrfach vorbestraft

Der mehrfach u.a. wegen Sexualdelikten vorbestrafte B. soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt haben - unter anderem in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Dort liegt die Ferienanlage, aus der Maddie verschwunden ist. Der Deutsche soll sich in der Gegend mit Gelegenheitsjobs in der Gastronomie über Wasser gehalten haben. Außerdem sei er in Hotelzimmer und Ferienhäuser eingebrochen und habe mit Drogen gehandelt, um sein Leben zu finanzieren. Am Abend von Maddies Verschwinden war er mit seinem Mobiltelefon in einer Funkzelle der Ferienanlage eingeloggt.

Foto des Tatverdächtigen im Fall Maddie
Christian B. wird des Mordes an Madeleine McCann verdächtigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eltern hoffen, dass Maddie noch lebt

Maddies Eltern - die zwischenzeitlich selber unter Verdacht standen, mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben, hofften bis zuletzt, dass ihre Tochter noch am Leben ist. Eine Hoffnung, die die Braunschweiger Ermittler nicht teilen konnten und von "stichhaltigen Beweisen" sprachen, die für Madeleines Tod und die Schuld des Verdächtigen stünden.

Staatsanwalt Hans-Christian Wolters: Madeleine lebt nicht mehr

Jetzt hat sich der ermittelnde Staatsanwalt Hans-Christian Wolters im Gespräch mit dem portugiesischen Sender RTP erneut zu dem Fall geäußert. Darin bestätigt er u.a. "materielle Beweise" dafür zu haben, dass Madeleine nicht mehr am Leben ist. Wie diese Beweise aussehen und ob es sich dabei eventuell um Videomaterial handelt, dazu macht Wolters aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen. Deshalb kann ich das weder dementieren, noch bestätigen.

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Eine Möglichkeit, dass das kleine Mädchen doch noch leben könnte, sieht Wolters nicht.

Das, was wir an Ermittlungsergebnissen haben, lässt dafür keine Möglichkeit. Das kann nach unseren Erkenntnissen schlicht nicht sein. Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass Maddie noch lebt. Und das, was wir wissen, spricht alles dafür, dass sie tot ist. Da ist eigentlich kein Spielraum.

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Kate und Gerry McCann zeigen 2007 während einer Pressekonferenz ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine.
Seit ihrem Verschwinden suchen ihre Eltern Kate und Gerry McCann unermüdlich nach ihrer Tochter. Bildrechte: dpa

Maddies Eltern sind nicht schuldig!

Ebenso sicher gibt sich Wolters hinsichtlich Maddies Eltern, die zweitweise als potentielle Täter im Visier der portugiesischen Polizei standen.

Wir behandeln die Eltern nur als Zeugen, weil sie beim Verschwinden Madeleines in der Nähe waren. Aber es gibt überhaupt keinerlei Verdachtsmomente.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. September 2020 | 17:15 Uhr

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