Bienen in Nahaufnahme
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tausende Bienen greifen Spaziergänger an 70-Jähriger schwebt nach hunderten Stichen in Lebensgefahr

BRISANT | 04.07.2019 | 17:15 Uhr

Nach einem Angriff tausender Bienen schwebt ein 70-jähriger Spaziergänger in Frankreich in Lebensgefahr. Der Mann musste mit hunderten Stichen am ganzen Körper und im Mund ins Krankenhaus gebracht werden.

Bienen in Nahaufnahme
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Zu dem Vorfall kam es am Dienstag, teilte die Feuerwehr von Puy-en-Velay - einer Stadt in der Auvergne - mit. Nach ihren Angaben konnte erst ein Imker den 70-Jährigen und seine Begleiterin von den aggressiven Tieren befreien.

Imker räucherte Opfer und Krankenwagen ein - auch Retter attackiert

Der 70-Jährige und die 52-Jährige waren spazieren. Dann wurden sie plötzlich von den Bienen angegriffen. Als die Feuerwehr bei dem Paar eintraf, war der gesamte Körper des Mannes von den Insekten bedeckt. Bei der Frau waren es etwas weniger. Um sie herum schwirrte eine "ganze Wolke wütender Bienen", so die Feuerwehr. Es war zunächst unmöglich, beide in Sicherheit zu bringen. Ein Imker arbeitete in der Nähe und eilte zu Hilfe. Er räucherte die beiden Opfer und anschließend den Krankenwagen ein. Erst dann war eine erste Notbehandlung möglich. Der Mann und die Frau waren dabei immer noch von hunderten Bienen bedeckt. Auch sechs der insgesamt 20 an der Rettungsaktion beteiligten Feuerwehrleute wurden dutzende Male gestochen. Einer von ihnen erlitt kurzzeitig einen Schwächeanfall.

Bienen durch Honigernte und Wetter aufgeschreckt

"So etwas haben wir noch nie erlebt. Die Opfer waren zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort", erklärte die Feuerwehr. Sie vermutete, dass die Bienen von der Honigernte des Imkers und dem schwül-stürmischen Wetter aufgeschreckt waren.

Imker bei der Arbeit: Wie aus der Honig aus dem Bienenstock in Honiggläser gelangt.
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Stiche sind Stress für die Haut - gerade im Sommer

Natur und Strand locken ins Freie. Die Haut reagiert schon aufgrund der UV-Strahlung sensibel. Bei Stichen braucht sie zusätzlich besonderen Schutz.

Von einer Biene gestochen...

Sticht eine Biene, bleibt ihr Stachel in der Haut stecken. Die Biene stirbt nach dem Stich. Die Haut des Betroffenen schwillt an, juckt, schmerzt und brennt. Sie rötet sich. Im Stachel der Biene, befindet sich das Bienengift. Den Stachel vorsichtig entfernen - am besten mit einer Pinzette. Bei einer allergischen Reaktion rufen Sie sofort den Notarzt: die 112.

Was passiert nach Stichen mit der Haut?

Insekten wie Wespen oder Bienen reagieren mit Gift auf vermutete Angriffe von Menschen. Die Abwehrreaktion der betroffenen Hautstelle: Sie schwillt an und rötet sich. Andere Insekten stechen auch aus eigenem Überlebensdrang. Mückenweibchen brauchen Blut, um Eier zur Fortpflanzung zu bilden. Wenn sie mit ihrem Rüssel in die Haut eindringen, um Blut zu saugen, sondern sie auch winzige Mengen Speichel ab. Die Substanz hemmt die Blutgerinnung und erweitert die Gefäße in der menschlichen Haut. So wird das Blutsaugen für die Mücke einfacher. Zugleich aktivieren die im Mückenspeichel enthaltenen Proteine aber auch Abwehrreaktionen, die Juckreiz und Entzündung an der Einstichzelle auslösen.

Hilft Kühlung nach Stichen?

Das Kühlen der juckenden Haut kann bestimmte Entzündungsprozesse verlangsamen und die Weiterleitung des Juckreizes über die Nervenbahnen beeinflussen. Allerdings helfe das Kühlen vor allem während der Anwendung, vermutet der Berliner Allergologe Marcus Maurer. Für die Wirkung anderer Hausmittel wie rohe Zwiebeln oder Aloe Vera gebe es keinen Nachweis.

Bei Stichen ins Meer?

Meerwasser ist mit einem durchschnittlichen Salzgehalt von 3,5 Prozent zu konzentriert für den menschlichen Körper. Das kann geschädigte Haut austrocknen und die Heilung sogar verzögern. Hinzu kommt, dass Meerwasser Keime enthält und bestehende Wunden sich dadurch entzünden können. Akute Wunden können mit einer Salzlösung gereinigt werden - wenn diese steril und mit 0,9 Prozent physiologisch ist, also dem Salzgehalt des menschlichen Bluts entspricht.

WDR-Projekt #bienenlive - Wissenswertes zum Thema Bienen

Das journalistische Projekt #bienenlive greift spielerisch die großen Fragen des Insektensterbens auf und berichtet live aus dem Leben von drei Bienenvölkern. Der Zuschauer kann unmittelbar Teil des Geschehens werden und daher heißt es bei #bienenlive: Folge den Königinnen!

Bienen-Echtzeit-Daten auf Website

In Echtzeit fließen die Daten auf der Projekt-Website ein. Ob mit dem Tablet oder dem Smartphone, zuhause oder unterwegs: Jeder kann bei #bienenlive jederzeit Kontakt zu drei Bienenvölkern aufnehmen, sie über Kameras beobachten oder ihr Leben über die automatisch generierten Bienen-Nachrichten verfolgen; kann im Newsletter, per WhatsApp, im Blog oder in der Bienen-Uni in die Welt der Insekten eintauchen - und Menschen kennenlernen, die sich bereits für diese besonderen Geschöpfe begeistern.

Quellen: afp/dpa/WDR

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2019, 18:36 Uhr

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