Maskenpflicht Aldi, Lidl & Co.: Einwegmasken jetzt auch beim Discounter

Mittlerweile gilt sie in allen Bundesländern: die Maskenpflicht - um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen. Nur zu bekommen war der Mund-Nasen-Schutz bislang kaum. Jetzt preschen Discounter wie Lidl, Aldi & Co. sowie große Drogeriemarktketten vor und bieten das neue "Muss" in Einweg-Versionen zum Schnäppchenpreis an. Was steckt dahinter? Sind Masken der neue Trend, mit dem sich schnell Geld machen lässt? Und darf man Einweg-Masken auch mehrfach nutzen?

Mund-Nasen-Schutze werden in einer Filiale von Aldi Süd verkauft
Angebot von Mund-Nasen-Schutzen in einer Filiale von Aldi Süd Bildrechte: dpa

Schutzmasken zum Selbstkostenpreis beim Discounter

Erste Handelsketten bieten seit dieser Woche Schutzmasken "zum Selbstkostenpreis" an. Aldi Süd ist damit am 29. April in den ersten Filialen gestartet, Konkurrent Lidl will einen Tag später in sämtlichen Filialen nachziehen. Für Rewe, Penny und toom soll es ab dem 2. Mai mit dem Verkauf von Schutzmasken losgehen. Und auch Edeka und Aldi Nord planen Masken demnächst in den Verkauf zu nehmen.

Die Preise der einzelnen Anbieter unterscheiden sich kaum voneinander - und das nicht ohne Grund: Als Beitrag zur aktuellen Corona-Situation sollen die Masken nämlich zum Selbstkostenpreis weitergegeben werden.

Begrenzte Abgabe an Kunden

Ob der heißbegehrte Artikel nun zu langen Schlangen bei den Discountern führen wird? Das ist schwierig einzuschätzen. Die meisten Supermarktketten geben an, sich mit Mengen im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich bevorratet zu haben. Verkauft werden soll solange der Vorrat reicht. Lidl etwa beschränkt die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde und Einkauf.

Einwegmasken bei Drogeriemarkt-Riesen

Die Drogeriemarktkette Rossmann will noch in dieser Woche in den ersten Filialen Schutzmasken anbieten. Rivale dm beschränkt sich vorläufig darauf, Kunden ohne Schutzmasken vor dem Betreten der Läden einzelne Masken zum Preis von einem Euro zu verkaufen. Ein regulärer Verkauf von Mundschutzmasken könne derzeit nicht gewährleistet werden. Normalerweise habe man ein Produkt aus Frankreich im Programm, das jedoch aufgrund des von der französischen Regierung beschlossenen Exportstopps für Atemschutzmasken nicht lieferbar sei.

Trockenreinigung von Einwegmasken nicht zu empfehlen!

Aufgrund des zeitweiligen Engpasses in Sachen Einweg-Mundschutz hatte die Bundesregierung kurzfristig eine Trockendesinfektion von Einwegmasken empfohlen. Diese Empfehlung ist mittlerweile zurückgezogen worden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt mittlerweile sogar explizit davor: 70 Grad seien bei einer Trockenreinigung von Masken nicht ausreichend, um infektiöse Viruspartikel vollständig zu inaktivieren. Das BfArM empfiehlt Krankenhäusern vorläufig eine Erhitzung auf 90 Grad für 90 Minuten, möchte jedoch weitere Prüfergebnisse abwarten.

Selbermachen: Mehrwegmasken tun's genauso!

Wollen Sie lange Schlangen beim Discounter, Wucherpreise im Internet und mass(k)enweise Müll vermeiden? Dann nutzen Sie eine Mehrwegmaske! Wer nicht selber zu Nadel und Faden greifen möchte, findet im Netz viele attraktive Modelle.

Quellen: dpa, verbraucherzentrale.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. April 2020 | 17:15 Uhr

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