Im Herbst auf dem Markt? Durchbruch in Forschung um Corona-Medikament

Wird das erste wirksame Medikament gegen das neuartige Corona-Virus aus Deutschland kommen? Braunschweiger Forschern ist jetzt ein echter Durchbruch gelungen. Läuft alles nach Plan, könnte bereits im Herbst ein Medikament auf dem Markt sein, das schwer erkrankten COVID-19-Patienten hilft.

Eine Wissenschaftlerin im Labor
Eine Wissenschaftlerin prüft, ob sich Antikörper an ein Antigen gebunden haben. Bildrechte: dpa

Forschern vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig scheint ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines Corona-Medikaments gelungen zu sein. Die Wissenschaftler konnten Antikörper nachweisen, die das Coronavirus am Eindringen in Zellen hindern. Für die Virologen ist das ein echter Durchbruch auf dem Weg zur Entwicklung eines Medikaments gegen COVID-19.

Die Haupteinfahrt zum Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, 2017
Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig Bildrechte: dpa

6.000 menschliche Antikörper analysiert

Um ein Medikament für schwerkranke Corona-Patienten zu entwickeln, haben die Braunschweiger Wissenschaftler 6.000 verschiedene künstlich hergestellte menschliche Antikörper analysiert. Dabei sind sie auf mehr als 750 Antikörper gestoßen, die an das Coronavirus andocken können. Letzteres ist notwendig, um den Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Jetzt sollen diese Antikörper an Zellkulturen auf ihre Wirksamkeit getestet werden.

Das Wirkprinzip, mit dem die Wissenschaftler arbeiten, ist eine sogenannte Passiv-Immunisierung. Dabei nehmen die Antikörper dem Virus sein Potenzial.

Corona-Medikament vielleicht schon im Herbst

Die Suche nach dem besten Antikörper-Kandidaten für ein späteres Medikament soll noch bis Mitte Juni fortgesetzt werden. Dann gelte es den Favoriten "auf Herz und Nieren" zu prüfen und die Entwicklung für die klinische Praxis vorzubereiten. Und mit etwas Glück könnten bereits im Herbst die ersten Corona-Patienten mit dem neuen Medikament behandelt werden.

Quelle: AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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