Prominente rufen zum Spenden auf Mehr als eine Million Euro für Sea-Watch-Kapitänin Rackete

BRISANT | 01.07.2019 | 17:15 Uhr

Carola Rackete, Kapitänin der "Sea-Watch 3", winkt, als sie im Hafen von Porto Empedocle in ein Polizeiauto steigt.
Der Sea-Watch-Kapitänin drohen in Italien zehn Jahre Haft. Bildrechte: dpa

Deutschland und Italien liegen im Streit. "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete hatte, trotz des Verbots der italienischen Behörden, mit 40 Migranten an Bord den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa angesteuert - und wurde daraufhin festgenommen.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Der 31-jährigen Kapitänin werden Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Verletzung des Seerechts und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, weil sie sich Anweisungen von Militärschiffen widersetzt haben soll. Ihr drohen in Italien bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Hilfsorganisation sieht sich jedoch im Recht. Sie sagt, jedes Rettungsschiff müsse den nächsten sicheren Hafen ansteuern - und das war in diesem Fall Lampedusa.

Rackete: "Verzweifelte Lage an Bord"

Rackete hatte vor der libyschen Küste zwei Wochen auf dem Meer vergeblich auf eine Erlaubnis zum Anlegen in Italien gewartet. Sie rechtfertigte ihre Entscheidung, das Anlegen zu erzwingen, mit der verzweifelten Lage an Bord und der Sorge, dass Migranten über Bord in den Tod springen könnten. Italien will aber keine NGO-Schiffe anlegen lassen.

Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf rufen zu Spenden auf

Zumindest über viele Spenden kann sich die deutsche Hilfsorganisation freuen. Binnen zwei Tagen gingen mehr als eine Million Euro ein. Über den Aufruf der Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf kamen bis Montagmittag mehr als 730.000 Euro zusammen. Auf einer italienischen Spendenseite wurden mehr als 410.000 Euro gesammelt.

"Sea-Watch 3" wurde konfisziert

Das Spendengeld sei einerseits für die Gerichtskosten von Rackete, erklärte "Sea Watch"-Sprecher Ruben Neugebauer. Wenn die "Sea-Watch 3" beschlagnahmt bleibe, brauche die Organisation ein neues Schiff. Die italienische Regierung sieht für das unerlaubte Einfahren bis zu 50.000 Euro Strafe vor. Die "Sea-Watch 3" wurde konfisziert.

Seebrücke ruft zu Demos auf

Aus Solidarität mit Rackete hat die Organisation Seebrücke für Samstag bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen. Sie sollen unter anderem in Hamburg, Berlin und Frankfurt/Main stattfinden, wie die Gruppe am Montag auf ihrer Website mitteilte. Die Seebrücke setzt sich für die Rechte von Geflüchteten und unter dem Hashtag «#freecarola!» für die Freilassung der deutschen Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ein, die auf der sizilianischen Insel Lampedusa unter Hausarrest gestellt wurde.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2019, 13:09 Uhr

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