Chemnitz Nach Mord an Daniel H. - Polizei sucht dritten Tatverdächtigen

BRISANT | 04.09.2018 | 18:10 Uhr

Ein Mann mit kurzen schwarzen Haaren, einem T-Shirt mit V-Ausschnitt und Narben am Hals.
Die Polizei fahndet nach Farhad Ramazaan Ahmad. Das Foto zeigt den Mann im Jahr 2016. Laut Polizei trägt der Verdächtige seine Haare derzeit an den Seiten kurz und das Haupthaar länger. Er habe sein gewohntes Umfeld verlassen. Bildrechte: Polizeidirektion Chemnitz

Mehr als eine Woche nach der tödlichen Messerattacke von Chemnitz wird nach einem dritten Tatverdächtigen gefahndet. Wie der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl am Dienstag im Sächsischen Landtag sagte, hat das Amtsgericht Chemnitz "heute Vormittag diesen Haftbefehl erlassen". Das Amtsgericht habe eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann angeordnet. Der Gesuchte sei ein 22 Jahre alter Asylbewerber aus dem Irak, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

Hinweise aufgrund von Zeugen und Aussagen eines der anderen Tatverdächtigen

Die Hinweise auf den nun Gesuchten hätten sich durch Aussagen von Zeugen und eines der anderen Tatverdächtigen ergeben. Zunächst habe der Name des mutmaßlich dritten Tatverdächtigen überprüft werden müssen, so die Sprecherin. Auch hätten die Ermittler versucht, den Aufenthaltsort des Mannes abzuklären, hätten ihn aber nicht ausfindig machen können. Deshalb werde nun öffentlich nach ihm gefahndet. Wo der Mann zuletzt gemeldet war, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Wer kann Hinweise geben?

Die Polizei fragt: Wer kann Angaben zum derzeitigen Aufenthaltsort der Verdächtigen machen? Wer hat den 22-Jährigen seit dem 26. August 2018 gesehen? Wem ist er möglicherweise in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgefallen? Es wird ausdrücklich um Vorsicht bei möglichen Aufeinandertreffen gebeten. Der Tatverdächtige könnte bewaffnet sein!

Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz unter der Rufnummer 0371 387 3448 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. 

Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz

Herkunft der bisherigen Tatverdächtigen ist ungeklärt

Die Herkunft der beiden Männer, die nach dem Messerangriff auf einen 35-Jährigen in Chemnitz inhaftiert wurden, ist ungeklärt. Bisher hatten die Behörden die beiden als Iraker und Syrer bezeichnet. Das Bundesinnenministerium teilte am Dienstag jedoch mit, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Angaben von Alaa S. "im Rahmen des laufenden Widerrufsverfahrens" verifiziert. Dem mutmaßlichen Syrer sei im September 2015 "im schriftlichen Verfahren die Anerkennung als Flüchtling gewährt" worden. Seine Angaben zur Identität beruhten auf einer Selbstauskunft.

Der zweite Tatverdächtige, Yousif A., habe bei der Anhörung im Asylverfahren im November 2017 einen irakischen Personalausweis sowie weitere Dokumente vorgelegt, die sich später als "Totalfälschungen" entpuppt hätten, hieß es vom Bundesinnenministerium. Das Ergebnis der dokumententechnischen Überprüfung durch das BAMF lag den Angaben zufolge allerdings erst im Juni 2018 vor. Sein Asylantrag wurde inzwischen abgelehnt. Die Ablehnung sei jedoch noch nicht rechtskräftig.

Chemnitz - so verliefen die vergangenen Tage

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | BRISANT | 04. September 2018 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2018, 19:43 Uhr

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