Tech Support Scam Abzocke durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter - so können Sie sich schützen

BRISANT | 07.09.2019 | 17:10 Uhr

Dreiste Internet-Betrüger versuchen derzeit, im Raum Erfurt an das Geld gutgläubiger Menschen zu kommen. Warnhinweise poppen auf ihren Computer-Bildschirmen auf, E-Mails und Anrufe angeblicher "Microsoft"-Mitarbeiter verunsichern selbst versierte PC-Nutzer. "Tech Support Scam" nennt man diese Masche des Internet-Betrugs. Wie gehen die Gauner vor - und wie kann man sich vor ihren Angriffen schützen?

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Selbst gewiefte PC-Nutzer gehen der Betrugsmasche "Tech Support Scam" auf den Leim Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neue Betrugsmasche: Tech-Support-Scam

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Zahlreiche Beiträge im Netz warnen vor der neuen Betrugsmasche Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ihr Computer wurde gehackt. Sie haben einen Virus." - Die Kriminalpolizei Erfurt warnt vor Abzocke durch angebliche Mitarbeiter des technischen Supports von Microsoft. Denn dahinter verbergen sich professionell organisierte Banden, die weltweit Computerdaten ergaunern - und schließlich von ihren potentiellen Opfern Geld fordern, um den entstandenen Schaden zu beheben. Dafür überreden sie die Betroffenen am Telefon, unter ihrer Anleitung bestimmte Schritte am PC auszuführen. Und das so professionell, dass selbst gewiefte PC- und Internet-Nutzer den Tätern auf den Leim gehen. Eine Form des Betrugs, die man "Tech-Support-Scam" nennt.

Ein Virus auf dem PC? Eine Aussage, bei der sofort die Alarmglocken eines jeden PC-Nutzers läuten. Mal ist es ein Pop-up-Fenster, das sich auf dem heimischen Tablet oder PC öffnet, mal eine E-Mail, die vor Viren warnt oder eben ein Telefonanruf. Alles wirkt professionell und einem seriösen Hinweis des Unternehmens Microsoft täuschend ähnlich. Und doch ist alles Fake. Ziel der Betrüger ist es, eine Fernwartungssoftware auf den Computern der Betroffenen zu installieren - natürlich kostenpflichtig - und darüber an ihre Bankdaten, PayPal- oder Ebay-Accounts zu gelangen. Dass die Täter jedes Mal anders vorgehen, erschwert die Ermittlungen der Kripo Erfurt. Mal bitten sie um einen Rückruf bei der (angeblichen) Microsoft-Hotline, ein anderes Mal wenden sie sich per E-Mail an die Betroffenen.

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Mal blockieren Pop-up-Fenster die PC-Bildschirme, mal werden die Betroffenen durch E-Mails oder Anrufe verunsichert Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Microsoft selbst warnt seit Bekanntwerden der ersten Betrugsfälle unter Missbrauch des Firmennamens auf seiner Homepage und bietet sowohl Tipps für Betroffene als auch ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden.

So schützen Sie sich vor "Tech-Support-Scam"

  • Vorsicht bei Warnhinweisen am PC oder Anrufen von vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern, die behaupten, dass Ihr Computer von Viren befallen sei.
  • Microsoft führt keine unaufgeforderten Telefonanrufe durch, um schadhafte Geräte zu reparieren. Selbst auf offizielle Support-Anfragen erfolgen Hilfestellungen fast ausschließlich per E-Mail.
  • Beenden Sie sofort das Telefonat, wenn Sie von einem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter angerufen werden.
  • Trennen Sie Ihren PC umgehend vom Netz und ändern Sie Ihre Passwörter, wenn Sie bereits mit einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter gesprochen haben - vor allem für Ihre Zugänge zu E-Mail-Konten, Online-Banking und Online-Shops.
  • Geben Sie in keinem Fall Ihre privaten Daten heraus.
  • Erwerben oder installieren Sie niemals Fremdsoftware auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone.
  • Glauben Sie betroffen zu sein, melden Sie den Betrugsfall der Polizei. Zusätzlich bietet Microsoft ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden.

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Lassen Sie sich nicht darauf ein, den vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern Zugriff auf Ihren PC zu gewähren! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. September 2019 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2019, 19:50 Uhr

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