Astrazeneca Studie: Häufiger Nebenwirkungen bei "Misch-Impfungen"

Erst nur für Jüngere, dann nur für Ältere, nun eine Misch-Impfung - das Impfen mit dem Vakzin von Astrazeneca wird nicht einfacher. Unter 60-Jährige sollen als zweite Dosis einen mRNA-Wirkstoff erhalten. Nach ersten Daten einer englischen Studie gibt es bei dieser Kombination häufiger Nebenwirkungen. Einer anderen Studie zufolge soll die Impfung dafür hoch wirksam sein.

Impfstoff der Firman BionTech und AstraZeneca
Erst Vektor, dann mRNA - das ist das "heterologe Impfschema". Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

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Seit dem 1. April empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Personen unter 60 Jahren, die bereits die erste Impfung mit dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben, als zweite Dosis einen mRNA-Impfstoff zu verabreichen, also Moderna oder Biontech. Man nennt das "heterologes Impfschema". Das betrifft derzeit viele Menschen. Laut Bundesgesundheitsministerium haben im März und April mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten.

heterolog = abweichend

Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel bei Astrazeneca

Die Empfehlung der Stiko geht zurück auf das erhöhte Risiko für Thrombosen nach der Astrazeneca-Impfung bei Menschen unter 60 Jahren. Eine Zweitimpfung mit Astrazeneca soll dennoch möglich bleiben, auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung. Der Abstand zur Zweitimpfung mit einem mRNA-Wirkstoff nach Astrazeneca dauert nach Empfehlungen der Stiko zwölf Wochen.

Grippeähnliche Nebenwirkungen

Eine britische Studie der Universität Oxford, die im renommierten Fachmagazin "The Lancet" erschien, kommt zu dem Ergebnis, dass es nach der "Misch-Impfung" eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate grippeähnliche Nebenwirkungen am Tag nach der zweiten Dosis gibt.

Diese Symptome traten auf

  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Erschöpfung
  • Krankheitsgefühl

Anlass zur Sorge sei das allerdings nicht und auch kein Grund, sich nicht vollständig impfen zu lassen. Alle Symptome klangen schnell wieder ab.

Die Nebenwirkungen traten übrigens bei denjenigen Teilnehmern der Studie häufiger auf, die zwei unterschiedliche Impfstoffe erhalten hatten - egal in welcher Reihenfolge. Auch wer zuerst Biontech und danach Astrazeneca bekam, klagte zuweilen über grippeähnliche Nebenwirkungen.

Inwiefern zwei unterschiedliche Impfstoffe Auswirkungen auf den Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf erhöhen, wird in der laufenden Studie ebenfalls untersucht. Daten stehen hier aber noch aus. Eine Studie aus Spanien hat das bereits untersucht - und bewertet die Kombi-Impfungen als hoch wirksam.

Virologin: Misch-Impfung ist sinnvoll

Auch an der Medizinischen Universität Innsbruck startet eine Studie, die die Kombination unterschiedlicher Impfstofftypen testet. Virologin Dorothee von Laer leitet die Studie. Aus Erfahrung mit anderen Impfstoffen wisse man, dass heterologe Impfungen oft wirksamer sind als homologe, also Mehrfach-Impfungen mit demselben Impfstoff, sagte von Laer. Aus immunologischer Sicht sei eine Misch-Impfung sinnvoll. Astrazeneca hat Studien zufolge einen etwas geringeren Schutz vor der südafrikanischen Virus-Mutante.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2021 | 17:15 Uhr

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