Auf dem Weg zur Polizei Mordverdächtiger Stiefvater von getöteter Leonie gefasst

BRISANT | 21.01.2019 | 17:15 Uhr

Er soll seine Stieftochter so schwer misshandelt haben, dass sie starb. Nun hat die Polizei den 27-Jährigen Tatverdächtigen gefasst. Er war in Begleitung seines Anwalts.

Das Polizeigebäude, aus dem der tatverdächtige Stiefvater nach dem gewaltsamen Tod eines sechsjährigen Mädchens fliehen konnte.
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Vorwurf: Mord durch Unterlassen

Der unter Mordverdacht stehende Stiefvater der getöteten sechsjährigen Leonie aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern ist gefasst. Er sei am Montagmittag in der Nähe von Anklam in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Dem Mann wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Bei seiner Festnahme sei der 27-Jährige gerade auf einer Bundesstraße in Begleitung seines Anwalts auf dem Weg zur Polizei gewesen.

Öffentliche Fahndung nach Flucht

Laut Staatsanwaltschaft soll der 27-Jährige Leonie derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie starb. Der Mann war bei einem Festnahmeversuch am 14. Januar zunächst aus dem Polizeirevier geflohen. Das Amtsgericht Pasewalk erließ daraufhin einen Haftbefehl. Am Freitag (18.01.) startete die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung und veröffentlichte zwei Fotos des 27-Jährigen. Mehrfach gingen danach Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte des mutmaßlichen Mörders ein.

Trauerstunde für Leonie am Dienstag

Auch den jüngeren Bruder des getöteten Mädchens soll der Mann misshandelt haben. Das Kind wurde vom Jugendamt zum leiblichen Vater gebracht. Gegen die Mutter der beiden Kinder, die mit einem Baby in eine Mutter-Kind-Einrichtung gebracht wurde, wird wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt. Das Jugendamt hatte die Familie im Februar 2018 nach einem Hinweis überprüft, aber keine Anhaltspunkte für Misshandlungen gefunden - damals hatten sich die leiblichen Eltern getrennt und die Mutter lebte mit dem neuen Lebensgefährten zusammen. Am Dienstag (22.01.) soll in Torgelow eine Trauerstunde für Leonie abgehalten werden.

Eine Frau stellt vor dem Haus eine Kerze auf, wo am 12.01.2019 ein sechsjähriges Mädchen ums Leben kam.
Kerzen vor dem Haus, in dem Leonie getötet wurde. (Archiv) Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 14:49 Uhr

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