Biontech-Impfstoff Corona-Impfung für Kinder: Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?

Am Freitag ist mit der Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA für den Biontech-Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren zu rechnen. Die Ständige Impfkommission wird ihn vermutlich trotzdem nicht allen Kindern und Jugendlichen empfehlen. Der Grund: Es liegen zu wenige Daten bezüglich möglicher Nebenwirkungen vor. Damit wird die Entscheidung über die Impfung den Kindern, ihren Eltern und den Ärzten überlassen. Um welche Nebenwirkungen geht es konkret?

Eine Person mit Schutzhandschuhen indiziert mit einer Impfspritze eine Impfdosis mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty
Welche Nebenwirkungen können bei Kindern nach einer Corona-Impfung auftreten? Bildrechte: imago images/Fotostand

Bislang nur ein Corona-Impfstoff für Kinder

Bislang gibt es nur einen Corona-Impfstoff, der Kindern bereits verimpft wird: das Vakzin von Biontech/Pfizer. In Kanada und den USA werden damit bereits seit einigen Wochen Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren vor dem Coronavirus geschützt.

Auch in der EU soll der Impfstoff bei Kindern und Jugendlichen zeitnah zum Einsatz kommen. Aktuell wird das Präparat von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA dahin gehend untersucht. Mit einer finalen Entscheidung wird am 28. Mai gerechnet.

Ab wann können Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden?

Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel kann es damit ab dem 7. Juni losgehen - vorausgesetzt, die EMA gibt dem Impfstoff auch für Kinder grünes Licht. Denn ab dem 7. Juni fällt die Impfpriorisierung und jeder kann sich gegen das Virus impfen lassen.

Eine Garantie auf Impftermine gibt es nicht. Dennoch geht die Kanzlerin davon aus, dass allen Impfwilligen bis Ende des Sommers ein Termin angeboten werden kann.

Wie wirksam ist die Corona-Impfung bei Kindern?

Laut Herstellerangaben soll die Corona-Schutzimpfung bei Kindern eine Wirkung von fast 100 Prozent haben. Das ist noch einmal mehr als bei den Erwachsenen.

Gleiches gilt übrigens für das Vakzin von Moderna, ebenfalls ein mRNA-Impfstoff. Doch für das soll erst in den kommenden Tagen die Zulassung in der EU beantragt werden.

Ständige Impfkommission StiKo will abwarten

Einer Zulassung des Biontech/Pfizer-Vakzins dürfte seitens der EMA nichts im Wege stehen. Dennoch will die Ständige Impfkommission StiKo zunächst abwarten, bevor sie den Corona-Impfstoff allen Kindern und Jugendlichen empfiehlt.

Der Grund: Bislang gibt es zu wenige Daten dazu, wie schwer die Nebenwirkungen der Impfung bei Kindern und Jugendlichen ausfallen können. Aufschluss geben könnten u.a. die bereits fortgeschrittenen Impfkampagnen in den USA und Kanada.

Impfung von Kindern auch ohne StiKo-Empfehlung möglich

Die Ständige Impfkommission spricht lediglich Empfehlungen aus, halten muss man sich daran allerdings nicht. Ist das Biontech-Präparat durch die EMA für die EU freigegeben, kann es auch verimpft werden.

Ob ein Kind ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus geimpft wird, entscheiden letztlich das Kind, die Eltern und der behandelnde Arzt.

Welche Nebenwirkungen können bei Kindern auftreten?

Nach Angaben der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna sind die Nebenwirkungen bei Kindern bei beiden Vakzinen mit denen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren vergleichbar. Das heißt: Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Fieber, Übelkeit, Unwohlsein und eine Schwellung der Lymphknoten.

Die unerwünschten Reaktionen dauerten typischerweise ein bis drei Tage nach Impfung an und fielen - mit Ausnahme der lokalen Impfreaktionen - nach der zweiten Dosis heftiger aus, als nach der ersten Gabe.

Haben Kinder stärkere Nebenwirkungen als Erwachsene?

Je jünger die zu impfenden Patienten, desto wahrscheinlicher sind heftigere Nebenwirkungen. Das liegt daran, dass das Immunsystem jüngerer Menschen noch nicht so stark ausgeprägt ist und deshalb heftiger reagiert.

Dürfen Kinder nur noch geimpft in die Schule?

Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus gibt es in Deutschland nicht - auch nicht für Kinder. Das haben Bund und Länder beim Impfgipfel am 27. Mai erneut bekräftigt.

Im Beschluss heißt es: "Ein sicherer Schulbetrieb wird auch in Zukunft unabhängig davon, wie viele Schülerinnen und Schüler ein Impfangebot wahrnehmen, gewährleistet."

Welche Regeln gelten für ungeimpfte Kinder beim Reisen?

In Deutschland werden Kinder ab sechs Jahre in Sachen Coronavirus wie Erwachsene behandelt. Kehren sie mit ihren Eltern aus dem Ausland zurück, sind - je nach Urlaubsort - ein negativer Coronatest oder sogar Quarantäne fällig. Genesen oder geimpft reist es sich für Erwachsene wie für Kinder etwas einfacher.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Mai 2021 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren