Erste Zahlen Corona-Impfung - Nebenwirkungen und Impfreaktionen bei Kindern und Jugendlichen

Impfreaktionen und seltene Nebenwirkungen lassen manche Eltern zögern, ihr Kinder durch eine Impfung gegen das Coronavirus zu schützen. Dabei sind Kinder und Jugendliche nicht häufiger davon betroffen als junge Erwachsene. Todesfälle infolge einer Corona-Schutzimpfung sind bislang kaum belegt.

Eine Schülerin wird vom mobilen Impfteam in der Schule geimpft
Mehr als 40 Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen sind mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft worden. Bildrechte: imago images/epd

Mitte August hat die Ständige Impfkommission (Stiko) für alle Kinder und Jugendlichen ab einem Alter von zwölf Jahren eine Impfempfehlung gegen das Coronavirus ausgesprochen. Bereits Ende September waren 42,2 Prozent von ihnen vollständig geimpft. Das sind ca. 1,9 Millionen der etwa 4,5 Millionen Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren. Für sie zugelassen sind die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

"Nur" 1.809 Verdachtsfälle bei ca. 1,9 Millionen Impfungen

Laut aktuellem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sind seitdem 1.809 Verdachtsfälle von Impfkomplikationen bei Kindern und Jugendlichen gemeldet worden, die von mindestens einer Impfreaktion berichten. Darunter fünf äußerst seltene Fälle mit tödlichem Ausgang.

Ein Todesfall betrifft dem Bericht zufolge ein 16-jähriges Mädchen, das im Zusammenhang mit einer Herzrhythmusstörung gestorben ist. Bei drei gestorbenen Jungen bestanden laut Bericht schwere Vorerkrankungen. Ob ihr Tod in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung steht, ist laut PEI "nicht beurteilbar". Auch bei einem vierten gestorbenen 12-jährigen Jungen kann der Tod nicht zweifelsfrei auf die vorangegangene Impfung zurückgeführt werden.

Milde und typische Impfreaktionen auch bei Kindern und Jugendlichen

Generell treten bei geimpften Kindern vergleichsweise milde Impfreaktionen auf, die nach ein bis drei Tagen folgenlos wieder abklingen. Dazu zählen Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Allerdings waren bei 60 Prozent der Impflinge die unerwünschten Reaktionen zum Zeitpunkt der Meldung schon wieder vollständig abgeklungen bzw. wesentlich verbessert.

Insgesamt sind die Beschwerden bei 12- bis 15-Jährigen (Comirnaty von Biontech) bzw. bis 17-Jährigen (Spikevax von Moderna) ähnlich häufig ausgeprägt wie bei 16- bis 25-Jährigen (Comirnaty) bzw. 18- bis 25-Jährigen (Spikevax). Diese Impfreaktionen sind auch aus klinischen Untersuchungen mit Erwachsenen bekannt und stellen in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar.

Arzt füllt Spritze mit COVID-19-Impfstoff für Jungen im Hintergrund in einer Klinik
In sehr seltenen Fällen ist es vor allem bei Jungen nach der Corona-Impfung zu Herzmuskelentzündungen gekommen. Bildrechte: imago images/Westend61

Seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen

Im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit den mRNA-Impfstoffen wurden bei Kindern und Jugendlichen sehr seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen beobachtet. Diese Fälle traten in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung, häufiger nach der zweiten Dosis und häufiger bei Jungen als bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren auf (circa 1:16.000 bei Jungen beziehungsweise 1:110.000 bei Mädchen nach der zweiten Impfung).

Der akute Verlauf der Herzmuskelentzündungen ist unter stationärer Behandlung meist mild. Es gibt noch keine Erkenntnisse zu möglichen Langzeitfolgen. Umgekehrt weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzmuskelentzündungen auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten. Bei Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, beschleunigtem Puls oder Herzpochen nach einer Corona-Schutzimpfung sollte deshalb umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Keine weiteren schwerwiegenden Nebenwirkungen

Andere schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei 12- bis 17-Jährigen nach einer COVID-19 Impfung bislang nicht bekannt. Und das, obwohl alleine in den USA und in Kanada in dieser Altersgruppe bereits mehr als 12 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden sind.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. November 2021 | 17:15 Uhr

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