B.1.640.2 Neue Corona-Variante in Frankreich entdeckt

Experten haben in Frankreich eine neue Corona-Variante nachgewiesen, die unter dem Namen B.1.640.2 geführt wird. Was über die Mutante bekannt ist und ob sie ansteckender als Omikron ist, erklärt BRISANT hier.

Die Aufnahme von Forschern des TU Wien-Spin-off Nanographics zeigt Coronaviren.
Bildrechte: picture alliance/dpa/Nanographics/apa | Peter Mindek

Experten des französischen Instituts für Mikrobiologie und Infektionskrankheiten, IHU Méditerrannée Infection, entdeckten bereits am 9. Dezember 2021 die neue Corona-Variante und nannten sie B.1.640.2. Ihre Daten sind in einer Vorabstudie auf dem Server MedRxiv veröffentlicht.

Offenbar haben sich zwölf Menschen in der Nähe von Marseille mit B.1.640.2 infiziert. Eine infizierte Person soll die Variante aus Kamerun mitgebracht haben. Dies könnte darauf schließen, dass der Erreger aus dem afrikanischen Land stammt.

Was weiß man über die neue Variante?

Nicht viel. Die französischen Experten identifizierten in der neuen Variante 46 unterschiedliche Mutationen im Spike-Protein, seiner stacheligen Außenhülle. Omikron dagegen weist nur 32 Mutationen auf.

Der neue Virusstrang enthält die Mutationen N501Y (die ebenfalls an der Alpha-Variante zu beobachten ist) und zusätzlich die "Escape-Mutation" E484K. Diese "Flucht-Mutation" könnte bedeuten, dass die neue Virusvariante resistenter gegen Impfstoffe ist.

Ist B.1640.2 ansteckender?

Es liegt in der Natur eines jeden Virus, sich möglichst schnell zu verbreiten. Auch die neue Variante scheint mit ihrer Mutationen-Kombination ansteckender zu sein als ihre Vorgänger. Bereits Omikron hatte einen Evolutionssprung gemacht und ist viel leichter übertragbar als seine vorherigen Versionen. Aber Experten sind vorsichtig optimistisch, dass Omikron weniger schwere Krankheitsverläufe verursacht.

Das könnte bei B.1.640.2 auch der Fall sein. Vielleicht verschwindet diese neue Variante aber auch einfach, so wie andere vor ihr, beispielsweise B.1.525 vom April 2021 oder Lambda vom Juli 2021.

Mutationen stehen an der Tagesordnung. Es ist mehr oder weniger jetzt dem Zufall geschuldet, dass von dieser Mutation berichtet wurde, denn es entstehen andauernd viele weitere Mutationen, von denen man gar nichts mitbekommt.

Medizinjournalist Dr. Christoph Specht RTL.de

Die neue Variante ist bis jetzt weder in anderen Ländern nachgewiesen noch steht sie unter Beobachtung der WHO.

Quelle: IHU/Brisant

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Januar 2022 | 17:15 Uhr

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