Coronavirus Neue Omikron-Variante BA.2 - Das ist über den Corona-Subtyp bekannt

Omikron breitet sich gerade erst über Europa aus, da taucht schon eine Untervariante auf. BA.2 ist vor allem in Dänemark aktiv. Was über den neuen Subtyp des Coronavirus bekannt ist, erklärt BRISANT hier.

Hand hält zwei Glasröhrchen mit der Aufschrift OMICRON
Gesundheitsbehörden in Dänemark sind besorgt über die Omikron-Unterart BA.2. Bildrechte: imago images/NurPhoto

Weltweit dominiert Omikron, wissenschaftlich bekannt unter dem Namen BA.1. Doch nun hat sich eine Unterart herausgebildet. Die "kleine Schwester" der Omikronvariante namens BA.2 ist bereits in mehreren europäischen Ländern aufgetaucht, darunter Großbritannien und Dänemark. In unserem nördlichen Nachbarland macht BA.2 fast die Hälfte der Neuinfektionen aus. 

Auch in Deutschland ist der neue Virustyp vereinzelt angekommen, der sich offenbar noch schneller verbreitet als Omikron. Noch unklar ist, wo die neue Untervariante entstanden ist, da auch Fälle aus Indien und Südafrika gemeldet werden.

Forscher beobachten Omikron-Untervariante

Mediziner und Epidemiologen untersuchen die neue Untervariante BA.2 nun. Sie zeigen sich überrascht über die rasche Ausbreitung des Subtyps, vor allem in Dänemark. Möglicherweise umgeht BA.2 den Immunschutz. Eine Infektion damit scheint aber nach ersten Erkenntnissen keinen schwereren Verlauf zu nehmen als bei Omikron.

Offenbar ähneln sich BA.1 und BA.2 in ihrer Bauart sehr, nur zehn Mutationen unterschieden sie, wie der dänische Virusforscher Anders Fomsgaard berichtet.

Gefährlicher als Omikron?

Der britische Virologe Tom Peacock vom Imperial College in London schrieb auf Twitter: "Sehr frühe Beobachtungen aus Indien und Dänemark deuten darauf hin, dass es keinen dramatischen Unterschied im Schweregrad im Vergleich zu BA.1 gibt". Seiner Einschätzung nach werde es auch "wahrscheinlich nur minimale Unterschiede in der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen BA.1 und BA.2" geben.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch der Virologe Christian Drosten, der aufgrund der bisherigen Daten von einer höheren Übertragbarkeit ausgeht. Es gebe aber "keine Anzeichen", dass die Krankheitsschwere zunehme, sagte Drosten im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Für den Unterschied zwischen BA.1 und BA.2 bemüht der Charité-Virologe einen Autovergleich: Beide hätten fast gleich breite Reifen, aber im Fall von BA.2 habe der Motor "schon ein paar PS mehr".

Der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding zeigte sich besorgter. Seiner Berechnung nach könne sich BA.2 doppelt so schnell verbreiten wie Omikron. Die britische Gesundheitsbehörde stufte BA.2 als "Variante unter Beobachtung" ein. Im Inselstaat sind bislang nur wenige hundert Fälle aufgetaucht.

Das Robert Koch-Institut sagte der "Frankfurter Rundschau", in Deutschland sei "keine starke Zunahme des Anteils von BA.2 unter allen Omikron-Nachweisen, wie in anderen Ländern geschehen, zu beobachten".

Corona Kopenhagen
Die neue Unterart BA.2 hat Dänemark im Griff. Bildrechte: IMAGO / Dean Pictures

Warum mutiert das Coronavirus?

Zu mutieren und immer neue Unterarten zu entwickeln, ist für Viren normal, will es sich doch möglichst rasch verbreiten und möglichst viele Wirte infizieren, um zu überleben. Schon Omikron ist deutlich ansteckender als sein Vorgänger Delta. Und Delta wiederum war ansteckender als die Corona-Urform.

Studien zufolge verursacht Omikron überwiegend milde Verläufe, vor allem bei geimpften Patienten. Doch zu erwarten, dass sich die Corona-Pandemie bald erledigt haben dürfte, ist trügerisch.

Quelle: AFP/Frankfurter Rundschau/Spiegel/Twitter

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Januar 2022 | 17:15 Uhr

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