Studien Omikron-Genesene: Nicht immun gegen Corona-Reinfektion

Geimpft, genesen und trotzdem wieder mit Corona infiziert - das passiert mit Omikron und BA.2 häufiger als mit anderen Virusvarianten. Warum das so ist, erklärt Brisant.

Positiver Coronatest Coronavirus-Antigentest
Auch Geimpfte können sich erneut mit dem Coronavirus anstecken. Bildrechte: IMAGO/Norbert Neetz

Studien aus den USA und Österreich zeigen: Wer im Sommer 2021 mit der Delta-Variante infiziert war, hat einen deutlich höheren Antikörperspiegel als Menschen, die sich im Winter mit Omikron infiziert hatten.

Das heißt aber auch: Wer mit Omikron infiziert war und nun genesen ist, hat ein erhöhtes Risiko, sich wieder mit Omikron oder einer anderen Coronavirus-Variante zu infizieren. Aktuell wäre das die Variante BA.2, die laut Robert Koch-Institut mehr als 80% aller Neuinfektionen in Deutschland ausmacht. Andere Studien kommen allerdings zu anderen Ergebnissen.

Ungeimpfte haben ein noch viel höheres Risiko, weil sie nach einmaliger Infektion mit mildem Verlauf noch viel weniger Immunität aufgebaut haben als geimpfte Genesene. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie aus Österreich. Eine Impfung ist daher auch für Genesene sinnvoll.

Die Anzeige der Corona-Warn-App auf einem Telefon zeigt einen positiven PCR-Test und den Nachweis auf das SARS-CoV-2 Virus.
Re-Infektionen sind bei Omikron und BA.2 häufig zu beobachten. Bildrechte: dpa

Milder Krankheitsverlauf - geringe Antikörper

Aber noch einen weiteren Aspekt haben die Forscher herausgefunden: Je milder der Krankheitsverlauf war, desto geringer ist der erworbene Immunschutz. Offenbar hängt bei einer Infektion die Stärke der Immunisierung mit der Stärke der Symptome zusammen. Baut der Körper die gerade erworbenen Antikörper nach wenigen Monaten wieder ab, schwindet entsprechend die Immunität und das Risiko beginnt von neuem.

Dass Omikron und BA.2 eher milder verlaufen als Alpha oder Delta, liegt unter anderem an deren Mutationen. Diese verändern den Krankheitsverlauf: Die Viren infizieren in der Regel nur die oberen Atemwege.

Forscher aus Hongkong und Großbritannien haben herausgefunden, dass Omikron zwar rasch die Bronchien befällt, die Lunge aber kaum Schaden nimmt. Das Immunsystem reagiert auf den milden Verlauf auch nur mit wenigen Abwehrmaßnahmen, weil es aus seiner Sicht nicht nötig ist, das "große Geschütz" aufzufahren. Der Körper bildet daher auch weniger T-Gedächtniszellen, die bei erneuter Infektion sofort Alarm schlagen könnten.

Impfausweis mit Impfspritze, positivem Corona-Schnelltest und Impfstofffläschchen von Biontech und Moderna
Auch wer geimpft ist, kann sich mit Corona infizieren. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Geimpft und trotzdem infiziert - warum?

Geimpft und trotzdem mit Omikron infiziert? Die Impfstoffe schützen nicht vor einer Ansteckung, sondern vor einem schweren Krankheitsverlauf mit Intensivbehandlung oder gar dem Tod.

Außerdem wurden sie entwickelt, um Alpha zu bekämpfen. Doch das Coronavirus ist mutiert. Nach Alpha kam Delta, dann Omikron und nun dessen "Schwester" BA.2. Und BA.2 überträgt sich noch viel schneller, weil das Virus noch leichter in die Zellen der oberen Atemwege eindringt und sich dort vermehrt.

Quelle: Tagesschau/n-tv

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. April 2022 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren

Tobias D. wurde in Bayern vermisst
Bildrechte: Bayerische Polizei/https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/034100/index.html