Positive Studienergebnisse Omikron-Impfstoff noch im Sommer? Moderna strebt baldige Zulassung an

Experten rechnen weiter mit einem hohen Infektionsgeschehen durch das Corona-Virus. Um das möglichst stark einzudämmen, könnten ab Spätsommer die ersten an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe eingesetzt werden. Positive Studienergebnisse von Moderna stellen das zumindest in Aussicht. Auch Biontech befindet sich nach eigenen Aussage in der Startlöchern.

Ampullen mit Moderna-Impfstoff
Im Spätsommer könnten die ersten Omikron-Impfstoffe verfügbar sein. (Archiv) Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Subvariante BA.5 erwarten Fachleute, dass das Coronavirus im Sommer nicht von der Bildfläche verschwindet. "Wir erleben dieses Jahr keinen infektionsfreien Sommer (...)", teilte der Leiter der Charité-Virologie, Christian Drosten mit. Im Herbst und Winter werde es wohl eine lange Infektionswelle geben. Große Hoffnungen liegen auf den Impfstoffen, die an die hochansteckende Omikron-Variante angepasst wurden. Und da gibt es jetzt gute Nachrichten vom Impfstoff-Hersteller Moderna.

Moderna-Zulassung im Spätsommer anvisiert

Nach positiven Studienergebnissen hofft Moderna auf eine Zulassung der Auffrischungsimpfung noch im Spätsommer. Die Daten sollen in den kommenden Wochen bei den Regulierungsbehörden eingereicht werden, teilte Moderna-Chef Stephane Bancel mit. Sollten die Behörden grünes Licht geben, könnte das eine Verwendung des Impfstoffs als Herbst-Booster ermöglichen. Bei dem angepassten Impfstoff mit der Bezeichnung "mRNA-1273.214" handelt es sich um eine Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Vakzin Spikevax und einem gegen die Omikron-Variante gerichteten Impfstoff-Kandidaten. Vorläufigen Studiendaten zufolge erzielte dieser gegen Omikron eine überlegene neutralisierende Antikörperreaktion im Vergleich zu Spikevax.

Ein Sanitäter zieht am Heiligabend im Shoppingzentrum Paunsdorf-Center eine Impfdosis von Moderna au
Der angepasste Impfstoff soll Spikevax um einiges überlegen sein. (Archiv) Bildrechte: dpa

Moderna-Chef geht von dauerhaftem Schutz aus

Der angepasste Booster erhöhte nach Moderna-Angaben die Anzahl der virusneutralisierenden Antikörper um das Achtfache. Der Booster wurde mit einer Dosis von 50 Mikrogramm verabreicht, was der Hälfte der ursprünglichen Dosierung für die Grundimmunisierung entspricht. Der Impfstoff sei im Allgemeinen gut verträglich gewesen, wobei die Nebenwirkungen mit denen der ursprünglichen Booster-Dosis vergleichbar seien. "Wir gehen davon aus, dass mRNA-1273.214 einen dauerhafteren Schutz gegen bedenkliche Varianten bietet, was es zu unserem Hauptkandidaten für eine Auffrischungsimpfung im Herbst 2022 macht", so Bancel.

Angepasster Imfpstoff auch wirksam gegen Alpha und Delta

Die Antikörpertiter des angepassten Impfstoffs waren nicht nur bei Omikron deutlicher höher als bei der Impfung mit Spikevax, sondern auch bei anderen Varianten wie Alpha oder Delta. Diese sollten zudem auch über einen längeren Zeitraum halten. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Immunität durch Covid-Impfungen mit der Zeit nachlässt und der Schutz gegen die Omikron-Variante nicht mehr so hoch ist wie gegen das ursprüngliche Virus.

Coronavirus mit Schriftzug Omikron, Delta und Alpha, Corona-Infektionswellen
Der angepasste Impfstoff wirkt nach Moderna-Angaben auch gegen andere Varianten des Coronavirus. (Archiv) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Auch Biontech in den Startlöchern

Auch der deutsche Impfstoffhersteller Biontech arbeitet mit seinem US-Partner Pfizer an Nachfolgeversionen seines Impfstoffs. Biontech hat zwar noch keine Daten zu seinem Omikron-Impfstoff veröffentlicht, hofft aber auch mit einer Zulassung bis zum Herbst. "Je nach Entscheidung der Behörden könnte ein angepasster Impfstoff im August, September oder Herbst genehmigt werden", hatte Vorstandschef Ugur Sahin jüngst auf der Hauptversammlung der Mainzer Biotechfirma gesagt.

Biontech/Pfizer erklärte weiter, dass sie derzeit "verschiedene Kandidaten des angepassten variantenbasierten Impfstoffs" prüfen. "Die Zusammensetzung des variantenbasierten Impfstoffs wird mit den Zulassungsbehörden weltweit koordiniert, um einen passenden Ansatz für die Auffrischung des Impfstoffschutzes im Herbst 2022 festzulegen". Aktuell befindet sich ein Impfstoff-Kandidat von Biontech/Pfizer in ein sogenannter "rollierender Prüfungsprozess" bei der Europäische Arzneimittelbehörde (EMA).


(BRISANT/dpa/reuters)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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