Corona-FAQ Omikron-Impfstoff: Das müssen Sie jetzt wissen

Am Donnerstag (1. September) hat die EMA grünes Licht für die Omikron-Impfstoffe von BioNTech und Moderna gegeben. Ab dem 12. September sollen die neuen Vakzine an deutsche Arztpraxen ausgeliefert werden. Eine Corona-News jagt die nächste. Durchblick gesucht? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den neuen Impfstoffen.

Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Malteser bereitet im Impfzentrum eine Spritze mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus vor.
Grünes Licht für den Omikron-Booster: Deutschland wird bis zum 5. September 14 Millionen Impfdosen erhalten. Das sollten Sie über die neuen Vakzine wissen. Bildrechte: dpa

Der Sommer ist fast vorbei und trotz sinkender Infektionszahlen gehen Experten davon aus, dass uns im Herbst und Winter die nächste Coronawelle heimsuchen wird. Immerhin: In der EU dürfen wohl bald auch die für die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe eingesetzt werden. Höchste Zeit, sein Wissen in Sachen Corona, Omikron, Impfung und Co. auf den neuesten Stand zu bringen.

Wir helfen mit unserem Corona-FAQ. Das sollten sie jetzt wissen.

1. Warum gibt es neue angepasste Impfstoffe?

Neue Virusvarianten entstehen laufend. Das ist ein natürlicher Prozess: Bei der Vermehrung wird das genetische Material verdoppelt - bei diesem Kopiervorgang können Fehler passieren, eine so genannte Mutation. Zwar bieten die bestehenden Impfstoffe weiter einen guten Schutz vor Krankenhausaufenthalten und Todesfällen, doch ihre Wirksamkeit hat mit neuen Varianten abgenommen.

2. Gegen welche Omikron-Varianten schützen die Impfstoffe?

Bei den Boostern von BioNTech/Pfizer und Moderna handelt es sich um sogenannte bivalente Impfstoffe, die sich sowohl gegen die Omikron-Variante BA.1 als auch gegen den ursprünglichen Virusstamm richten. 

Gerade BA.1 hatte im vergangenen Winter für einen massiven Anstieg der Infektionen gesorgt. Jedoch wurde diese Variante in Deutschland seit Mitte Juni fast vollständig von BA.5 verdrängt. Trotzdem bevorzugt die EMA zunächst die BA.1-Vakzine, an denen die Unternehmen schon seit Ende 2021 arbeiten und von denen bereits große Mengen fertiggestellt sind. 

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte sich dagegen gleich für angepasste Impfstoffe zur Bekämpfung von BA.4/BA.5 ausgesprochen.

3. Wie viele Dosen BA.1-Impfstoff erhält Deutschland?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angekündigt, dass Deutschland in den zwei Wochen ab dem 5. September zunächst einmal 14 Millionen Impfdosen erhalten soll. Die reguläre Auslieferung an die Praxen soll spätestens ab dem 12. September erfolgen. 

Impfstoff-Engpässe befürchtet Karl Lauterbach nicht: "Wir haben so viel angepassten Omikron-Impfstoff bestellt, dass er für alle reicht."

4. Wann kommt der BA. 4/BA. 5-Booster?

Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Europäische Kommission bis spätestens Anfang Oktober auch den BA.4/BA.5-Impfstoff zulassen wird. Dann werde Deutschland von BioNTech und Pfizer ebenfalls "sehr zügig" mit 9,5 Millionen Dosen beliefert.

BioNTech erwartet, dass der BA.4/BA.5-Booster nach erfolgter Zulassung bereits im September erhältlich sein wird. Den Zulassungsantrag zum Einsatz bei Personen ab zwölf Jahren hatten BioNTech und Pfizer Ende August abgeschlossen. 

5. Impfempfehlung: Wer sollte sich impfen lassen?

Noch gibt es keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu den angepassten Omikron-Auffrischungsimpfungen. Nach Angaben Lauterbachs beschäftigt sich die Stiko derzeit aber "sehr intensiv" mit den Studiendaten der angepassten Impfstoffe mit dem Ziel, zeitnah zu einer aktualisierten Empfehlung zu kommen.

Bis es so weit ist, rät die Stiko Risikogruppen und Personen ab 60 Jahren zu einer vierten Impfung und empfiehlt, nicht auf einen angepassten Impfstoff zu warten.

Wichtig: Die Omikron-Impfstoffe sind nur für Auffrischungsimpfungen gedacht und können nicht für die Grundimmunisierung genutzt werden.


Brisant/dpa/Reuters

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. September 2022 | 17:15 Uhr

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