Corona-Infektion Erkennt ein Schnelltest auch die Omikron-Variante?

Wie zuverlässig zeigt ein Schnell- oder auch Selbsttest eine Corona-Infektion mit der Omikron-Variante an? Gut 80 Prozent der erhältlichen Corona-Tests müssten dazu eigentlich in der Lage sein, mutmaßt das Paul-Ehrlich-Institut. Dennoch sollen weitere Untersuchungen folgen. Außerdem wird das Institut auf Wunsch von Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine Liste von Antigen-Schnelltests mit einem sicheren Omikron-Nachweis erstellen.

Flüssigkeit wird auf einen Selbsttest für das neuartige Coronavirus getröpfelt.
Die Omikron-Variante verbreitet sich schnell - gut 80 Prozent der Schnelltests erkennen sie. Bildrechte: dpa

Die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests (oder Antigentests) sind nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts auch zum Nachweis der neuen Omikron-Variante geeignet. Davon sei "auf der Grundlage der aktuellen Datenlage auszugehen", schreibt das Institut auf seiner Internetseite.

Der Grund: Die große Mehrheit der Schnelltests schlage auf ein Protein des Virus an, das von den Omikron-Mutationen vergleichsweise wenig betroffen sei.

80 Prozent der Schnelltests müssten Omikron erkennen

Zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA mitgeteilt, dass vorläufige Daten einer Studie mit Lebendviren von Patienten darauf hindeuteten, "dass Antigentests die Omikron-Variante erkennen, aber möglicherweise eine verringerte Empfindlichkeit aufweisen". Das bedeutet, dass weniger tatsächlich bestehende Infektionen erkannt werden. Die Studien in den USA laufen noch.

Das Paul-Ehrlich-Institut hatte erst kürzlich mehr als 250 verschiedene Antigentests auf ihre Fähigkeit untersucht, eine Corona-Infektion zu erkennen. Gut 80 Prozent der Tests hatten die Untersuchung bestanden. Laut PEI müssten diese Schnelltests grundsätzlich auch die Virusvariante Omikron erkennen, da die für die Tests entscheidenden Virusbestandteile im Vergleich zu früheren Varianten nicht wesentlich verändert seien.

Eine komplette Liste der Antigen-Schnelltests mit einem sicheren Omikron-Nachweis soll das Institut demnächst veröffentlichen.

Hand hält zwei Glasröhrchen mit der Aufschrift OMICRON
Die gängigen Antigentests erkennen die neue Variante des Coronavirus. Bildrechte: imago images/NurPhoto

Schnelltest funktioniert gut bei "hoher Viruslast"

Die Forscher wiesen darauf hin, dass Antigentests eine Infektion nur dann zuverlässig erkennen können, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast bestehe. Das gelte auch für die Omikron-Variante.

Viele Viren habe ein Infizierter besonders zu Beginn der Infektion - auch wenn er oder sie keine Symptome zeige. Der "Goldstandard" zum Erkennen einer Virusinfektion bleibt allerdings der PCR-Test.

Quellen: dpa/PEI/Reuters/AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Januar 2022 | 17:15 Uhr

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