B.1.1.529 Omikron - "Besorgniserregende" Corona-Variante offenbar in Deutschland

Weil der "hochgradige Verdacht" besteht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland angekommen ist, wurde ein Reiserückkehrer aus Südafrika isoliert. Von WHO und EDCD wird die Variante inzwischen als "besorgnisserregend" eingestuft.

Coronamodelle und ein Stempel mit Omikron Schriftzug liegen nebeneinander.
Bildrechte: IMAGO / Steinach

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstag (27.11.) auf Twitter mit.

Reiserückkehrer mit Omikron-Mutationen

Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus", twitterte der Minister, der in Hessen auch für Gesundheit zuständig ist. Nach Angaben des Ministeriums reiste die Person über den Frankfurter Flughafen ein.

WHO und EDCD mit "ernsthaften Sorgen"

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) spricht ebenfalls von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Reicht der Impfschutz?

Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, könne es laut WHO noch Wochen dauern. Fest steht allerdings schon jetzt, dass die Omikron-Variante die Forscher vor neue Fragen stellt. So sagte die Münchner Virologin Ulrike Protzer im Deutschlandfunk, dass die Variante dazu führen könne, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde. Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper - das reiche dann aus, um auch Viren von Varianten "wegzuneutralisieren".

Flugverkehr eingestellt

Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem "hochpushen". Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen. Der Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region wurde von zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, inzwischen eingestellt.

(BRISANT/dpa/afp/tagesschau)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. November 2021 | 17:10 Uhr

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