Strom EEG-Osterpaket: Wo Verbraucher jetzt sparen können

Mehr Solar- und Windenergie, weniger Bürokratie. Doch was bringt das "Ostergesetz", das Wirtschaftsminister Robert Habeck erarbeitet hat, für den Endverbraucher?

Montage einer Solaranlage auf einem Hausdach
Robert Habeck drückt aufs Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien. Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Das "Energiesofortmaßnahmenpaket" - kurz "Osterpaket" genannt - beinhaltet eine Anpassung verschiedener Gesetze, allen voran das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Bis 2030 soll Deutschland schon zu 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien beziehen. Bis 2035 soll das Land fast komplett klimaneutral sein. Aktuell liegt Deutschland bei 42 Prozent. Ein ehrgeiziges Ziel also. Da muss Tempo gemacht werden. Aber was bedeutet das Gesetz für den Endverbraucher?

Mehr Förderung für Solar-Anlagen

Wer eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach installiert und den Strom ins Netz einspeist, soll besser gefördert werden. Bis zu 13,8 Cent/Kilowattstunde sind geplant, bislang waren es nur 6,83 Cent. Das gilt aber nur für Anlagenbetreiber, die ihren Strom komplett ins öffentliche Netz einspeisen. Wer anteilig selbst verbraucht, bekommt keine zusätzliche Prämie.

Interessant sein kann in diesem Zusammenhang für Verbraucher auch die Förderung von wasserstoffbasierten Stromspeichern. Die gibt es bereits für Solaranlagen.

Solardach
Mehr als das Doppelte an Förderung bekommen Photovolatik-Besitzer. Bildrechte: imago/Schöning

Mehr Förderung für Bürgerenergieparks

Kommunen oder in Gesellschaften zusammengeschlossene Bürger können eigene Wind- oder Solarprojekte aufbauen und sind damit unabhängig von großen Energiekonzernen. Diese "Bürgernergieparks" werden künftig von unnötiger Bürokratie befreit. Zudem soll ein Förderprogramm aufgesetzt werden. Aufgrund von EU-Regeln sind diese Projekte auf maximal 18 Megawatt für Wind- und 6 Megawatt für Solar-Projekte begrenzt. Mit 6 Megawatt können rund 3.500 Haushalte im Jahr mit Strom versorgt werden - also etwa ein kleines Dorf.

Keine Begrenzung für Mieterstrom-Anlagen

Mieterstrom bedeutet, dass Photovoltaikanlagen auf Dächern von Mehrfamilienhäusern die Bewohner mit Ökostrom versorgen, der direkt am Gebäude erzeugt wird. Die jährlich geförderten Projekte waren begrenzt - das ist nun aufgehoben. Die Eigenversorgung mit Solarstrom wird dadurch deutlich attraktiver.

EEG-Umlage fällt ab 1. Juli weg

Ab dem 1. Juli entfällt die EEG-Umlage, mit der die Energiewende finanziert wird. Pro Kilowattstunde zahlen die Verbraucher dann 3,72 Cent weniger.

Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in Kilowattstunden in einem Haushalt an.
Kunden zahlen ab Juli weniger für den Strom. Bildrechte: dpa

Stromanbieter muss Lieferstopp ankündigen

Stromkunden sollen künftig besser vor Pleiten von Versorgern geschützt werden. Stellt der Stromanbieter seine Lieferungen ein, muss er das jetzt drei Monate vorher ankündigen.

Reuters/dpa/bmwi

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. April 2022 | 17:15 Uhr

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