Reiseplanung Corona-Krise: Urlaub an Nord- und Ostsee? So sieht's aus!

Reif für die Insel? Das sind nach über vier Wochen Corona-Ausnahmezustand viele Menschen. Reisen ins Ausland kann man derzeit noch nicht konkret planen. Doch wie sieht es mit den heimischen Inselwelten an Nord- und Ostsee aus? Wie planen die einzelnen Bundesländer die Rückkehr zum Tourismus?

Kreidefelsen auf Rügen
Urlaub wird in diesem Jahr wohl am ehesten in Deutschland stattfinden. Doch: Wie sicher ist das? Bildrechte: MDR/Nadine Mosch

Der Sommerurlaub wird dieses Jahr wohl eher in Deutschland stattfinden, meint Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. Für viele Hotelbesitzer, Privatvermieter und Gastronomen der nördlichen Bundesländer ein echter Hoffnungsschimmer. Denn bislang bleiben die Touristen Corona-bedingt aus - und viele Menschen, die vom Tourismus leben, bangen um ihre Existenz. Eine Sorge, die ihnen viele Urlaubsreife gerne nehmen würden. Wie sieht's aus mit einem Urlaub an der Nord- und Ostsee mit ihren phantastischen Inselwelten?

Urlaub an der Küste? Bis 6. Mai geht gar nichts!

Vorerst geht erst einmal: nichts. Weder in Niedersachsen, noch Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit sind nicht einmal Tagestouristen willkommen. Beliebte Nord- und Ostsee-Inseln wie Sylt, Amrum, Rügen und Usedom sind für Gäste gesperrt. Fremde Autokennzeichen werden gezielt abgefangen und wieder nach Hause geschickt.

Noch mindestens bis zum 6. Mai ist ganz Deutschland touristisches Sperrgebiet, die Vermietung von Zimmern und Unterkünften zu touristischen Zwecken wird bundesweit mit Bußgeldern geahndet. Am 30. April wollen Bund und Länder erneut verhandeln. Wie dann oder später entschieden wird, hängt von zwei Faktoren ab: der Reisewarnung der Bundesregierung und den unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Schleswig-Holstein mit konkreten Plänen

Konkrete Pläne hat Schleswig Holstein in der Schublade. Hier möchte man langsam zum Tourismus zurückkehren. Angedacht ist ein Vier-Stufen-Modell. Bereits ab 4. Mai soll es den Menschen mit Zweitwohnsitz gestattet werden, in ihre Feriendomizile zurückzukehren. Anschließend sollen private Vermieter Gäste empfangen dürfen, dann die Hotels - allerdings in einer abgespeckten Variante - und ganz zum Schluss möchte man auch die Tagestouristen wieder begrüßen.

Der Leuchtturm Strukkamphuk auf der Insel Fehmarn
Ob man den in diesem Jahr zu sehen bekommt? Der Leuchtturm Strukkamphuk auf der Insel Fehmarn Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Mecklenburg-Vorpommern: Erstmal im eigenen Land reisen

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wünscht sich die Touristik-Branche ein Stufen-Modell für die Wiederaufnahme des Reiseverkehrs. Im ersten Schritt sollen ab Anfang oder Mitte Mai zunächste Reisen und Tagesausflüge für die 1,6 Millionen Einwohner des Bundeslandes möglich sein. Danach könnte entweder die Öffnung für weitere Regionen, etwa benachbarte Bundesländer, oder direkt die Öffnung für ganz Deutschland erfolgen - selbstverständlich jeweils unter Einhaltung der Hygiene-Auflagen.

Von Null auf Hundert wird es auch hier keine Rückkehr zum Tourismus geben. Die Landesregierung plant, Hotels zunächst Belegungsquoten vorzuschreiben und diese langsam zu steigern: von 50 Prozent Mitte Mai über 75 Prozent im Juni zu 100 Prozent ab Juli.

Ein erster Schritt: Ab dem 1. Mai dürfen die Besitzer von Ferienwohnungen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Zudem ist es heimischen Dauercampern erlaubt, auf die Campingplätze zurückzukehren.

Niedersachsen: Abwarten und ostfriesischen Tee trinken

Niedersachsen hält sich mit konkreten Vorschlägen bislang zurück. Die Verluste der Tourismus-Wirtschaft sind schon jetzt immens - und diesbezüglich zahlreiche Rettungspakete in der Diskussion. Wie es für potentielle Urlauber nach dem 6. Mai weitergeht, steht bislang in den Sternen.

Sonnenuntergang in den Dünen am Nordstrand von Norderney
Sonnenuntergang in den Dünen am Nordstrand von Norderney Bildrechte: imago/Priller&Maug

Kann ich meine Urlaubsunterkunft kostenfrei stornieren?

Gäste mit Buchungen im Reisezeitraum bis 6. Mai 2020 können ihre Reise kostenlos stornieren. Gastgeber sind jedoch nicht schadenersatzpflichtig, etwa in Sachen Anreisekosten, da sie kein Verschulden am Urlaubsausfall trifft.

Wie sich die Situation danach entwickelt, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Wer trotzdem stornieren möchte, für den gelten die "normalen" Stornobedingungen, d.h. es muss mit entsprechenden Gebühren und dem Einbehalt eines Teils der Kosten gerechnet werden. Anders stellt sich der Sachverhalt dar, wenn das Verbot der touristischen Übernachtungen ausgeweitet bzw. verlängert wird und damit in den gebuchten Reisezeitraum fällt. Deshalb: Abwarten - und zur Einstimmung einen ostfriesischen Tee trinken!

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. April 2020 | 17:15 Uhr

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