Ungelöster Mordfall 21 Jahre nach ihrem Verschwinden: Peggy in Oberfranken beigesetzt

Vor 21 Jahren verschwand die damals neunjährige Peggy K. aus Lichtenberg. Ihre sterblichen Überreste wurden 2016 in Thüringen gefunden. Nun wurde das Mädchen in Oberfranken beigesetzt.

Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben
Ein Gedenkstein für die ermordete Peggy. Bildrechte: dpa

Knapp 21 Jahre nach ihrem Verschwinden sind die sterblichen Überreste der getöteten Peggy aus Lichtenberg in Oberfranken beigesetzt worden. Die Bestattung fand bereits am 6. April im engsten Familienkreis an einem geheimen Ort statt. Das teilte die Anwältin Ramona Hoyer im Auftrag der Familie am Montag mit. Am 6. April wäre Peggy 30 Jahre alt geworden.

Mutter kann Abschied nehmen

Die Mutter kann nun endlich Abschied nehmen. "Wir wünschen uns, dass Ruhe einkehrt und uns der Raum zum Trauern gegeben wird" heißt es in der Erklärung von Peggys Mutter und der Familie.

Die Familie sprach den Mitarbeitern der SOKO III für die vertrauensvolle Zusammenarbeit ihren Dank aus. Und "dass sie ihr Versprechen eingelöst und Peggy nach Hause gebracht haben".

Auf dem Heimweg von der Schule spurlos verschwunden

Der Fall Peggy zählt zu den spektakulärsten Kriminalfällen Deutschlands. Das neun Jahre alte Mädchen war im Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenberg auf dem Heimweg von der Schule spurlos verschwunden. Gut 15 Jahre später - Anfang Juli 2016 - fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn in Thüringen - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken entfernt.

Polizisten stehen neben Einsatzwagen im Wald.
Bei Roderachbrunn wurden Peggys sterbliche Überreste gefunden. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

 Täter bis heute nicht ermittelt

Ein Täter ist bis heute nicht überführt. 2004 wurde ein geistig behinderter Mann aus Lichtenberg wegen Mordes verurteilt, in einem Wiederaufnahmeverfahren kam er aber zehn Jahre später wieder frei. Ein Bekannter des Mannes gestand 2018, die Leiche des Kindes in das Waldstück in Thüringen gebracht zu haben - auch ihm konnte kein Tötungsdelikt nachgewiesen werden.

Am 22. Oktober 2020 schloss die Staatsanwaltschaft Bayreuth die Akten. Deswegen wurden Peggys sterbliche Überreste erst jetzt zur Bestattung freigegeben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. April 2022 | 17:15 Uhr

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