Auf Instagram, Facebook, Youtube & Co. aktiv Petfluencer: So macht man mit dem Vierbeiner richtig Kasse

Sie sind die Hollywood-Stars der Haustierwelt: In den USA haben sogenannte "Petfluencer" Millionen Fans! Nicole Lenhard und ihr Wolfshund Milo machen es ihnen nach.

Nicole Lenhardt macht mit ihrem Wolfshund Milo in einem Weinberg ein Selfie.
Bildrechte: dpa

Frauchen Nicole hält die Schüssel mit der Werbebotschaft in die Kamera und strahlt ihre mehr als 55.000 Instagram-Follower an. Milo, ihr pelziger Wolfshund, kuschelt brav an ihrer Schulter. Mit Hilfe ihres treuen Vierbeiners, mit täglichen Fotos, Filmchen und natürlich mit Werbepartnern ist die 27-jährige Stuttgarterin über Internet-Plattformen so erfolgreich geworden, dass sie vor kurzem ihren Job aufgegeben und sich selbstständig gemacht hat.

Petfluencer bedeutet einfach, dass man ein Tier ist und im Internet irgendwie bekannt und aktiv ist - sei es bei Instagram, Facebook, Youtube.

Nicole Lenhardt | Betreiberin des Instagram-Channels "verwolft"

Klicks und Umsatz beim Gassigehen

Regelmäßig stellt sie Fotos ihres Hundes ins Netz. Als Managerin von Milo hält Nicole Lenhardt sogar Vorträge. Einen hohen vierstelligen Betrag habe sie vergangenen Monat verdient, sagt sie. "Man kann hauptsächlich durch zwei Arten Geld verdienen", erklärt Lenhardt. "Zum einen, wenn man Werbung auf dem eigenen Account macht. Das kann man sich wie eine Anzeige in der Zeitung vorstellen. Oder wenn wir Bilder für andere produzieren, also für Firmen, und dann die Bildrechte verkaufen."

Stichwort: Petfluencer Als Petfluencer (Pet: englisch für Haustier) unterhalten Katzen und Hunde wie Milo, aber auch Pferde, Hasen und sogar Igel und Insekten Millionen sogenannter Follower weltweit.

Eine ganze Branche hat sich etabliert

Die Tiere sind die Stars im Netz. Aber es ist vor allem der Mensch, der von dem Trend profitiert. Der Erfolg bei den Followern macht sie als Werbeträger so begehrt, dass sich eine ganze Branche aus Agenturen und Beratern etabliert hat. Einer der deutschen Topstars war der Weißbauchigel Mr. Pokee aus Wiesbaden, den seine Besitzerin Talitha Girnus nach seinem Tod durch den Igel Herbee ersetzte. Herbee tritt nun immer an der Seite der Bengalkatze Audrey auf.

Zwergspitz Jiffpom stellt alles in den Schatten

Vor allem die Tiere auf dem US-amerikanischen Markt sind die Superstars der Szene. Zwergspitz Jiffpom stellt mit seinen knapp zehn Millionen Followern alles in den Schatten. Er hat, wie einige andere, bereits eine eigene Merchandising-Kollektion. Der Einsatz zahlt sich aus: Nach Schätzungen kann sein Frauchen mit jedem Instagram-Post umgerechnet zwischen 41.000 und 135.000 Euro umsetzen. 

Auch Haustiere der Stars mit eigenen Instagram-Kanälen

Katy Perrys Hündin Miss Nugget Perry, Justin Biebers Katzen Sushi und Tuna und Ed Sheerans Katzen Calippo und Dorito: Auch bei einigen Stars geht die Tierliebe so weit, dass ihre Haustiere eigene Instagram-Kanäle haben. Die Fans folgen zu Hunderttausenden!

Tierschützer warnen

Doch finden die Tiere das Fotografieren wirklich so prima? Nicht immer sind die Bilder so artgerecht wie bei Lenhardt und ihrem Wolfshund, mahnen Tierschützer. "Es ist eine Grenze erreicht, wenn man Tiere vermenschlicht, wenn man sie verkleidet und das auch zur Belustigung macht", sagt Tierärztin Moira Gerlach vom Tierschutzbund.

Mehr dazu

Kamera
... werden 7 Stunden neues Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Das entspricht 420 Stunden in einer Minute. Auf YouTube wird pro Tag mehr Videomaterial als auf Netflix und Facebook zusammen angeschaut. Deutsche schauen durchschnittlich 11 Minuten pro Tag. Bildrechte: Colourbox.de
Selena Gomez
Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2019, 19:45 Uhr

Das könnte sie auch interessieren