Ein Sprengstoffroboter steht vor einer Polizei-Absperrung, dahinter Schaulustige und ein Kameramann.
Um das gefährliche Päckchen unschädlich zu machen, kam auch ein Sprengstoffroboter der Polizei zum Einsatz. Bildrechte: dpa

Sendung an Berliner Bankfiliale landet bei Soko "Quer" Gefährliche Post vermutlich vom DHL-Erpresser

BRISANT | 13.01.2018 | 17:10 Uhr

In Berlin ermittelt die Polizei nach dem Fund einer gefährlichen Postsendung. Wie die Behörden am Freitagabend mitteilten, steht der Fall im Zusammenhang mit der Erpressung des Paketdienstleisters DHL. Die verdächtige Sendung sei mit einer Zündvorrichtung und Schwarzpulver, das vermutlich aus Feuerwerksköpern stammt, präpariert gewesen. Eine Explosion hätte Menschen verletzen können.

Ein Sprengstoffroboter steht vor einer Polizei-Absperrung, dahinter Schaulustige und ein Kameramann.
Um das gefährliche Päckchen unschädlich zu machen, kam auch ein Sprengstoffroboter der Polizei zum Einsatz. Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit der Erpressung des Paketdienstleisters DHL ist offenbar eine weitere gefährliche Sendung aufgetaucht. Ein Briefträger - und nicht DHL - gab die Postsendung am Freitag in einer Commerzbank-Filiale in Berlin-Steglitz ab. Als ein Angestellter beim Öffnen Drähte sah, alarmierte er die Polizei. Herbeigerufene Kriminaltechniker machten die Zündvorrichtung unschädlich. Ein Sprengstoff-Roboter war im Einsatz. Der Inhalt des Umschlags hätte der Polizei zufolge Menschen verletzen können.

Sendung offenbar baugleich mit Potsdamer Paketbombe

Die Berliner und die Brandenburger Polizei informierten am Freitagabend über einen Zusammenhang zu früheren Paketbomben. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums. Einzelheiten wurden nicht genannt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ähnelt dei jetzt gefundene Sendung den Paketbomben des DHL-Erpressers. Es gebe bauartbedingte Ähnlichkeiten zu den Bomben, die in den vergangenen Monaten in Potsdam und Frankfurt/Oder gefunden wurden, hieß es.

Erpresserbrief hinter QR-Code versteckt

Im Fall von Potsdam sollte der Paketdienstleister DHL um einen Millionenbetrag erpresst werden. Die Forderung verbarg sich hinter einem QR-Code, der sich neben einem sogenannten "Polenböller", Batterien und einer Metalldose voller Nägel in dem Paket befand. Dieses war Anfang Dezember in einer Apotheke unweit des Potsdamer Weihnachtsmarkts abgegeben worden. Einen Monat zuvor war zudem eine Paketbombe an ein Geschäft in Frankfurt/Oder geschickt worden.

Soko "Quer" des LKA Brandenburg federführend

Die Brandenburger Polizei ist auch im Berliner Fall federführend. Die Sonderkommission "Quer" beim LKA fahndet mit 50 Ermittlern nach dem oder den Tätern hinter der DHL-Erpressung. Nach früheren Angaben waren mehr als 220 Hinweise eingegangen. Laut Polizeisprecher Torsten Herbst wurden seit dem Fund der Paketbombe in Potsdam am 1. Dezember bis zum Jahresende 40 verdächtige Pakete gemeldet, unter anderem sorgte ein Vibrator in einem Briefkasten für einen Fehlalarm. Alle hätten sich als harmlos herausgestellt - bis Freitag dann der gefährliche Umschlag in Berlin auftauchte.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Januar 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2018, 04:45 Uhr

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