Todesschuss beim Filmdreh Familie von getöteter Kamerafrau verklagt Alec Baldwin

Die Familie der erschossenen Kamerafrau Halyna Hutchins hat Klage gegen Hollywood-Star Alec Baldwin eingereicht. Ihm und anderen Film-Mitwirkenden wird grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen.

Alec Baldwin
Hollywood-Star Alec Baldwin muss sich vermutlich vor Gericht verantworten. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Knapp vier Monate ist der tragische Tod von Kamerafrau Halyna Hutchins her. Deren Familie wirft Alec Baldwin und anderen Film-Mitwirkenden in einer Klage grob fahrlässiges Verhalten vor. Baldwin, der als Produzent für die Sicherheit am Set verantwortlich war, hatte in einer Stellprobe die 42-Jährige versehentlich erschossen.

Bei dem Dreh Low-Budget-Western "Rust" auf einer Filmranch in Santa Fe seien zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen verletzt worden, sagte Anwalt Brian Panish auf einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Panish zufolge verlangen die Angehörigen nach dem "tragischen Verlust" der Kamerafrau eine Entschädigung in nicht genannter Höhe. Ein Verfahren mit einer Jury solle darüber entscheiden. Hutchins hinterlässt einen Ehemann und einen neunjährigen Sohn.

Halyna Hutchins
Halyna Hutchins wurde versehentlich von Alec Baldwin erschossen. Bildrechte: Getty Images

Kamerafrau mit Requisitenwaffe erschossen

Während der Dreharbeiten im Oktober 2021 waren Hutchins tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen worden. Hauptdarsteller Baldwin hatte eine Requisitenwaffe bei der Probe für eine Szene bedient, beteuerte aber, nicht gewusst zu haben, dass sie mit scharfer Munition geladen war.

Laut damaligem Polizeibericht soll der Regieassistent den Filmrevolver übergeben haben. Er war eine von drei Requisitenwaffen, die von einer Waffenmeisterin bereitgelegt worden waren. Weder der Regieassistent noch Baldwin wussten, dass der Revolver scharf geladen war. Warum keine Platzpatronen im Revolver waren, ist aber weiterhin unklar.

Beschwerden über mangelnde Sicherheit am Set

Laut Medienberichten sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert haben. Wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall sollen einige von ihnen aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen haben. Die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden, hieß es.

Quelle: dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. Februar 2022 | 17:15 Uhr

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