Corona-Studie Anmeldefrist für Corona-Testkonzert mit Tim Bendzko verlängert

Noch sind Großveranstaltungen in Deutschland wegen Corona tabu. Doch wie gefährlich wäre eigentlich ein Konzert mit Tausenden Besuchern? Dazu ist ein Experiment geplant - mit Sänger Tim Bendzko. Publikum für das Testkonzert wird weiter gesucht.

Tim Bendzko, 2018
Bildrechte: imago images / Markus van Offern

Rund eineinhalb Wochen vor einem geplanten Konzert des Popsängers Tim Bendzko zur Erforschung des Corona-Risikos bei Großveranstaltungen suchen die Organisatoren weiterhin nach Teilnehmern. Wie die Uniklinik Halle mitteilte, wurde die Anmeldefrist für das Forschungsprojekt "Restart-19" in der Leipziger Arena deshalb bis zum 16. August verlängert. Es solle trotz der aktuellen Urlaubszeit möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich zu beteiligen, sagt eine Sprecherin.

Knapp 2.000 Probanden registriert

Derzeit sind nur rund die Hälfte der 4.200 Plätze für die ganztägige Studie am 22. August vergeben. Die Forscher wollen möglichst nah an die Viertausender-Marke kommen. "Damit hätte das Experiment eine Teilnehmergröße, wie sie auch bei großen Konzerten üblich ist", sagt Studienleiter Stefan Moritz. Rein rechnerisch sei das Experiment auch mit weniger Beteiligten möglich. "Es findet also in jedem Fall statt."

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Zuschauer und Fans warten vor der Arena Leipzig (Sachsen)
Die Experimente finden in der Arena Leipzig am 22. August statt. (Archiv) Bildrechte: dpa

Ziel: Corona-Risiko berechnen

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt. "Die größte Herausforderung - glaube ich - wird die Datenauswertung", sagte Projektleiter Stefan Moritz. "Denn wir werden über einen ganzen Tag hinweg alle fünf Sekunden die Kontakte zu allen anderen Probanden im Umkreis von 30 Metern messen." Laut den Projektbeteiligten ist es die erste Studie dieser Art in Deutschland.

Probanden müssen gesund sein

Für die Studie müssen alle Teilnehmer negativ auf Corona getestet sein. Alle Beteiligten bekämen nach ihrer Anmeldung einen Test zugeschickt und sollten ihn möglichst bei einer Sammelstelle abgeben, sagt eine Sprecherin der Uniklinik Halle. Das Testergebnis werde per Mail verschickt und müsse am 22. August mitgebracht werden. Die Forscher stellen FFP2-Masken, die während des gesamten Experiments getragen werden müssen.

Ein Apotheker hält eine FFP2 Atemschutzmaske.
Die Probanden müssen FFP2-Masken während der Experimente tragen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Mehrere Konzertsituationen geplant

Konkret ist dann geplant, in mehreren Szenarien zu messen, wie lange und wie oft Besucher von Großveranstaltungen Kontakt haben, hieß es. Dabei würden sowohl eine übliche Konzertsituation aus der Vor-Corona-Zeit simuliert wie auch verschieden strenge Schutzkonzepte. Die Auswertung soll vier bis sechs Wochen später vorliegen.

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. August 2020 | 17:15 Uhr

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