Das Duo Sisters
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Auftakt zum Eurovision Song Contest in Israel ESC-Titelrennen - Niederländer favorisiert, deutsches Duo nicht unter Top-Ten gehandelt

BRISANT | 14.05.2019 | 17:15 Uhr

Der Eurovision Song Contest beginnt Dienstagabend mit dem ersten Halbfinale in Tel Aviv. Der Niederländer Duncan Laurence geht als Favorit ins Rennen, das deutsche Duo S!sters wird nicht als Top-Ten-Kandidat gehandelt.

Das Duo Sisters
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Der Countdown für den diesjährigen ESC läuft. Dienstagabend findet das erste Halbfinale statt, am Donnerstag das zweite. Die Proben laufen auf Hochtouren und nach der jüngsten Gewalteskalation im Gazastreifen und in Israel gewinnt die Vorfreude wieder die Oberhand. Tel Aviv erwartet fröhliche Festtage. Dass Deutschland mit seinem Duo S!sters da eine große Rolle spielen kann, ist allerdings zweifelhaft.

Susanne Klehn für BRISANT vor Ort

BRISANT-Promi-Expertin Susanne Klehn ist schon in Tel Aviv und trifft Dienstag Dana International in ihrer Umkleidekabine. Die transsexuelle Sängerin gewann den ESC im Jahr 1998. Außerdem wird Susanne am 1. Halbfinalabend mit Peter Urban in der Kommentatoren-Kabine sein. Diesen Einblick gab es so noch nie. Für BRISANT lässt er sich exklusiv bei der Arbeit über die Schulter blicken.

Susanne Klehn
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Tel Aviv bebt schon jetzt, obwohl Dienstagabend erst das 1. Halbfinale startet. Ausgerechnet die beiden momentanen Favoriten Niederlande und Schweden treten erst Donnerstag an. Man weiß also noch gar nicht, ob sie am Samstag im großen Finale überhaupt dabei sind. Favorit Frankreich ist gesetzt. Der junge Sänger Bilal Hassani (Frankreich) wird hier schon als neue Conchita Wurst gefeiert. Mit seinen steigenden Chancen werden auch seine Outfits mit jedem Tag pompöser.

Susanne Klehn BRISANT-Promi-Expertin - in Tel Aviv

Favoritenländer: Niederlande, Schweden & Frankreich

Duncan Laurence aus den Niederlanden
Duncan Laurence aus den Niederlanden. Bildrechte: dpa

Vor den Halbfinals haben die Wettbüros ihre Favoriten für die Nachfolge der israelischen Vorjahressiegerin Netta ausgemacht: Der Niederländer Duncan Laurence steht bei den Wetten ganz weit vorn. Die Buchmacher sehen seine Gewinnchance derzeit bei 22 Prozent. Allerdings bröckeln seine Werte seit Beginn der Proben etwas. Im Feld dahinter ist gleichzeitig viel Bewegung. So schoss mit der heißen Phase der Proben die große ESC-Nation Schweden mal wieder in den engsten Favoritenkreis. John Lundvik steht mit seinem Pophit "Too late for Love" mittlerweile auf Platz zwei in den Wettbüros, mit einer 15-Prozent-Siegchance. Auch Frankreichs Bilal Hassani ist als jetzt Dritter im Aufwind, während die vorher höher gehandelten Starter aus Russland, Aserbaidschan und Italien abrutschten.

Spannendes Finale erwartet

Michael Schulte erklärt ESC-Vorentscheid
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Es könnte also im Finale am Samstag womöglich so spannend wie seit langem nicht mehr werden, so viel Bewegung ist im Feld. Ausgenommen davon ist allerdings bisher Deutschland, das im vergangenen Jahr mit Michael Schulte einen hervorragenden vierten Platz holte. Das deutsche Duo S!sters mit seinem Lied "Sister" ist weder in den Wettbüros noch bei den im Internet ebenfalls verbreiteten Abstimmungen der Fans als Favorit im Gespräch. Das muss nicht zwingend etwas bedeuten, weil gerade die Buchmacher sich vor allem auf die Siegfavoriten konzentrieren.

Chancen auf deutschen Sieg gering

Allerdings scheinen die beiden deutschen Sängerinnen Carlotta Truman und Laurita Spinelli vollkommen unter dem Radar der beim ESC so wichtigen öffentlichen Aufmerksamkeit zu fliegen. Die S!sters verharren bei den Buchmachern auf einem abgeschlagenen 27. Platz der vor den Halbfinals derzeit noch 41 Teilnehmer. Die Verantwortlichen hoffen weiter auf eine Platzierung unter den ersten zehn.

Gewinneract - S!STERS, Carlotta Truman und Laurita stehen auf der Bühne und jubeln.
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Große bunte ESC-Show erwartet

Die Proben für die Halbfinals haben gezeigt, dass sich die ESC-Fans wieder auf den bunten Mix aus knalligen Bühnenshows und theatralischen Gesangseinlagen freuen dürfen.

ESC-Moderatorin & Model Bar Refaeli - Supermodel mit Steuerschulden

Supermodel und ESC-Moderatorin Bar Refaeli steht gerade im Rampenlicht - mit einer unrühmlichen Geschichte. Sie hat Millionen-Steuerschulden. Die Ex von Leonardo DiCaprio ist heute mit einem Geschäftsmann verheiratet.

Bar Refaeli und Leonardo DiCaprio
Im Jahr 2010 war Bar Refaeli gemeinsam mit Schauspieler Leonardo DiCaprio zu Gast bei der "Cinema for Peace"-Gala während der 60. Berlinale. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli und Leonardo DiCaprio
Im Jahr 2010 war Bar Refaeli gemeinsam mit Schauspieler Leonardo DiCaprio zu Gast bei der "Cinema for Peace"-Gala während der 60. Berlinale. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli und  Leonardo DiCaprio
Im April 2010 besuchen DiCaprio und Refaeli ein Basketball-Spiel zwischen Oklahoma City Thunder und den L.A. Lakers im Staples Center in Los Angeles. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli
Zieht viele Blicke auf sich - Bar Refaeli ist Supermodel und Influencerin mit mehr als zweieinhalb Millionen Instagram-Followern. Hier zu sehen bei einer Neujahrsparty während des Jahreswechsels 2016/17 in Madrid. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli
Im Oktober 2018 reist sie in den Florida Park in Madrid zu den Cosmopolitan Awards. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli
Bei der amfAR-Gala in New York verzückt Bar Refaeli im Jahr 2019 die Fotografen. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli
Sie zeigt sich mit einem Hauch von Nichts. Bildrechte: Getty Images
Bar Refaeli
Auch auf der Pariser Modewoche ist Refaeli ein viel gesehener Gast - hier bei einer Modenschau von Roger Vivier. Bildrechte: Getty Images
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Eurovision Song Contest Den Eurovision Song Contest gibt es schon seit 1956. Damit ist es der älteste internationale TV-Musikwettbewerb. Dutzende von Künstlern aus ganz Europa und darüber hinaus singen dabei um die Wette. Den Sieger küren die Zuschauer und die Jurys.

Fragen und Antworten rund um den ESC

41 Künstler aus Europa und anderen Teile der Welt treten beim Eurovision Song Contest an. Wer darf teilnehmen und wie wird beim ESC der Sieger oder die Siegerin bestimmt? Nach welchen Regeln läuft dies genau ab? Damit Sie am Abend des Finales am 18. Mai mitreden können, haben wir die wichtigsten Fragen rund um den Musikwettbewerb beantwortet.

Worum geht es eigentlich beim Eurovision Song Contest?

Es soll die beste Komposition gefunden werden, es geht also prinzipiell um die Qualität eines Songs, nicht um den Auftritt selbst. So bekommt der Komponist den Preis, nicht der Interpret - auch wenn der natürlich im Rampenlicht steht. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Europäischen Rundfunkunion (englisch: EBU), einem Zusammenschluss meist öffentlich-rechtlicher Sender aus Europa. Man wollte eine europaweite Show kreieren, die gute Einschaltquoten bringt. Damals nahmen nur sieben Länder teil. Beim 64. ESC in Tel Aviv in diesem Jahr sind es 41 Länder.

Früher sagte man häufig "Schlager-Grand-Prix" - heute auch?

Nein, die Schlager der Anfangsjahre wurden im Lauf der Zeit immer stärker durch Popsongs ersetzt. Heute hören Sie beim ESC vor allem internationalen Mainstream-Pop, doch es gibt auch immer wieder Ausnahmen - von Heavy Metal über folkloristische Polka bis zu Rap.

Dürfen nur europäische Länder teilnehmen?

Nein, es dürfen alle Mitglieder der EBU mitmachen. Dabei können sich auch Rundfunkanstalten beteiligen, die außerhalb Europas liegen. So ist auch Israel regelmäßig mit von der Partie und hat schon viermal gewonnen. In diesem Jahr ist es zum dritten Mal Gastgeber. Marokko nahm nur 1980 teil.

Und warum ist Australien dabei?

"Down Under" wurde 2015 anlässlich des 60. ESC-Jubiläums eingeladen, weil es in Australien eine recht große Fangemeinde gibt. Seitdem ist das Land fest dabei.

Warum gibt es zwei Halbfinals und ein Finale?

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der europäischen Staaten und damit EBU-Mitglieder sprunghaft angestiegen - und damit auch die der ESC-Teilnehmer. Aber eine einzelne Show mit 41 Teilnehmern wäre viel zu lang und unübersichtlich. Also gibt es zwei Qualifikationsrunden. Aber nicht jeder muss sich qualifizieren.

Deutschland ist immer im Finale - Warum eigentlich?

1996 schaffte Deutschland zum ersten und einzigen Mal nicht den Sprung zum ESC-Finale. Die Bundesrepublik ist aber der größte Geldgeber der EBU und ein sehr großer Fernsehmarkt, also wurde die "Big Four"-Regelung (heute: "Big Five") beschlossen: Die fünf finanzstarken Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sind automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso der Gastgeber. Alle anderen müssen in die Halbfinals.

Kann ich aus Deutschland denn bei den Halbfinals mit abstimmen?

Deutsche Fans können dieses Jahr nur beim zweiten Halbfinale am 16. Mai abstimmen, zusammen mit den Fans in Großbritannien, Italien und den 18 Halbfinalteilnehmern, von denen die besten zehn ins Finale kommen. Im ersten Halbfinale am 14. Mai sind Spanien, Frankreich und Israel sowie die 17 Halbfinalteilnehmer stimmberechtigt, von denen ebenfalls die Top 10 das Finale erreichen.

Wie läuft die Abstimmung im Finale?

Alle Teilnehmer-Länder dürfen im Finale ihre Punkte vergeben, auch diejenigen, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind. Seit 2016 ist das Prozedere aber etwas komplizierter: Nach dem Auftritt der 26 Kandidaten können die Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor haben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten ihre Stimme abgegeben. Verkündet werden dann zunächst die Jury-Wertungen - dabei bekommt jedes Land Punkte, das in der Jurywertung in den Top 10 landet. Das beste Land bekommt zwölf, das zweitbeste zehn, das drittbeste acht Punkte, dann geht es einzelpunkteweise runter bis eins. Nach den Jurys werden dann die Publikumspunkte vergeben. Gewinner ist das Land mit den meisten Punkten. Israel hat beim ESC schon viermal gewonnen,

Vier Mal hat Israel den ESC gewonnen, aber erst zum dritten Mal Gastgeber - warum?

1979 siegte Israel zum zweiten Mal in Folge beim Eurovision Song Contest, Gali Atari und Milk & Honey kamen in Jerusalem mit "Hallelujah" auf Platz eins. Im Vorjahr stand der Israeli Izhar Cohen mit "A-Ba-Ni-Bi" auf dem Siegerpodest. 1980 hätte Israel nach den Regeln wieder ESC-Gastgeber sein müssen. Das Land sagte jedoch ab, weil der Sender IBA sich nicht in der Lage sah, den teuren Wettbewerb zweimal in Folge zu veranstalten. Deshalb fand der ESC 1980 in Den Haag statt.

Quellen: dpa/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2019, 18:43 Uhr

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