Kritik an Trump, aber auch viel Privates Biografie veröffentlicht: Michelle Obama rechnet ab

BRISANT | 13.11.2018 | 17:15 Uhr

Verrückt, gemein, rücksichtslos, ein Stalker: An US-Präsident Trump lässt die frühere First Lady kein gutes Haar. In ihrer Biografie gibt Michelle Obama aber auch viel Privates preis.

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, spricht an ihrer ehemaligen Schule, der Whitney M. Young Magnet High School
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426 Seiten die es in sich haben: In ihren Memoiren rechnet Michelle Obama, die ehemalige First Lady, mit dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, dem Nachfolger ihres Ehemannes Barack Obama, ab. Sie werde Trump niemals verzeihen, weil er öffentlich in Frage gestellt habe, dass ihr Ehemann überhaupt amerikanischer Staatsbürger sei, sagte Obama in einem Interview mit dem Sender ABC, das vor dem Erscheinen von Obamas Memoiren ausgestrahlt wurde. Die Vorwürfe seien verrückt und gemein gewesen. Fanatismus und Fremdenfeindlichkeit seien schwer zu übersehen.

Was, wenn jemand mit einer labilen Psyche sein Gewehr lädt und nach Washington fährt. Was, wenn jemand nach unseren Mädchen Ausschau hält. Donald Trump hat mit seinen rücksichtslosen Unterstellungen meine ganze Familie einem Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Das werde ich ihm nie verzeihen.

Michelle Obama

Fehlgeburt öffentlich gemacht

In drei großen Kapiteln schreibt Obama über ihr Leben in Chicago, wie sie mit Ehemann Barack eine Familie gründete und wie sie ihr Leben als öffentliche Person erlebte. Obama spricht erstmals über ihre Fehlgeburt. Ihre beiden Töchter seien Ergebnis einer In-vitro-Fertilisation. Dabei werden in einem Labor Samen und Eizelle vereint.

Ich habe mich als Versagerin gefühlt, weil ich nicht wusste, wie verbreitet Fehlgeburten sind, und weil wir nicht darüber sprechen.

Michelle Obama

Mit Hilfe einer Eheberatung Differenzen überbrückt

Obama schreibt auch, dass ihre Ehe mit dem Politiker Barack nicht immer einfach gewesen sei: "Eheberatung war ein Weg für uns zu lernen, wie wir über unsere Differenzen reden können." Sie wolle auch andere Paare, die mit ihrer Ehe zu kämpfen hätten, dazu ermutigen. 

Barack und Michelle Obama bei Twitter

Potus und Flotus: Barack und Michelle Obama haben soziale Medien während seiner Präsidentschaft intensiv genutzt. Eine Auswahl ihrer Tweets.

Barack Obama bei Twitter.
Barack Obama sendet Ostergrüße aus dem Weißen Haus. Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Barack Obama sendet Ostergrüße aus dem Weißen Haus. Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Nachruf: Barack Obama wünscht Boxlegende Muhammad Ali, dass er in Frieden ruhen möge. Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Obama hat dem Klimawandel den Kampf angesagt - und unterstreicht dies mit einem Tweet. Das Bild habe er von der NASA bekommen. Es sei eine "wundervolle Erinnerung daran, den einzigen Planeten zu schützen, den wir haben." Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Als die Krise in der Flüchtlingspolitik auch in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht, twittert Obama sinngemäß: "Flüchtlingen die Tür vor dem Kopf zuzustoßen wäre ein Betrug an unseren Werten. Das ist nicht, was wir sind. Und das ist nicht, was wir tun werden." Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Obama unterstützt Hillary Clinton im Wahlkampf. Er schreibt, er könne nicht stolzer auf sie sein. In einer Fernsehdebatte habe sie gezeigt, dass sie bereit sei, der nächste "@POTUS"(President of the United States) zu werden. Bildrechte: Twitter
Barack Obama bei Twitter.
Barack Obama verrät seinen Followern, welche Musik er gerade hört und fragt: "Was hören alle momentan so?" Bildrechte: Twitter
Michelle Obama bei Twitter.
Michelle und Barack Obama mit den US-Turnerinnen, die bei Olympia Gold gewannen. Bildrechte: Twitter
Michelle Obama bei Twitter.
Auch First Lady Michelle Obama ist als @FLOTUS auf Twitter aktiv. Mit diesem Foto unterstützt sie US-Soldaten. Bildrechte: Twitter
Michelle Obama bei Twitter.
Michelle Obama verfolgt ihre eigene politische Agenda, setzt sich unter anderem für bessere Bildungschancen oder die Rechte von jungen Frauen ein. Das spiegelt sich auch in ihrer Twitter-Timeline wider. Hier freut sie sich darüber, dass immer mehr junge US-Amerikaner einen Highschool-Abschluss machen: "Bleibt dran und zielt auf den Uni-Abschluss", fügt Obama sinngemäß hinzu. Bildrechte: Twitter
Michelle Obama bei Twitter.
Michelle Obama gratuliert ihrem Barack via Twitter zum Geburtstag. Mit seinem Lächeln verzaubere er sie auch im Alter von 55 Jahren noch. Die Initialen "mo" am Ende bedeuten übrigens, dass hier tatsächlich Michelle Obama persönlich getwittert hat und kein Mitarbeiter aus ihrem Team. Bildrechte: Twitter
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Als "unpatriotisch" und "wütende schwarze Frau" beschimpft

Einen Großteil der Biografie nimmt auch der Rückblick auf den Präsidentenwahlkampf von 2007 ein. Sie habe gewusst, dass es schwer werden würde. Aber sie sei nicht auf Kritiker vorbereitet gewesen, die sie als "unpatriotisch" und "wütende schwarze Frau" beschimpft hätten. Was sie am meisten getroffen habe, seien die fortwährenden falschen Anschuldigungen gewesen, ihr Mann sei insgeheim ein Muslim und im Ausland geboren worden.

Ich war eine Frau, schwarz und stark, was einige Leute nur mit wütend übersetzt haben.

Michelle Obama

Gebebt vor Zorn, als Trump mit sexueller Gewalt gegen Frauen prahlte

Mit dem amtierenden Präsidenten geht sie auch an anderer Stelle mehrfach hart ins Gericht. Ihr Körper habe gebebt vor Zorn, als sie die Tonaufnahmen gehört habe, auf denen sich Trump brüstete, wie er sich an Frauen vergangen habe. Sie erinnere sich auch noch daran, wie Trump während einer Wahlkampfdebatte seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton regelrecht gestalkt habe. Trump war Clinton seinerzeit über die Bühne gefolgt und hatte sich hinter sie gestellt. Trump habe versucht, Clintons Präsenz zu verkleinern, schreibt Obama. Seine Botschaft sei gewesen: "Ich kann dich verletzten und komme damit durch."

Michelle Obama will nicht US-Präsidentin werden

Obama verrät schließlich, was sie bei der Wahl von Trump am 8. November 2016 fühlte. Sie sei überrascht gewesen, dass so viele Frauen einem Frauenhasser den Vorzug gegenüber einer außergewöhnlich qualifizierten Kandidatin gegeben hätten. Sie habe versucht, die Wahl Trumps zu verdrängen und werde bei der Präsidentenwahl im November 2020 nicht für die Demokraten kandidieren.

Ich war niemals ein Fan von Politik. Und meine Erfahrungen in den vergangenen zehn Jahren haben wenig dazu beigetragen, das zu ändern. Die Gemeinheit stößt mich weiter ab.

Michelle Obama

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. November 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 16:08 Uhr

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