Boris Becker
Wimbledon-Legende, Werbe-Ikone und Erfolgstrainer, aber auch Besenkammer-Affäre, Streit um Unterhaltszahlungen und Fliegenklatschen-Spott: Boris Becker (49) hat seit seinem ersten Wimbledon-Sieg als 17-Jähriger immer wieder Schlagzeilen produziert - positive genauso wie negative. Bildrechte: dpa

Ex-Tennis-Star dementiert Boris Becker pleite?

BRISANT | 22.06.2017 | 18:10 Uhr

Die angebliche Pleite der Tennis-Legende Boris Becker ist wohl das Tuschelthema des Tages. Wie konnte es soweit kommen? Immerhin etwa 22 Millionen Euro soll er alleine an Preisgeldern gewonnen haben. Und nun alles weg?

Boris Becker
Wimbledon-Legende, Werbe-Ikone und Erfolgstrainer, aber auch Besenkammer-Affäre, Streit um Unterhaltszahlungen und Fliegenklatschen-Spott: Boris Becker (49) hat seit seinem ersten Wimbledon-Sieg als 17-Jähriger immer wieder Schlagzeilen produziert - positive genauso wie negative. Bildrechte: dpa

Tennis-Legende Boris Becker ist pleite! So zumindest sieht es ein Gericht in London und hat den dreimaligen Wimbledonsieger für zahlungsunfähig erklärt. Die zuständige Richterin Christine Derrett sagte nach einer kurzen Anhörung mit Beckers Anwälten, es gebe keine glaubhaften Beweise dafür, dass Becker "substanzielle Schulden" demnächst bezahlen werde. Den Antrag der Anwälte auf einen 28-tägigen Aufschub lehnte Derrett ab.

Becker dementiert

Stimmt nicht, sagt Boris Becker: "Meine Einkünfte sind hinreichend veröffentlicht und es war klar, dass ich die Mittel habe, diese Schulden zurückzuzahlen." Im Detail geht es um ein Darlehen, das Becker der Bank "Arbuthnot Latham" zurückzahlen soll, das angeblich seit Jahren aussteht. Wie die britische "Daily Mail" herausgefunden haben will, soll Becker dem Bankhaus etwa 3,5 Millionen Euro schulden. Becker hatte einen weiteren Aufschub beantragt, doch der wurde nun abgelehnt. Der Beklagte aber versichert, er hätte die Summe in Kürze zahlen können - angeblich mit Hilfe einer Hypothek, vermutlich auf seine Finca auf Mallorca.

Der Wert der in Rede stehenden Wertanlage übersteigt bei weitem das Darlehen bei der Bank, die Herrn Becker verklagt hat. [...] Medienmeldungen, wonach unser Mandant 'pleite' sei, entsprechen damit nicht der Wahrheit.

Christian Schertz, Rechtsanwalt von Boris Becker

Leben wie eine Achterbahnfahrt

Nicht zum ersten Mal gibt es Fragen zu den Finanzen im Hause Becker. Dabei verdiente er noch als Tennis-Profil ein Vermögen. Schätzungsweise 22 Millionen Euro Preisgeld. Dazu kamen Jobs als TV-Experte sowie lukrative Werbedeals. "Die große Herausforderung für einen Boris Becker als Werbeikone ist sein zum Teil ganz widersprüchliches Images", sagt Medienexperte Jo Groebel. Tatsächlich folgten seiner erfolgreichen Karriere Affären im Privatleben. Becker lieferte sich einen teils öffentlichen Scheidungsstreit mit seiner damaligen Frau Barbara und zeugte bei einer außerehelichen Episode ein Kind. Auch wenn sich diese gar nicht dort abspielte - "es passierte auf einer Treppe zwischen den Toiletten", verriet Becker später dem englischen Sender ITV - wurde die "Besenkammer"-Affäre zum geflügelten Wort der spottenden Deutschen.

Natürlich weiß ich: Nicht jeder meiner Auftritte, zum Beispiel im deutschen Fernsehen, war gut. Einige waren nicht so gut.

Boris Becker

Becker: "Niemand muss sich Sorgen machen"

Boris Becker
Bildrechte: IMAGO

Gerade hatte sich sein Image wieder gewaltig gewandelt. In der Achterbahnfahrt seines Lebens ging es für Becker wieder nach oben. Beim "Ball des Sports" wurde er im Februar als Mitglied der "Hall of Fame des deutschen Sports" gefeiert - umjubelt von mehr als 1.600 Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik. Als Trainer führte er Novak Djokovic an die Spitze der Weltrangliste und strafte alle Skeptiker Lügen. Als Fernseh-Experte überzeugte er mit klugen Analysen und Fachwissen auch noch die kritischsten Geister. Nun kratzt der Rechtsstreit um Schulden erneut an seinem Image. Doch Boris Becker gibt sich kämpferisch.

Ich investiere in verschiedene internationale Firmen. Mir geht's gut. Ich habe mehrere Hundert Angestellte auf der ganzen Welt in verschiedenen Bereichen. Niemand muss sich Sorgen machen.

Boris Becker

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2017, 16:51 Uhr