Zum 60. Geburtstag Campino: Seit 40 Jahren mit den Toten Hosen auf der Bühne

Gerade erst feierten Die Toten Hosen ihr 40. Bühnenjubiläum im Olympiastadion, doch der nächste Grund zum Feiern steht schon bevor: Frontmann Campino wird 60 Jahre alt. Grund genug, um einen Blick auf die unvergleichliche Karriere der Punkrocker zu werfen.

Campino auf der Bühne
Zu Campinos 60. Geburtstag schauen wir zurück auf seine Karriere als Frontmann der Toten Hosen. Bildrechte: dpa

Campino, der Sänger der Toten Hosen, feiert am 22. Juni seinen 60. Geburtstag – vier Jahrzehnte davon steht er bereits als Sänger der Toten Hosen auf der Bühne. 1982 gründete Andreas Frege mit seinen Bandkollegen Deutschlands erfolgreichste Punkband. "Andreas wer?" –  werden sich jetzt sicher einige fragen. Andreas Frege ist der bürgerliche Name von Campino. Unter Künstlerinnen und Künstlern ist es ja keine Seltenheit, sich einen neuen Namen zu geben, der besser zum Bühnen-Image passt. Und mal ehrlich: Wer könnte sich den extrovertierten Campino heute noch als bürgerlichen Andreas Frege vorstellen? Doch wie kam es eigentlich zum Alter-Ego Campino? 

Warum heißt Campino Campino?

Tatsächlich hat der Rocker seinen Spitznamen bereits zu Teenagerzeiten verpasst bekommen. Als Schüler beteiligte sich Andreas im Klassenzimmer einst an einer kleinen Süßigkeiten-Schlacht, bei der wild mit Campino-Lutschbonbons um sich geschmissen wurde. Der Name blieb in abgewandelter Form hängen. 

Das ist auch gut so, denn der Name "Andreas" ist bei den Toten Hosen keine Seltenheit. So spielt Andreas von Holst E-Gitarre. Am E-Bass sitzt "Andi" Andreas Meurer.

1982: Die Geburtsstunde der Toten Hosen 

Campino stammt – entgegen seines wilden und unbändigen Images – aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater ist Richter, seine englische Mutter hat einst an der Universität in Oxford studiert und erzog ihre Kinder zweisprachig. 

Doch bereits in der Schule zeigte sich Campinos rebellisches Wesen. Er musste zwei Ehrenrunden drehen und lernte dadurch seinen späteren Bandkollegen Michael Breitkopf kennen

Die Toten Hosen
Campino, wie ihn seine Fans kennen und lieben. Nur wenige kennen seinen bürgerlichen Namen Andreas Frege. Bildrechte: dpa

Nach dem Abitur gründete der 20-jährige Campino zusammen mit Jakob Keusen (Jake), Andreas Meurer (Andi), Klaus-Peter Trimpop (Trini), Andreas von Holst (Kuddel) und Walter Hartung (Walter November) die Punkband Die Toten Hosen. Kurz nach der Gründung wurden die Bandmitglieder Jakob und Klaus-Peter aber schon neu besetzt: Für die beiden sprangen Michael Breitkopf (Breiti) und Wolfgang Rohde (Wölli) ein.

Ihre ersten Songs nahmen die Jungs in ihrer Heimatstadt Düsseldorf auf. Übrigens brachten sich die Musiker das Spielen der Instrumente alle autodidaktisch bei. Campino war von Anfang an für die Texte verantwortlich und setzt sich darin oft mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinander. So ist es bis heute.

Durchbruch mit "Hier kommt Alex"

Das erste Album der Toten Hosen, "Opel-Gang", erschien 1983. Ihren kommerziellen Durchbruch schaffte die Band aber erst 1988 mit dem Hit "Hier kommt Alex". 

Die 1990er-Jahre gingen erfolgreich weiter: 1990 belegte die Band mit dem Song "Auf dem Kreuzzug ins Glück" erstmals Platz eins der deutschen Charts und wurden mit mehr als 500.000 verkauften Exemplaren mit Platin ausgezeichnet. Im Laufe ihrer Karriere sollten Preise wie der Bravo-Otto oder der Echo folgen. Außerdem durften Die Toten Hosen als Vorband der Rolling Stones auftreten – die Düsseldorfer Band machte sich also erstmals auch international einen Namen.

Die Toten Hosen: Südamerikanische Ehrenbürger

Was viele sicher nicht über die Band wissen: Das Herz der Toten Hosen schlägt für Südamerika. Die Rocker spielten Anfang der 1990er-Jahre erstmals in Argentinien und verliebten sich – wie sie es in ihrer Biografie schreiben – in das Land. Seitdem reisen Die Toten Hosen regelmäßig nach Südamerika und sind sogar Ehrenbürgern von Buenos Aires.

Immer höher und weiter?

1993 war die Band gleich mit drei Alben in den Charts vertreten. 1995 gründeten sie ihre eigene Plattenfirma. Doch mit dem Erfolg kam auch der Druck: In dieser Zeit zog es Campino erstmals ins Kloster. Der Musiker ist dafür bekannt, zwischen Mönchen immer wieder zu seiner inneren Ruhe und Konzentration zurückzufinden. 

Die Toten Hosen
Auf der Erfolgswelle: Die Toten Hosen 1996. Bildrechte: dpa

Tatsächlich kam es ausgerechnet in den mit Erfolg gekrönten 90ern fast zum Bruch der Band: 1997 – zum 15-jährigen Jubiläum – spielten Die Toten Hosen im Düsseldorfer Rheinstadion ihr 1.000. Konzert. Das jedoch wurde vom Tod eines Zuschauers überschattet. In der Menge kam ein Mädchen zu Tode. Der Vorfall hat Spuren hinterlassen. Die Toten Hosen traten danach zwei Jahre lang nicht mehr in Stadien auf.

2012: Comeback der Toten Hosen

2004 legte die Band eine Pause ein, um sich anderen Projekten zu widmen. 2012 meldeten sie sich wieder zurück und wurden endgültig zur deutschen Punk-Legende. Auf dem Album "Ballast der Republik" befindet sich unter anderem die Single "Tage wie diese", welche die deutsche Mannschaft während der Fußball-EM begleitete. 

Campino: So ist der Musiker privat

So außergewöhnlich Campinos Leben als Musiker auch ist, so konservativ ist er im Privaten: Mit Schauspielerin Karina Krawczyk bekam er 2004 Sohn Lenn Julian Frege, der aktuell als Model international Karriere macht. Die Beziehung zur Mutter seines Kindes hielt aber nicht.

Im März 2019 heiratete Campino heimlich in New York. Im Interview mit der "Rheinischen Post" erzählte er, dass die Zeremonie im kleinen Kreis stattfand. Nicht einmal seine Bandkollegen waren anwesend. Für Campino soll immer schon klar gewesen sein, dass er nur einmal im Leben heiratet: Gegenüber der "Rheinischen Post" sagte er: "Und wenn ich es tun würde, müsste das gut überlegt sein. Ich wollte mir das aufbewahren für die richtige Person." Wer nun diese richtige Person an seiner Seite ist, verrät er allerdings nicht.

Die Toten Hosen: Steile Karriere auch nach 40 Jahren

Mit seiner jetzigen Frau und seiner Band hat Campino also sowohl privat wie beruflich die große Liebe getroffen. Ihre Tourneen führen Die Toten Hosen mittlerweile bis nach China. Dieses Jahr feiern die fünf Bandkollegen ihr 40-jähriges Bestehen – und beschenkten sich direkt selbst: Ihr neues Album "Alles aus Liebe – 40 Jahre Die Toten Hosen" stürmte die deutschen Charts. Damit stellten sie sogar einen Rekord auf: Die Toten Hosen sind nun offiziell die Band mit den meisten Nummer-eins-Platten in Deutschland – noch vor den Beatles! 

Die Toten Hosen
So sieht die erfolgreichste deutsche Band aus: Campino (Mitte), Andreas von Holst (l.), Michael Breitkopf (r.), Andreas Meurer (Andi) und Stephen George Ritchie (2.v.l. ersetzte den 1999 ausgestiegenen Wöllo). Bildrechte: dpa

Geburtstag, Bandjubiläum und Nummer-eins-Album. Wenn das mal kein dreifacher Grund zum Feiern ist. 

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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