Corona-Studie 4.000 Test-Besucher für Konzert von Tim Bendzko gesucht

Noch sind Großveranstaltungen in Deutschland wegen Corona tabu. Doch wie gefährlich wäre eigentlich ein Konzert mit 4.000 Besuchern? Dazu ist nun ein Experiment geplant - mit Sänger Tim Bendzko.

Tim Bendzko bei der Generalprobe für den deutschen ESC-Vorentscheid Eurovision Song Contest - Unser Song 2017.
Tim Bendzko macht bei einer Corona-Studie über Großveranstaltungen mit. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Bei einem besonderen Konzert mit Tim Bendzko wollen Forscher der Uniklinik Halle mehr über Großveranstaltungen in Corona-Zeiten herausfinden. Derzeit werden 4.000 gesunde Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren gesucht, die am 22. August ein Konzert des Berliner Musikers in Leipzig besuchen wollen, teilten die Projektverantwortlichen mit. Erste Ergebnisse der Studie werden vier bis sechs Wochen später erwartet. Während des Projekts gelten strenge Hygieneregeln. Die Probanden sind etwa verpflichtet, sogenannte FFP2-Masken zu tragen.

Ziel: Corona-Risiko berechnen

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt. "Die größte Herausforderung - glaube ich - wird die Datenauswertung", sagte Projektleiter Stefan Moritz. "Denn wir werden über einen ganzen Tag hinweg alle fünf Sekunden die Kontakte zu allen anderen Probanden im Umkreis von 30 Metern messen." Laut den Projektbeteiligten ist es die erste Studie dieser Art in Deutschland.

Studie enthält drei Szenarien

Konkret sollen bei dem Konzert drei Szenarien durchgespielt werden. Es soll einen Ablauf geben, wie er vor Corona stattgefunden hätte: mit zwei Eingängen in die Arena Leipzig, ohne Abstandsregeln und ähnliches. Danach wird ein Szenario mit einem strengeren Hygienekonzept, mehr Eingängen und deutlich größeren Abständen durchgespielt. "In Szenario 3 wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2.000 Probanden beteiligt", heißt es.

Wer sich für die Studie als Proband registrieren will, kann das hier auf der Internetseite des Projekts tun.

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. Juli 2020 | 17:10 Uhr

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