Einige Radiosender boykottieren den Song Kontroverse um Sarah Connors Single "Vincent"

BRISANT | 04.06.2019 | 17:15 Uhr

Sarah Connor hat gerade ihr zweites deutschprachiges Album herausgebracht und prompt sorgt es für eine Kontroverse. Es geht um eine Liedzeile im Song "Vincent". Damit haben einige Radiosender ein großes Problem und spielen den Song nicht, zumindest nicht dann, wenn ihn Kinder hören könnten.

Die Sängerin Sarah Conner
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"Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt", lautet die erste Zeile von Sarah Connors neuem Song "Vincent". Darin geht es um das Coming-out eines Teenagers und wie verunsichert dieser seine Sexualität entdeckt. Einige Radiosender haben das Lied aus ihrem Programm genommen. Auch viele Eltern empören sich über die Liedzeile. Sarah Connor sieht ihren Song jedoch eher als Chance, mit Jugendlichen und Kindern über Homosexualität ins Gespräch zu kommen. Über die genauen Beweggründe hat sie im Morgenmagazin gesprochen.

"Diesen Vincent gibt es wirklich. Es ist ein Junge in unserem Bekanntenkreis. Eine befreundete Mutter hat mir erzählt, dass ihr Sohn einen Abend, bevor wir uns getroffen haben, ihr eben offenbart hat, dass er schwul ist und ich fand das irgendwie ein großes Kompliment für sie als Mutter und auch mutig von ihrem Sohn, mitten in der Pubertät halt so damit rauszugehen und zu sich so zu stehen, weil ich kenn das halt auch von meinen Freunden in meinem Alter heute anders, dass die sich lange bedeckt gehalten haben und unsicher waren und ich wollt nen Song machen, der ihn bestärkt und alle anderen heute auch, zu sich zu stehen und zu wissen, dass sie geliebt werden, egal wen sie lieben oder was sie lieben oder wer sie sind", so Connor.

Auch der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) sieht die neue Single unproblematisch.

"Wir finden 'Vincent' gut, so wie er ist. Der Song kann jungen Menschen Mut machen und ihnen Zuversicht und Stärke geben. Letztendlich geht es in dem Lied um nichts weiter, als um die erste Liebe und dass kein Mensch sich aussucht, in wen man sich verliebt - auch Lesben und Schwule nicht. Gleichzeitig spricht 'Vincent' auch vom 'Coming-Out' und wie schwierig es immer noch für junge Menschen ist, zu ihrem Lesbisch- oder Schwulsein zu stehen. Eltern und Freund*innen sind hier immer noch ein wichtiger Rückhalt. Wir plädieren für einen unaufgeregten Umgang mit den ersten Textzeilen. Die wichtigste Botschaft sollte sein: Kinder sind gut, so wie sie sind. Egal ob schwul, lesbisch, heterosexuell, trans- oder intergeschlechtlich", so René Mertens vom LSVD.

Wer sich selbst ein Bild von der neuen Single machen will, kann den Song hier hören.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Juni 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2019, 17:03 Uhr

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