Der Eurovision Songcontest 2019 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Dare to Dream" - "Wage zu träumen".
Der Eurovision Songcontest 2019 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Dare to Dream" - "Wage zu träumen". Bildrechte: EBU

Eurovision Song Contest 2019 Zweites ESC-Halbfinale mit Luca Hänni und Auftritts-Wirrwarr um Pop-Diva Madonna

BRISANT | 16.05.2019 | 17:15 Uhr

Das ESC-Finale in Tel Aviv steht vor der Tür, die Spannung steigt - und bei so manchem Beteiligten liegen die Nerven blank. Allerdings nicht bei Madonna. Denn die hat bis jetzt den Vertrag für ihren geplanten Auftritt beim großen Finale nicht unterschrieben. Ob ihr Showact dennoch stattfinden wird? Erste Proteststimmen melden sich zu Wort. Deutlich aufgeregter ist Luca Hänni. Der DSDS-Sieger von 2007 ist für die Schweiz am Start - und hofft auf viele Punkte für die Alpenrepublik.

Der Eurovision Songcontest 2019 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Dare to Dream" - "Wage zu träumen".
Der Eurovision Songcontest 2019 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Dare to Dream" - "Wage zu träumen". Bildrechte: EBU
Madonna
Aktuell als "Madame X" am Start: Pop-Diva Madonna Bildrechte: Universal Music

Große Diva, großer Auftritt. Genau das wird den ESC-Machern in Israel durch den Kopf gegangen sein, als sie keine Geringere als Superstar Madonna als exklusiven Showact fürs große Finale angefragt haben. Mittlerweile ist die Pop-Diva samt Entourage und großem Gepäck in Tel Aviv eingetroffen, doch ob sie wirklich auftreten wird, ist bislang unklar. Zwar hätten Konzertveranstalter und Plattenfirma ihren Auftritt bestätigt, doch ein von Madonna unterschriebener Vertrag läge bislang nicht vor - und ohne den dürfe sie nicht auf die Bühne.

Für reichlich Gesprächsstoff sorgt der Superstar dennoch: Denn ihr potentieller Auftritt birgt politischen Zündstoff. Mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation unterstützt Madonna auch palästinensische Frauen - und denen ist ihr Auftritt in Tel Aviv ein Dorn im Auge. Kritisch hat sich auch Pink-Floyd-Legende Roger Waters zu Wort gemeldet und die Pop-Diva in einem offenen Brief für ihre ESC-Zusage gerügt. Weiterhin wird befürchtet, dass die Sängerin ihren Mega-Hit "Like a Prayer" performen und damit die religiösen Gefühle ihrer Gastgeber verletzen könnte. Doch die Queen of Pop zeigt sich von alldem bislang unbeeindruckt. Für den 14. Juni 2019 ist ihr neues Album "Madame X" angekündigt - und eine bessere Werbeplattform als die ESC-Bühne kann sich selbst eine Pop-Größe wie Madonna nicht wünschen.

Wer ist dabei? - Endspurt für's Finale mit DSDS-Sternchen Luca Hänni

Luca Hänni
Der Schweizer Luca Hänni bei einer Probe für seinen ESC-Auftritt Bildrechte: dpa

Wer letztendlich beim ESC-Finale antreten darf - auch das ist noch nicht final geklärt. Über eine Wildcard als Hauptfinanziers gesetzt sind - wie in jedem Jahr - Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien. Im ersten Halbfinale am vergangenen Dienstag haben sich Griechenland, Weißrussland, Serbien, Zypern, Estland, Tschechien, Australien, Island, San Marino und Slowenien ihr Ticket gesichert. Welche zehn Kandidaten sich dazu gesellen, das entscheidet sich Donnerstagabend, ab 21:00 Uhr in der zweiten Halbfinal-Runde.

Dann wird auch Luca Hänni die ESC-Showbühne betreten. Luca wer? Der 24-jährige Schweizer ist vor sieben Jahren als Sieger aus der RTL-Castingsshow DSDS hervorgegangen. Seitdem hat er fleißig seine Musik veröffentlicht - und das so erfolgreich, dass er jetzt für die Alpenrepublik nach Tel Aviv reisen durfte. Zu Kopf gestiegen ist ihm diese Ehre bislang nicht. Der junge Sänger freut sich auf den Auftritt - und gibt sich zugleich bescheiden.

Es ist beides Fernsehen, aber hier schauen 200 Millionen zu - das ist natürlich ein bisschen größer als DSDS. Und es ist natürlich einfach ein Riesenerlebnis und es war auch eine Riesenvorbereitung.

Luca Hänni BILD.de

Fragen und Antworten rund um den ESC

41 Künstler aus Europa und anderen Teile der Welt treten beim Eurovision Song Contest an. Wer darf teilnehmen und wie wird beim ESC der Sieger oder die Siegerin bestimmt? Nach welchen Regeln läuft dies genau ab? Damit Sie am Abend des Finales am 18. Mai mitreden können, haben wir die wichtigsten Fragen rund um den Musikwettbewerb beantwortet.

Worum geht es eigentlich beim Eurovision Song Contest?

Es soll die beste Komposition gefunden werden, es geht also prinzipiell um die Qualität eines Songs, nicht um den Auftritt selbst. So bekommt der Komponist den Preis, nicht der Interpret - auch wenn der natürlich im Rampenlicht steht. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Europäischen Rundfunkunion (englisch: EBU), einem Zusammenschluss meist öffentlich-rechtlicher Sender aus Europa. Man wollte eine europaweite Show kreieren, die gute Einschaltquoten bringt. Damals nahmen nur sieben Länder teil. Beim 64. ESC in Tel Aviv in diesem Jahr sind es 41 Länder.

Früher sagte man häufig "Schlager-Grand-Prix" - heute auch?

Nein, die Schlager der Anfangsjahre wurden im Lauf der Zeit immer stärker durch Popsongs ersetzt. Heute hören Sie beim ESC vor allem internationalen Mainstream-Pop, doch es gibt auch immer wieder Ausnahmen - von Heavy Metal über folkloristische Polka bis zu Rap.

Dürfen nur europäische Länder teilnehmen?

Nein, es dürfen alle Mitglieder der EBU mitmachen. Dabei können sich auch Rundfunkanstalten beteiligen, die außerhalb Europas liegen. So ist auch Israel regelmäßig mit von der Partie und hat schon viermal gewonnen. In diesem Jahr ist es zum dritten Mal Gastgeber. Marokko nahm nur 1980 teil.

Und warum ist Australien dabei?

"Down Under" wurde 2015 anlässlich des 60. ESC-Jubiläums eingeladen, weil es in Australien eine recht große Fangemeinde gibt. Seitdem ist das Land fest dabei.

Warum gibt es zwei Halbfinals und ein Finale?

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der europäischen Staaten und damit EBU-Mitglieder sprunghaft angestiegen - und damit auch die der ESC-Teilnehmer. Aber eine einzelne Show mit 41 Teilnehmern wäre viel zu lang und unübersichtlich. Also gibt es zwei Qualifikationsrunden. Aber nicht jeder muss sich qualifizieren.

Deutschland ist immer im Finale - Warum eigentlich?

1996 schaffte Deutschland zum ersten und einzigen Mal nicht den Sprung zum ESC-Finale. Die Bundesrepublik ist aber der größte Geldgeber der EBU und ein sehr großer Fernsehmarkt, also wurde die "Big Four"-Regelung (heute: "Big Five") beschlossen: Die fünf finanzstarken Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sind automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso der Gastgeber. Alle anderen müssen in die Halbfinals.

Kann ich aus Deutschland denn bei den Halbfinals mit abstimmen?

Deutsche Fans können dieses Jahr nur beim zweiten Halbfinale am 16. Mai abstimmen, zusammen mit den Fans in Großbritannien, Italien und den 18 Halbfinalteilnehmern, von denen die besten zehn ins Finale kommen. Im ersten Halbfinale am 14. Mai sind Spanien, Frankreich und Israel sowie die 17 Halbfinalteilnehmer stimmberechtigt, von denen ebenfalls die Top 10 das Finale erreichen.

Wie läuft die Abstimmung im Finale?

Alle Teilnehmer-Länder dürfen im Finale ihre Punkte vergeben, auch diejenigen, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind. Seit 2016 ist das Prozedere aber etwas komplizierter: Nach dem Auftritt der 26 Kandidaten können die Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor haben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten ihre Stimme abgegeben. Verkündet werden dann zunächst die Jury-Wertungen - dabei bekommt jedes Land Punkte, das in der Jurywertung in den Top 10 landet. Das beste Land bekommt zwölf, das zweitbeste zehn, das drittbeste acht Punkte, dann geht es einzelpunkteweise runter bis eins. Nach den Jurys werden dann die Publikumspunkte vergeben. Gewinner ist das Land mit den meisten Punkten. Israel hat beim ESC schon viermal gewonnen,

Vier Mal hat Israel den ESC gewonnen, aber erst zum dritten Mal Gastgeber - warum?

1979 siegte Israel zum zweiten Mal in Folge beim Eurovision Song Contest, Gali Atari und Milk & Honey kamen in Jerusalem mit "Hallelujah" auf Platz eins. Im Vorjahr stand der Israeli Izhar Cohen mit "A-Ba-Ni-Bi" auf dem Siegerpodest. 1980 hätte Israel nach den Regeln wieder ESC-Gastgeber sein müssen. Das Land sagte jedoch ab, weil der Sender IBA sich nicht in der Lage sah, den teuren Wettbewerb zweimal in Folge zu veranstalten. Deshalb fand der ESC 1980 in Den Haag statt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 18:48 Uhr

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