ESC-Favoriten Erstes Halbfinale: Hat die Ukraine den ESC bereits gewonnen?

Das erste Halbfinale des ESC in Turin ist geschafft - und die Ukraine mit der Band Kalush Orchestra fürs Finale am Samstagabend qualifiziert. Wer gilt aktuell als Favorit für den Sieg des Eurovision Song Contest 2022 - und wer musste bereits die Heimreise antreten?

Rapper Oleg Psyuk vom Kalush Orchestra aus der Ukraine steht nach dem Auftritt mit dem Titel "Stefania" beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) mit der Landesfahne bei einem Pressetermin.
Oleh Psiuk, Frontmann der ukrainischen Band Kalush Orchestra, dankt nach seinem Auftritt im Halbfinale für die Unterstützung seines Landes. Bildrechte: dpa

Im italienischen Turin hat am Dienstag (10. Mai) mit dem ersten Halbfinale der diesjährige ESC begonnen. 17 Länder traten an, zehn davon konnten sich für das Finale am kommenden Samstag qualifizieren - darunter die Ukraine. Ebenfalls dabei sein werden die Schweiz, Armenien, Island, Litauen, Portugal, Norwegen, Griechenland, Moldau und die Niederlande.

Für Albanien, Österreich, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Slowenien und Lettland ist der Traum vom ESC-Sieg vorbei. Sie schafften es nicht unter die Top 10. Welches Land wie viele Punkte erhielt, wird vorerst nicht verraten, um die Abstimmung am Samstag nicht zu beeinflussen.

Die Favoriten: Ukraine, Norwegen, Niederlande

Dass sich die Ukraine für das Finale qualifizieren würde, galt bereits im Vorfeld als sicher. Auch das Weiterkommen der norwegischen Band Subwoolfer mit dem Lied "Give That Wolf A Banana" war erwartet worden.

Die inkognito mit gelben Wolfsmasken auftretenden Sänger zählen zu den skurrilsten Startern in diesem Jahr. Die Norweger werden ebenso wie die niederländische Sängerin S10 zum erweiterten Favoritenkreis gezählt.

Subwoolfer aus Norwegen singt "Give The Wolf A Banana" während der Proben für den Eurovision Song Contest.
Heiße Anwärter auf den ESC-Sieg 2022: die norwegische Band Subwoolfer. Bildrechte: dpa

Wer sind Kalush Orchestra?

Die Sieger der Herzen sind sie schon jetzt. Ob es für den Sieg des ESC-Finales reicht, wird sich zeigen müssen. Nur wenige Tage vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben Kalush Orchestra erfahren, dass sie für ihr Heimatland nach Turin fahren werden.

Gegründet hat sich die nach der westukrainischen Stadt Kalush benannte Band vor gut einem Jahr. Ihr Lied "Stefania" mischt Hip-Hop mit ukrainischer Volksmusik und ist der Mutter von Frontmann Oleh Psiuk gewidmet. Mit dem Beginn des Krieges bekam der Song eine neue Bedeutung: nämlich die Liebe zur Ukraine.

Um als wehrfähige Männer nach Turin reisen zu dürfen, benötigten Kalush Orchestra eine Sondergenehmigung. Diese endet schon einen Tag nach dem Finale. Dann heißt es auch für die sechs Musiker, ihr Land zu verteidigen. Nach ihrem Auftritt im Halbfinale dankte Sänger Psiuk für die (politische) Unterstützung seines Landes.

Ukraine-Sieg? Buchmacher und Fans uneinig

Von den Buchmachern wurden Kalush Orchestra noch vor wenigen Wochen auf dem 11. Platz gehandelt. Mittlerweile gelten sie als Favoriten auf den Sieg. Obgleich Politik beim ESC außen vor bleiben soll, rechnet man mit einer Solidaritätsbekundung Europas für das von Russland angegriffene Land.

Musik-Fans sehen das allerdings anders. Bei diversen Fan-Votings auf einschlägigen ESC-Portalen liegen Kalush Orchestra aktuell noch weit zurück.

Das Kalush Orchestra aus der Ukraine performt den Titel "Stefania" beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC).
Ob das Kalush Orchestra des ESC-Sieg schafft? Buchmacher und ESC-Fans sind sich uneinig. Bildrechte: dpa

Zweites Halbfinale am 12. Mai

Am Donnerstag können sich zehn weitere Länder für das ESC-Finale qualifizieren. Im Finale am Samstagabend treten dann 25 Länder gegeneinander an: die 20 in den Halbfinals erfolgreichen Starter sowie die fünf großen Geldgeber des Wettbewerbs - Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Für Deutschland ist der Newcomer Malik Harris mit seinem Lied "Rockstars" am Start. In den Wettbüros liegt Harris nach dem ersten Halbfinale abgeschlagen auf Platz 24 von derzeit noch 33 Ländern.

AFP/dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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