Helene Fischer
Bildrechte: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Vor Zehntausenden Fans Helene Fischer bricht ihr Schweigen zu Chemnitz!

BRISANT | 05.09.2018 | 17:15 Uhr

"Erhebt gemeinsam mit mir die Stimme. Gegen Gewalt. Gegen Fremdenfeindlichkeit". Nach den Ausschreitungen und dem #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz hat Schlager-Ikone Helene Fischer live vor Tausenden Fans ihr Schweigen gebrochen.

Helene Fischer
Bildrechte: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Helene Fischer ist eine feste Größe am deutschen Schlagerhimmel. Zu politischen und gesellschaftlichen Themen allerdings äußerte sich die 34-Jährige bislang nicht. Nicht zur Flüchtlingskrise, nicht zur Einwanderungspolitik, nicht zur weltweiten MeToo-Debatte. Jetzt hat sie ihr Schweigen gebrochen und beim Konzert in Berlin vor Tausenden Fans die große Bühne genutzt. "Ich äußere mich nicht zu Politik. Meine Sprache ist die Musik", versuchte sie sich noch zu rechtfertigen. Doch dann wurde es vor den rund 17.000 Konzertbesuchern konkret.

Auch ich verfolge, was in der Welt passiert. Und deswegen heute Abend, jetzt und hier gemeinsam mit euch. Wir setzen auch ein Zeichen. Und ich möchte jetzt und hier, dass keiner mehr sitzen bleibt. Erhebt euch. Erhebt gemeinsam mit mir die Stimme. Gegen Gewalt. Gegen Fremdenfeindlichkeit. Und lasst uns gemeinsam dieses Lied singen. Wir brechen das Schweigen hier in Berlin. Seid ihr mit mir?

Helene Fischer

Die Halle, nahezu ausverkauft, grölte. "Als Zeichen der Liebe" forderte die Sängerin anschließend ihre Anhänger auf, den Song "Wir brechen das Schweigen" mitzusingen.

"Immer ist es Liebe, die gewinnt"

Stunden vor ihrem Konzert Dienstagabend in Berlin äußerte sich Schlagersängerin Helene Fischer zur gesellschaftlichen Spaltung im Land – mehr als eine Woche nach den ausländerfeindlichen Übergriffen in Chemnitz. Zusammenhalt sollte stolz machen, so der Tenor. "Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist - das sollte uns stolz machen", schrieb Fischer auf Instagram und Facebook. "Musik als Zeichen der Verbundenheit und immer ist es Liebe, die gewinnt." Ihre Posts reicherte sie mit dem durch das Chemnitzer Konzert gegen Rechts bekanntgewordenen Hashtag #wirsindmehr an. Außerdem setzte sie Hashtags wie #wirbrechendasschweigen und #schreiteslaut.

"Barbara" schreibt offenen Brief an Helene Fischer

Am Montag hatten Musiker wie die Toten Hosen, Kraftklub und Marteria mit einem Konzert in Chemnitz ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Im Rahmen dieses #wirsindmehr-Konzerts hatte etwa der Songwriter Bosse gefordert, dass sich mehr erfolgreiche Musiker zu Wort melden sollten. Die Internet-Größe und Plakatkünstlerin "Barbara" ("Hass ist krass. Liebe ist krasser") hatte außerdem in einem tausendfach gelikten Post bei Facebook eine Art offenen Brief an Helene Fischer geschrieben. Darin wünschte sie sich, Fischer solle in Chemnitz ein Konzert gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit geben.

Die Verteidigung der freien und offenen Gesellschaft braucht ganz dringend die breite Mitte der Bevölkerung und Sie könnten diese sooo gut erreichen.

Barbara

Barbara: "Immerhin ein kleines Statement!"

Nach Fischers Post schrieb Barbara dann ein "Danke" und kommentierte: "Immerhin ein kleines Statement!" Und: "Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass wir im Kampf gegen Nazis und für eine offene und freie Gesellschaft vor allem dann MEHR sind, wenn wir es schaffen unter anderem auch eine Brücke zwischen Punkrockern und Schlagerfuzzis und so zu schlagen."

Mehr aus Chemnitz

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. September 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2018, 15:22 Uhr

Promi-News