Happy Birthday! Schauspielerin Iris Berben feiert 70. Geburtstag

Die Kommissarin "Rosa Roth", die Konsulin in "Die Buddenbrooks", die Grafentochter in "Die Guldenburgs", die Ulknudel in "Sketchup" und Cosima Wagner in "Der Wagner-Clan". Iris Berben hat in ihrem Leben viele Fußabdrücke hinterlassen und das nicht nur beruflich. Am Mittwoch feiert eine der wandelbarsten Schauspielerinnen des Landes ihren 70. Geburtsgag.

Iris Berben bei einer Gala
Iris Berben wird am 13. August 70 Jahre alt. (Archiv) Bildrechte: Getty Images

In der Lounge eines Hotels über den Dächern Berlins, wo Presse- und Fernsehleute warten, wird es auf einmal still. Alle hören zu, als Iris Berben erscheint. Im deutschen Film- und TV-Geschäft gibt es nur wenige Schauspielerinnen, die in der Liga von Iris Berben spielen. An diesem Mittwoch (12. August) wird sie 70 Jahre alt.

Mehr als 150 Rollen, eine lange Liste mit Preisen, politisch engagiert: Wenn es eine Fernsehkönigin gäbe, dann wäre es Iris Berben. Während des Interviews sagt sie einem zögernden Fotografen mit leichter Ironie: "Drücken Sie ab. Es wird schon gut gehen." Das stimmt natürlich, sie sieht gut aus.

Wandelbare Berben lebt von Tag zu Tag

Zum Thema Alter ist Berben, mittlerweile zweifache Großmutter, schon oft gefragt worden. So oft, dass ein Artikel einmal nur Interviewfragen dazu versammelt hat. "Super, oder? Andere nehmen so viel mehr an meinem Alter Anteil als ich selbst. Ich lebe einfach von einem Tag zum nächsten", sagt sie.

Charakterdarstellerin, Sexsymbol, Ulknudel. Etiketten hatte sie in ihrer Filmkarriere einige. Ihr Leben im Schnelldurchlauf: Geboren in Detmold bei Bielefeld, aufgewachsen in Hamburg, von der Schule geflogen, in der 68er-Protestszene gelandet, bei Demos mitmarschiert. Erste Filme mit den Programmkino-Größen Rudolf Thome und Klaus Lemke. Die Fernsehzuschauer kennen sie seit den 70er Jahren, seit "Zwei himmlische Töchter" mit Ingrid Steeger, später folgte "Sketchup" mit Diether Krebs - mit Einschaltquoten von 40 Prozent.

70 Jahre Iris Berben

Schauspielerin Iris Berben als TV-Kommissarin Rosa Roth hält bei Dreharbeiten einer Folge der ZDF-Krimiserie "Rosa Roth" eine Pistole in den Händen
Die Rolle der TV-Kommissarin "Rosa Roth" spielte Iris Berben fast 20 Jahre lang. Bildrechte: dpa
Schauspielerin Iris Berben als TV-Kommissarin Rosa Roth hält bei Dreharbeiten einer Folge der ZDF-Krimiserie "Rosa Roth" eine Pistole in den Händen
Die Rolle der TV-Kommissarin "Rosa Roth" spielte Iris Berben fast 20 Jahre lang. Bildrechte: dpa
Bis zur Unkenntlichkeit verkleidet sind die Schauspieler Iris Berben (r) und Diether Krebs bei der Aufzeichnung einer Folge der TV-Serie "Sketchup".
Man erkennt sie kaum wieder: Iris Berben und Diether Krebs in einer Folge der Serie "Sketchup". Bildrechte: dpa
Die Schauspieler, Iris Berben, Friedrich von Thun und Christiane Hörbiger aus der ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs".
Ein Meilenstein der Familienserien und die deutsche Antwort auf den "Denver Clan": "Das Erbe der Guldenbergs" mit Iris Berben, Friedrich von Thun und Christiane Hörbiger Bildrechte: dpa
Die Schauspieler Iris Berben als Konsulin Bethsy Buddenbrook und Armin Mueller-Stahl als Konsul Jean Buddenbrook bei Dreharbeiten zu dem Kinofilm "Die Buddenbrooks".
Iris Berben und Schauspielkollege Armin Mueller-Stahl bei Dreharbeiten zum Familiendrama "Die Buddenbrooks". Bildrechte: dpa
Schauspielerin Iris Berben freut sich bei der Bambi-Verleihung über ihre Auszeichnung, den Publikums-Bamb
Zahlreiche Preise zieren die Vitrinen von Iris Berben - darunter auch drei Bambis. Bildrechte: dpa
Schauspielerin Iris Berben und ihr Sohn, Filmproduzent Oliver Berben
Iris Berben mit ihrem Sohn Oliver, der einer der einflussreichsten Filmproduzenten des Landes ist. Bildrechte: dpa
Iris Berben und Heiko Kiesow kommen zur feierlichen Eröffnung der Berlinale.
Der Stuntman und Unternehmer Heiko Kiesow wird von Iris Berben liebevoll "mein Partner" genannt. Bildrechte: dpa
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Fernsehrollen mit Anspruch

Ein Meilenstein war die Familienserie "Das Erbe der Guldenburgs", in den 80er Jahren Deutschlands Antwort auf den "Denver-Clan". Ein Kritiker fand: "Selten gab es Iris Berben besser als in der Rolle der labilen Grafentochter." Später kamen "Die Patriarchin", "Die Buddenbrooks", "Der Wagner-Clan", "Die Protokollantin", "Hanne". Fernsehen mit Anspruch.

Fast 20 Jahre lang, bis 2013, spielte sie die Fernseh-Kommissarin "Rosa Roth" - wie so oft ein Gemeinschaftswerk mit ihrem Sohn Oliver Berben, einem der wichtigsten Produzenten in Deutschland. Das führt zum Kapitel "Privates". Sie lebt in Berlin. Ganz früher war sie mal mit dem Sänger Abi Ofarim liiert, mehr als 30 Jahre war sie mit dem israelischen Geschäftsmann Gabriel Lewy zusammen, danach folgte bis heute der Stuntman und Unternehmer Heiko Kiesow. "Mein Partner" nennt sie ihn.

Iris Berben und Heiko Kiesow kommen zur feierlichen Eröffnung der Berlinale.
Iris Berben mit ihrem Partner Heiko Kiesow. (Archiv) Bildrechte: dpa

Ein Herz für Israel

Israel liegt ihr besonders am Herzen. Sie drehte eine Fernsehreportage über das Land, engagiert sich gegen Antisemitismus und bekam den renommierten Leo-Baeck-Preis. Auch das deutsche Kino hat sie als eine Fürsprecherin. Sie war neun Jahre lang Präsidentin der Deutschen Filmakademie, war die Stimme der Branche und hat sich auch in der MeToo-Debatte zu Wort gemeldet. Was sie da über den einst mächtigen Regisseur Dieter Wedel sagte, war wenig schmeichelhaft.

Vor ihrem 70. Geburtstag spricht erneut der Freigeist aus ihr: "Ich will wissen, was noch möglich ist. Ich bin noch furchtloser geworden, gesichertes Terrain zu verlassen." Den Geburtstag feiert sie nicht. Sie dreht. "So wie ich gerne feiern würde, geht es ja dieses Jahr nicht. Champagner kann ich auch alleine trinken."

Glückwünsche vom Bundespräsidenten

Feierliche Glückwünsche gibt es natürlich trotzdem. So hat beispielsweise schon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Jubiläum gratuliert: "Als wundervolle Schauspielerin begeistern Sie Ihr Publikum schon so viele Jahre - sei es als Kommissarin, als Komödiantin oder als zerrissener Charakter. Wir Zuschauer können Ihnen nur immer wieder aufrichtig danken für den Zauber Ihrer vielfältigen Schauspielkunst."

Und Steinmeier fuhr fort: "Mit Ihrem ganz persönlichen Einsatz und Ihrer Haltung sind Sie zum Vorbild für alle diejenigen geworden, die um ihre Verantwortung vor unserer Geschichte, vor den Opfern und auch den Überlebenden wissen. Sie mischen sich ein und zeigen Gesicht. Für all das sage ich Ihnen heute meinen Dank."

(ten/dpa/epd)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. August 2020 | 17:15 Uhr

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