Rassistische Nachricht WhatsApp an Dennis Aogo - Jens Lehmann nach "Quotenschwarzer"-Äußerung im Abseits

Das war mehr als nur ein Eigentor von Jens Lehmann: Eine Nachricht an Dennis Aogo, in der er diesen als "Quotenschwarzer" bezeichnet, hat weitreichende Folgen. Der Ex-Nationaltorwart ist jetzt nicht nur zahlreiche Jobs los, sondern auch seinen guten Ruf.

Jens Lehmann
Jens Lehmann erntet nach seiner WhatsApp-Entgleisung in Richtung Dennis Aogo viel Kritik. (Archiv) Bildrechte: dpa

Jens Lehmann hat mit einer rassistischen Nachricht an den ehemaligen Fußball-Profi Dennis Aogo für große Empörung gesorgt und sich selbst ins Abseits manövriert. Der ehemalige Nationaltorwart verlor am Mittwoch (05.05.) seinen Posten als Aufsichtsrat beim Berliner Bundesligisten Hertha BSC, zudem gaben sowohl Sky als auch Sport1 bekannt, dass Lehmann bei diesen beiden Sendern nicht mehr als Experte eingeladen werde.

Aogo macht Lehmann-Nachricht öffentlich

Bei Sky war Aogo am Dienstag (04.05.) als Experte im Einsatz. Möglich, dass Lehmann sich dadurch veranlasst sah, folgende Nachricht zu schreiben: "Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?" Mutmaßlich sollte die Nachricht an einen Sky-Mitarbeiter gehen, nicht aber an Dennis Aogo selbst. Doch genau das tat sie. Aogo hatte noch am Abend einen Screenshot der Nachricht bei Instagram veröffentlicht. Dazu schrieb der 34-Jährige den Kommentar: "WOW dein Ernst? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!"

Dennis Aogo
Dennis Aogo machte die Nachricht von Jens Lehmann öffentlich. (Archiv) Bildrechte: dpa

Hertha BSC beendet Zusammenarbeit mit Lehmann

Nicht lange, nachdem Lehmann per Twitter veröffentlichte, sich bei Aogo entschuldigt zu haben, beendete Hertha BSC bereits die Zusammenarbeit mit dem 51-Jährigen. Lehmann war im Mai 2020 in den Aufsichtsrat des Bundesligisten eingezogen. Zu Lehmanns Entgleisung bezogen die Verantwortlichen auch klar Stellung. "Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus", sagte Präsident Werner Gegenbauer.

Reaktion von DFB-Botschafter Hartwig

"Mir ist es unverständlich, dass ein überragender Torwart wie Jens Lehmann von 'Quotenschwarzen' spricht", schreibt DFB-Botschafter und Ex-Profi Jimmy Hartwig: "Nicht nur die Sprache ist das Erschreckende, sondern auch das Denken, das dahinter steckt. Der DFB und die Vereine leisten viel gegen Rassismus. Aber es ist leider immer noch ein weiter Weg in die Köpfe einiger Menschen."

Jimmy Hartwig
DFB-Botschafter Jimmy Hartwig kritisiert Jens Lehmann scharf. (Archiv) Bildrechte: dpa

Lehmann entschuldigt sich

Lehmann versucht, die Wogen zu glätten. In einer privaten Nachricht "von meinem Handy" an Aogo sei ein Eindruck entstanden, "für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe", schreibt Lehmann bei Twitter. Als ehemaliger Nationalspieler sei Aogo "sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote". Großes Gehör findet der 51-Jährige dafür aber nicht. Im Gegenteil: Lehmann erntete weiter Kritik. "Du warst schon damals ein Vollidiot", twitterte sogar sein ehemaliger BVB-Mitspieler Karsten Baumann.

Ina Aogo reagiert entsetzt

Von Aogo gibt es bislang keine weitere Reaktion. Seine Frau Ina hat sich allerdings entsetzt geäußert. "Ich frage mich echt, was hier los ist. Dieses Land macht mir Angst mittlerweile", sagte sie am Mittwoch bei Instagram. Lehmanns Post habe ihren Mann verletzt. "Mein Mann war menschlich so enttäuscht von dieser Person. Es tat mir einfach sehr, sehr leid. Enttäuscht und verletzt ist, glaube ich, das richtige Wort", so die 31-Jährige. "Ich schäme mich manchmal, dass ich Deutsche bin. Wenn ich sehe, wie sich manche verhalten oder wie manche reden - dann schäme ich mich dafür."

(BRISANT/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Mai 2021 | 17:15 Uhr

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