Verleumdungsprozess Johnny Depp attestiert Amber Heard ein "Bedürfnis nach Gewalt"

Ein neues Kapitel im Verleumdungsprozess von Johnny Depp gegen Ex-Ehefrau Amber Heard. Dieses Mal ist es am "Fluch der Karibik"-Star, über die Gräuel ihres ehelichen Zusammenlebens Auskunft zu geben. Seine Redezeit nutzt der Schauspieler für scharfe Vorwürfe: Amber Heard habe ein Bedürfnis nach Gewalt.

Johnny Depp und Amber Heard, 2015
Liefern sich die bereits zweite Schlammschlacht vor Gericht: Johnny Depp und Amber Heard. Bildrechte: IMAGO / UPI Photo

Scharfe Vorwürfe und sanfte Worte: Ganze zwei Tage steht Johnny Depp im Verleumdungsprozess gegen seine Ex-Frau Amber Heard Rede und Antwort. "Mein Ziel ist die Wahrheit", sagte Depp vor Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia. Für sich und für seine Kinder wolle er seinen Namen reinwaschen und sich gegen "schreckliche" Vorwürfe verteidigen. Er sei davon "besessen", die Wahrheit ans Licht zu bringen.

"Bedürfnis nach Gewalt"

Nachdem der "Fluch der Karibik"-Star zunächst über seine schwierige Kindheit und Drogen, seine Karriere und auch über schöne Erinnerungen an "Miss Heard" sprach, ging es ans Eingemachte - nämlich die angeblichen Gewaltausbrüche Amber Heards.

Seiner Ex-Frau attestiert Johnny Depp, ein "Bedürfnis nach Gewalt" zu haben. Während eines Streits im Jahr 2015 habe sie eine Wodka-Flasche auf ihn geworfen. Dabei sei ein Teil seines Mittelfingers abgetrennt worden. Als er während seines Drogenentzugs unter starken Entzugserscheinungen gelitten habe, hätte Amber Heard ihm die schmerzstillenden Medikamente verwehrt.

Johnny Depp verlässt Gerichtsgebäude
Johnny Depp beim Verlassen des Gerichtsgebäudes im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Johnny Depp: "Niemals eine Frau geschlagen"

Im Gericht wurden Tonaufzeichnungen von Streitigkeiten der Ex-Eheleute abgespielt. Bei ihren häufigen Wutausbrüchen habe Heard ihn verbal und tätlich angegriffen, sagte Depp. Er habe sich in Schlaf- oder Badezimmer eingeschlossen, um sie auf Abstand zu halten. Einmal mehr beteuerte Depp unter Eid, dass er selbst weder Heard noch jemals eine andere Frau geschlagen habe.

Durch Amber Heard alles verloren

Lange habe er sogar versucht, die Beziehung zu retten. Doch Heard habe sich völlig verändert: "Es war nicht mein Mädchen. Sie war mein Gegner geworden." Ihre öffentlichen und "fälschlichen" Anschuldigungen, dass er sie misshandelt habe, hätten sein Leben ruiniert, sagte Depp aus. Er habe "nicht weniger als alles" verloren.

Amber Heard
Johnny Depp glaubt, dass er durch Amber Heard "nicht weniger als alles" verloren habe. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Zweite Ehe-Schlammschlacht vor Gericht

Depp hat Heard, mit der er zwischen 2015 und 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Grund ist ein Beitrag Heards für die Zeitung "Washington Post" von Ende 2018, in dem die heute 35-Jährige sich als Opfer von häuslicher Gewalt bezeichnet. Die Schauspielerin nannte ihren Ex-Mann zwar nicht namentlich. Depp argumentiert aber, ihm werde implizit häusliche Gewalt unterstellt, zumal Heard ihn schon 2016 öffentlich eines tätlichen Angriffs bezichtigt hatte.

Das nach turbulenter Ehe geschiedene Paar hatte sich bereits 2020 bei einem Prozess in London gegenübergestanden. Depp hatte damals die britische Boulevardzeitung "The Sun" verklagt, die ihn als "Ehefrauen-Schläger" bezeichnet hatte - und unterlag.

dpa/AFP/BRISANT

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Die Schlammschlacht geht weiter: Im Verleumdungsprozess bekriegen sich Amber Heard und Johnny Depp zum wiederholten Mal. Bildrechte: dpa

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Amber Heard und Johnny Depp
Ein Foto aus glücklichen Zeiten: Amber Heard und Johnny Depp im Jahr 2015. Bildrechte: imago images / Runway Manhattan

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. April 2022 | 17:15 Uhr

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