Joaquin Phoenix als Joker
Lehrt die Kinobesucher das Gruseln: Joaquin Phoenix in der Rolle des "Joker" Bildrechte: imago images / Prod.DB

Zuschauer flüchten aus Kinofilm Fragwürdige Musikauswahl und zu brutal: der "Joker" ist angelaufen

BRISANT | 07.10.2019 | 17:15 Uhr

Er lehrt die Welt das Fürchten - und das äußerst authentisch. Für seinen "Joker" ist Regisseur Todd Phillips auf dem Filmfestival in Venedig mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet worden. Jetzt fürchten sich die Kinobesucher so sehr vor Joaquin Phoenix' Darstellung des Grusel-Clowns, dass sie reihenweise das Weite suchen. BRISANT hat mit dem Schauspieler über seine ambivalente Rolle gesprochen.

Joaquin Phoenix als Joker
Lehrt die Kinobesucher das Gruseln: Joaquin Phoenix in der Rolle des "Joker" Bildrechte: imago images / Prod.DB

25 Kilo abnehmen und in sich in die Psyche eines Massenmörders einfühlen. Die Rolle des Jokers hat Schauspieler Joaquin Phoenix physisch wie psychisch einiges abverlangt. Doch auch für die Zuschauer ist der neue Streifen um den Batman-Gegenspieler, der jetzt in den USA angelaufen ist, alles andere als ohne. Zwar scheint der neue Streifen von Regisseur Todd Phillips alle Zuschauerrekorde zu brechen, doch nicht alle Besucher hält es bis zum Ende des Films in den Kinosesseln.

In den sozialen Netzwerken warnen einige Kinobesucher vor krassen Filmszenen und blanker Gewalt. Wer nicht in guter psychischer Verfassung sei oder gar an Depressionen leider, solle den Film meiden, so der allgemeine Rat.

Diskussion: Stiftet der "Joker" zum Massenmord an?

Joaquin Phoenix in - Joker (2019
Die Figur des "Joker" ist ambivalent und nur schwer greifbar. Bildrechte: Warner Bros.

Bereits im Vorfeld sind in den USA vor zahlreichen Lichtspielhäusern die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Grund dafür sind nicht nur die expliziten Gewaltdarstellungen im Film, die zur Nachahmung animieren könnten, sondern auch die Erinnerungen an den Amoklauf von Aurora im Jahr 2012.

Damals hatte ein psychisch kranker Amok-Täter während der Premiere des Films "Batman - The Dark Knight Rises" wahllos ins Kinopublikum gefeuert und zwölf Menschen getötet. In einigen US-Kinos sind deshalb Kostüme, Masken und Gesichtsfarbe während der "Joker"-Vorstellungen verboten. Eine zu starke Identifizierung mit dem Massenmörder "Joker" soll unterbunden werden. Denn die ist nur schwer greifbar - und das geht selbst Schauspieler Joaquin Phoenix so.

Ich verstehe, wenn jemand sein eigenes Leben schützt. Aber das ist jemand mit psychischen Problemen, der überall Gefahren sieht. Ich weiß nicht, ob ich meiner Filmfigur trauen kann, wenn sie sagt, dass sie sich angegriffen fühlt.

Joaquin Phoenix BRISANT

"Joker" beschert verurteiltem Sexualstraftäter Gary Glitter umfangreiche Tantiemen

Gary Glitter
Glamrocker Gary Glitter während seines Prozesses im Jahr 2015. Bildrechte: IMAGO

Auch zum Gruseln: In einer zentralen Szene des Films ist das Stück "Rock'n'Roll, Part 2" des englischen Glamrockers Gary Glitter zu hören. Der wurde bereits im Jahr 2015 wegen mehrfacher versuchter Vergewaltigung und Sex mit einer Minderjährigen zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Dank des Erfolgs des "Jokers" könnten ihm nun bis zu 100.000 Pfund an Tantiemen zustehen. Auf die fragwürdige Musikauswahl hatten Kinobesucher aufmerksam gemacht.

Plot: Um was geht's im "Joker"?

Der Joker“-Film zeichnet die Vorgeschichte und Entwicklung des späteren Batman-Bösewichts nach. Der Protagonist ist ein unter Depressionen leidender Mann, der sich als Stand-up-Comedian versucht, von der Gesellschaft immer wieder zurückgewiesen wird - und schließlich zu extremer Gewalt greift. In Deutschland kommt der "Joker" am 10. Oktober auf die Kinoleinwand. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. Oktober 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 18:11 Uhr

Mehr Promi-News