Alain Delon
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Filmfestspiele Cannes - Ärger um Ehrenpalme für Alain Delon

BRISANT | 14.05.2019 | 17:15 Uhr

Alain Delon soll bei den Filmfestspielen in Cannes eine Ehrenpalme für sein Lebenswerk erhalten. Das treibt Kritiker auf eben jene Palme. Sie werfen ihm Schwulenfeindlichkeit vor, außerdem unterstütze er eine Partei am äußerst rechten Rand. Zudem gab Delon in einem Interview zu, seine Frau geschlagen zu haben.

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Noch vor der Eröffnung gerät das Filmfest unter Druck - auch wegen der Ehrenpalme, die Schauspiellegende Alain Delon erhalten soll. Doch Kritik will der Festivalleiter lieber nicht hören. Er hofft, dass andere Stars für Ablenkung sorgen.

Delon schlug seine Ehefrau

Warum Alain Delon (83) die Ehrenpalme bekommt, obwohl er in einem TV-Interview unter anderem zugab, früher seine Frau geschlagen zu haben? Die Frage danach versuchte Festivalleiter Thierry Frémaux zu unterbinden und griff den fragenden Journalisten persönlich an: "Ich weiß nicht, was Sie in Ihrem früheren Leben gemacht haben". An der Palme für Delon hielt er jedenfalls fest. "Wir geben ihm ja nicht den Friedensnobelpreis." Diese Reaktion ist verwunderlich, hatte sich das Festival im vergangenen Jahr doch mit der #MeToo-Bewegung solidarisch gezeigt und "Null Toleranz gegenüber sexuellem Missbrauch und Missbrauch jeglicher Art" geschworen.

Die österreichische Schauspielerin Romy Schneider tanzt 1959 mit dem französischen Schauspieler Alain Delon auf dem Filmball in München.
Die österreichische Schauspielerin Romy Schneider tanzt 1959 mit dem französischen Schauspieler Alain Delon auf dem Filmball in München. Bildrechte: dpa

Keine Stellungnahme von Delon

Aktuell hat sich Delon nicht geäußert. Es gibt aber Aussagen von ihm, in denen er sich dazu bekennt, eine rechte Partei zu unterstützen. Gegen die gleichgeschlechtliche Ehe habe er nichts, allerdings gegen ein Adoptionsrecht. So kam es nun im Internet zu einer Online-Petition gegen die geplante Auszeichnung in Cannes. Auch die Organisation "Frauen und Hollywood" kritisiert ihn.

Festivaldirektor weist Kritik zurück

Auch Fragen nach der Gleichstellung von Frauen reizten Festivaldirektor Frémaux spürbar - von 21 Wettbewerbsfilmen stammen gerade einmal vier von Frauen. Die im vergangenen Jahr verabschiedete Erklärung "5050 in 2020", wonach bis 2020 ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis herrschen soll, gelte nur für das Festival intern, erklärte Frémaux nun. "Es wäre ein Zeichen von Respektlosigkeit, einen Film nur auszuwählen, weil er von einer Frau stammt." Inwiefern diese Themen auch während des Festivals für Debatten sorgen werden, bleibt offen.

Quellen: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 19:06 Uhr

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