Die Schauspielerin Romy Schneider
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Zerrissen zwischen Film und Privatleben 80. Geburtstag: Der Mythos Romy Schneider lebt weiter

BRISANT | 22.09.2018 | 17:10 Uhr

Die Schauspielerin Romy Schneider
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Offen, intensiv, sensibel Die vielen Gesichter der Romy Schneider

Der fesche Soldat Wilhelm (Siegfried Breuer) macht der Bäckerin Stanzi (Romy Schneider) seine Aufwartung.
"Die Deutschmeister" aus dem Jahr 1955 war Romy Schneiders zweiter Film. Sie spielte an der Seite ihrer Mutter Magda Schneider. Hier mit im Bild: Siegfried Breuer als Soldat Wilhelm. Bildrechte: MDR/Degeto
Der fesche Soldat Wilhelm (Siegfried Breuer) macht der Bäckerin Stanzi (Romy Schneider) seine Aufwartung.
"Die Deutschmeister" aus dem Jahr 1955 war Romy Schneiders zweiter Film. Sie spielte an der Seite ihrer Mutter Magda Schneider. Hier mit im Bild: Siegfried Breuer als Soldat Wilhelm. Bildrechte: MDR/Degeto
Horst Buchholz als Monpti und Romy Schneider als Anne-Claire
"Monpti" lautete der Titel einer deutschen Literaturverfilmung, in der Romy Schneider 1957 die Rolle der Anne-Claire einnahm. An ihrer Seite spielte Horst Buchholz. Bildrechte: NDR/Degeto
Die Schauspielerin Romy Schneider als Kaiserin Elisabeth und der Theater- und Filmschauspieler Karlheinz Böhm als ihr Gatte Kaiser Franz Joseph von Österreich (2.v.r.) in einer Szene der "Sissi"-Filmtrilogie.
Romy Schneider als Kaiserin Elisabeth und der Theater- und Filmschauspieler Karlheinz Böhm als ihr Gatte Kaiser Franz Joseph von Österreich in einer Szene der "Sissi"-Filmtrilogie. Die Reihe begründete Schneiders Ruhm. Bildrechte: dpa
Romy Schneider als Prinzessin aus dem verarmten Adelsgeschlecht der Dolgorukis.
Und schon wieder eine Herrscherin: Romy Schneider als "Katja, die ungekrönte Kaiserin" aus dem Jahr 1958. "Eine Art 'Sissi' mit russifizierten Namen", urteilte der Film-Dienst. Der Film wurde hauptsächlich in Paris gedreht. Bildrechte: MDR/Atlasfilm
General von Grünen (Yul Brynner) ist Chef der erfolgreichsten Spionagegruppe der deutschen Wehrmacht. Die attraktive Komteß (Romy Schneider) arbeitet ebenfalls im Agenten-Milieu.
Im Agentenfilm "Spion zwischen 2 Fronten" spielte Schneider 1966 an der Seite von Christopher Plummer. Bildrechte: MDR/Degeto
Alain Delon und Romy Schneider in Der Swimmingpool
An der Seite ihres früheren Partners Alain Delon spielte Schneider 1969 in "Der Swimmingpool". Der Film begründete ihren internationalen Erfolg. Bildrechte: imago/United Archives
Eine Frau (Romy Schneider) sitzt in einem Restaurant an einem Tisch.
Romy Schneider in "Die Dinge des Lebens" (1970, Regie: Claude Sautet). Das Lexikon des internationalen Films urteilte damals: "Technisch und ästhetisch brillant, psychologisch sensibel." Bildrechte: imago/United Archives
Romy Schneider
1971 liefen gleich drei Filme mit Romy Schneider in den Kinos an, einer davon der Kriminalfilm "Das Mädchen und der Kommissar". Bildrechte: IMAGO
Die schöne Roberte (Romy Schneider), Frau eines sehr konservativen Philosophieprofessors, gehört zu den aufregendsten Eroberungen des jungen Nicolas (Jean-Louis Trintignant).
Im Film "Das wilde Schaf" (1974) verkörperte Schneider eine vernachlässigte Ehefrau, die sich auf einen Seitensprung einlässt. Regie führte hier der französische Regisseur Michel Deville. Bildrechte: MDR/Degeto
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Weltruhm mit der Sissi-Trilogie

Romy Schneider wäre am Sonntag 80 Jahre alt geworden. Für viele ist sie bis heute die bildhübsche Kaiserin Sissi. Doch dieses Bild hat sie lange versucht loszuwerden.

1955 steht sie zum ersten Mal als Kaiserin Sissi an der Seite von Karlheinz Böhm vor der Kamera. Der Film ist so erfolgreich, Romy Schneider wird über Nacht weltberühmt. Die Zusammenarbeit mit ihrem Filmpartner verläuft harmonisch, eine Liebesbeziehung haben sie jedoch nie. Trotz des großen Erfolgs des ersten "Sissi" - Films lehnt Romy Schneider eine Fortsetzung kategorisch ab. Sie läßt sich aber überzeugen und es folgten "Sissi – Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957).

Die "Sissi" - Trilogie wird zum Welterfolg, aber trotzdem weigert sie sich, einen vierten Film zu drehen. Romy Schneider will sich einfach nicht länger nur auf eine Rolle festlegen lassen.

Die Schauspielerin Romy Schneider als Kaiserin Elisabeth (M) und der Theater- und Filmschauspieler Karlheinz Böhm als Kaiser Franz Joseph von Österreich (2.v.r.).
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Der Ausbruch

1958 geht Romy Schneider nach Paris. Dort kann sie ihr "Sissi"-Image hinter sich lassen und reift zu einer Charakterdarstellerin. Sie wird die erfolgreichste Schauspielerin Frankreichs.

Im selben Jahr lernt sie bei den Dreharbeiten zum deutsch-französischen Liebesfilm "Christine" Alain Delon kennen.

Delon ist zu diesem Zeitpunkt noch ein Neuling in der Filmbranche, erhält sogar nur ein Fünftel von ihrer Gage. Anfangs sind sich die beiden nicht wirklich sympathisch. Sie findet ihn "zu schön, zu wohlfrisiert, ganz als Gentleman verkleidet". Er hält sie für eine "blonde Gans".

Doch als die Dreharbeiten von Paris nach Wien verlegt werden, funkt es zwischen ihnen. Nach Drehende kommt es am Flughafen zu filmreifen Abschiedsküssen und Tränen. Romy Schneider fliegt Alain Delon spontan nach Paris hinterher.

Die österreichische Schauspielerin Romy Schneider tanzt 1959 mit dem französischen Schauspieler Alain Delon auf dem Filmball in München.
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Romy Schneider und die Männer

1959 verloben sich Schneider und Delon. Danach gelten sie jahrelang als dauerverlobt, zur Hochzeit kommt es nicht. Es ist schließlich Delons Untreue, die die Beziehung scheitern lässt.

Im Herbst 1963, als Romy Schneider gerade in Hollywood dreht, schreibt er ihr einen Brief, in dem steht, dass er eine andere heiraten will.

Ihre große Liebe ist nach vier Jahren und acht Monaten vorbei, die Schauspielerin stürzt in eine Depression, versucht sich die Pulsadern aufzuschneiden.

Die Ehe mit dem deutschen Regisseur und Schauspieler Harry Meyen, der auch der Vater ihres Sohnes David ist, scheitert. Auch die Ehe mit ihrem Assistenten Daniel Biasini, Vater ihrer Tochter Sarah, hält nicht.

Nach dem Tod ihres 14-jährigen Sohnes fällt sie in ein Loch, aus dem sie nie wieder herausfindet.

Im Mai 1982 stirbt Romy Schneider an Herzversagen.

Die Schauspielerin Romy Schneider
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"3 Tage in Quiberon"

Viele Filme und Biografien sind über das Leben von Romy Schneider erschienen. Der jüngste Film heißt "3 Tage in Quiberon". Die Regisseurin Emily Atef erzählt, wie die erschöpfte Romy Schneider kurz vor ihrem Tod noch ein Interview über ihr kaputtes Leben gibt.

Marie Bäumer spielt Romy Schneider. Wegen einer gewissen äußerlichen Ähnlichkeit hat sie schon mehrfach Angebote bekommen, die Filmlegende zu spielen. Sie lehnt allerdings immer ab, da sie kein Interesse an einem "Abklappern von Lebenssituationen" hat. Doch "3 Tage in Quiberon" überzeugt sie und so ist sie, im 2018 erschienenen Film, als Romy Schneider zu sehen.

Die Schauspielerin Marie Bäumer als Romy Schneider in dem Schwarz-Weiߟ-Film «3 Tage in Quiberon».
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Trailer "3 Tage in Quiberon"

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. September 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2018, 15:22 Uhr

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