FIFA WM 2022 Oliver Pocher mit Regenbogen-Binde in Katar

Eigentlich ist er für zynisches Promi-Bashing bekannt. Sowohl Boris Becker als auch der Wendler können ein Lied davon singen. Aktuell singt Oliver Pocher sein eigenes Lied - und das heißt: "Hurra hurra, wir fahren nach Katar". Damit übt der Comedian Kritik an der Entscheidung der FIFA, die diesjährige WM in Katar auszutragen. Ehrensache, dass Pocher für den Videodreh in den Wüstenstaat gereist ist. Doch das hätte durchaus schiefgehen können.

Oliver Pocher/Stadion Doha
Riskanter Spaß: Oliver Pocher zeigt sich in Katar mit Regenbogen-Armbinde. Bildrechte: IMAGO/Oliver Pocher/Instagram

Als Comedian Oliver Pocher vor gut zwei Wochen im Megapark auf Mallorca seinen WM-Song "Hurra, Hurra, wir fahren nach Katar" dem Ballermann-Publikum vorstellte, hagelte es Buhrufe. Noch schlimmer hätte es für den 44-Jährigen jetzt beim Videodreh in Katar kommen können.

Wie Pocher in seiner aktuellen Instagram-Story zeigt, schreckte er vor den strengen Regeln im Wüstenstaat nicht zurück - und zeigte sogar Flagge: die in Katar streng verbotene Regenbogen-Fahne. Die trug der Comedian nämlich als Mannschaftskapitänsbinde am Oberarm.

Homosexualität wird in Katar bestraft

Ein kritischer Spaß, der durchaus ins Auge hätte gehen können. Homosexualität steht in Katar unter Strafe. Selbst, wer sich nur dazu bekennt, muss mit bis zu sieben Jahren Gefängnis rechnen. Für homosexuelle Muslime gilt sogar die Todesstrafe.

Für Touristen wird in der Regel ein Auge zugedrückt. Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hat bereits verlauten lassen, dass zur WM alle Gäste willkommen sein werden - unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.

Kritik an Ausbeutung von Gastarbeitern

Doch damit nicht genug der Kritik am Austragungsort der FIFA WM 2022. Auch die von Menschenrechtsorganisationen mehrfach als "unmenschlich" angeprangerten Arbeitsbedingungen, der am Bau der Stadien beteiligten Gastarbeiter in Katar, kommen in Pochers Instagram-Story zur Sprache. Mehrere Tausend Menschen sollen beim Bau neuer Stadien ums Leben gekommen sein.

Stadion Doha
Das neue Lusail Stadion in Doha. Bildrechte: IMAGO / Xinhua

Viel Diskussion, wenig Boykott

Die FIFA WM 2022 findet vom 21. November bis 18. Dezember 2022 in Katar statt. Eine Entscheidung, die bereits im Jahr 2014 getroffen wurde und seitdem in der Kritik steht. Bei einer Online-Abstimmung des Deutschlandfunks im Jahr 2021 sprechen sich 65 Prozent der Teilnehmenden für einen Boykott des Fußball-Events aus.

In Deutschland hat Philip Lahm angekündigt, aus besagten Gründen nicht nach Katar reisen zu wollen, sondern die Spiele am heimischen Bildschirm zu verfolgen. Ein Boykott sähe anders aus.

Spannend bleibt, welche politischen Größen sich im Wüstenstaat zeigen werden. Zu den olympischen Winterspielen in Peking waren weder Bundeskanzler Olaf Scholz noch Außenministerin Annalena Baerbock gereist.

BRISANT/ddp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. September 2022 | 17:15 Uhr

Mehr Promi-News