Mahershala Ali und Viggo Mortensen
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91. Academy Awards in L.A. verliehen "Green Book" gewinnt Oscar für besten Film

BRISANT | 25.02.2019 | 17:15 Uhr

Ein Überraschungssieger und große Vielfalt bei den Oscars: "Green Book", die Tragikomödie über die Rassendifferenzen in den USA, ist mit dem Hauptpreis für den besten Film ausgezeichnet worden. Das Werk von Peter Farrelly setzte sich am Sonntagabend bei der Gala in Hollywood u. a. gegen den Favoriten "Roma" des Mexikaners Alfonso Cuarón durch.

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Überraschender Triumph für "Green Book"

Oscars stehen 2012 im Deutschen Filmmuseum
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Die Darstellerpreise gingen an ein Einwandererkind, eine Britin und zwei Afroamerikaner. Überraschend kam der Triumph von "Green Book - Eine besondere Freundschaft" auch deshalb, weil der Film stark umstritten ist. Afroamerikanische Kritiker werfen den Machern eine "weiße Perspektive" auf die zur Zeit der Rassentrennung angesiedelte Geschichte vor. Der weiße US-Regisseur Farrelly sagte bei der Entgegennahme der Oscar-Trophäe, sein Film handle davon, wie "Liebe" die Differenzen zwischen den Menschen überwinde. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Tragikomödie erzählt von einem afroamerikanischen Jazzpianisten, der mit einem italo-amerikanischen Fahrer in den sechziger Jahren in den Südstaaten auf Tournee unterwegs ist und sich trotz gegenseitiger Vorurteile mit ihm anfreundet. "Green Book" holte insgesamt drei Oscars, darunter für das beste Original-Drehbuch.

Oscar-Favorit "Roma" holt drei wichtige Preise

Der Afroamerikaner Mahershala Ali bekam für seine Rolle als der Pianist Don Shirley schon zum zweiten Mal den Nebendarsteller-Oscar. Für den Favoriten Cuarón verlief der Abend aber keineswegs enttäuschend: "Roma" holte die drei wichtigen Preise für die Regie, die Kamera und das beste nicht-englischsprachige Werk. Sein Schwarz-Weiß-Film um eine indigene Haushälterin in den 70er Jahren in Mexiko-Stadt ist stark von Cuaróns Kindheitserlebnissen geprägt. Wie seine Hauptfigur seien "70 Millionen Haushaltsbedienstete in der Welt" durch keinerlei Arbeitsrechte geschützt, sagte der Regisseur. Gedreht hatte er "Roma" für den Streamingdienst Netflix, für den die drei Oscars einen Riesenerfolg in seinem Wettbewerb mit der traditionellen Filmproduktionsbranche sind.

91. Academy Awards-Verleihung in Los Angeles And the Oscar goes to... Green Book

Die Academy hat ihre Awards vergeben. Sieger des Abends bei der Oscar-Preisverleihung in Los Angels war der Film "Green Book - Eine besondere Freundschaft" von Regisseur Peter Farrelly.

Peter Farrelly (M) nimmt die Auszeichnung für den besten Film für ''Green Book - Eine besondere Freundschaft'' entgegen.
Regisseur Peter Farrelly jubelt und reißt die Trophäe in die Höhe. "Green Book - Eine besondere Freundschaft" ist jetzt Oscar-prämiert als "Bester Film". Bildrechte: dpa
Peter Farrelly (M) nimmt die Auszeichnung für den besten Film für ''Green Book - Eine besondere Freundschaft'' entgegen.
Regisseur Peter Farrelly jubelt und reißt die Trophäe in die Höhe. "Green Book - Eine besondere Freundschaft" ist jetzt Oscar-prämiert als "Bester Film". Bildrechte: dpa
Mahershala Ali und Viggo Mortensen
Mahershala Ali (l.) und Viggo Mortensen (r.) in den Hauptrollen erzählen in "Green Book" eine wahre Geschichte über Rassismus in den US-Südstaaten der frühen Sechzigerjahre. Bildrechte: imago/Prod.DB
Mahershala Ali nimmt den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "Green Book" entgegen.
Mahershala Ali nimmt den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "Green Book" entgegen. Bildrechte: dpa
Rami Malek, Schauspieler und Preisträger beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
Rami Malek wurde in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" prämiert. Im Film "Bohemian Rhapsody" spielte er den verstorbenen Queen-Sänger Freddie Mercury. Nach der Preisverleihung stürzte Malek von der Bühne, hielt den Oscar aber fest und konnte mit leichten Blessuren weiterfeiern. Bildrechte: imago/MediaPunch
Regina King beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
Regina King ist als "Beste Nebendarstellerin" in in "If Beale Street Could Talk" mit einem Oscar ausgezeichnet worden. Darin spielt sie eine Mutter, die ihre schwangere Tochter entschlossen dabei unterstützt, deren unschuldig im Gefängnis sitzenden Verlobten wieder freizubekommen. Bildrechte: imago/PA Images
Olivia Colman, die Schauspielerin und Preisträgerin (Beste Hauptdarstellerin) beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
Olivia Colman ist in ihrer Heimat Großbritannien ein Star - mit dem Oscar in der Hand nun weltbekannt. Für ihre Rolle in "The Favourite" überraschte die Academy gleichermaßen Filmkritiker und auch die 45-jährige Preisträgerin. Sie dankte dem Publikum mit einer charmanten Rede für den Beifall. Bildrechte: imago/APress
Andrew Wyatt, Anthony Rossomando, Mark Ronson und Lady Gaga beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
Lady Gaga bekommt den Oscar für ihren Song "Shallow" in "A Star is Born" - der Song entstand in Zusammenarbeit von Andrew Wyatt , Anthony Rossomando, Mark Ronson und der Sängerin. Bildrechte: imago/UPI Photo
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Februar 2019 | 17:15 Uhr

In der Sparte des fremdsprachigen Films stach "Roma" unter anderem Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor" aus. 2006 hatte der deutsche Regisseur mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Oscar gewonnen. Den Preis für den besten Schauspieler in einer Hauptrolle holte Rami Malek für seine Darbietung in "Bohemian Rhapsody" über die legendäre britische Rockband Queen. Der ägyptischstämmige US-Schauspieler spielt darin den 1991 an den Folgen von Aids gestorbenen Frontmann Freddie Mercury. Malek setzte sich unter anderen gegen Christian Bale durch, der mit seiner Rolle als früherer US-Vizepräsident Dick Cheney in "Vice" von vielen als Favorit gesehen worden war.

Britin Olivia Colman beste Hauptdarstellerin

Eine faustdicke Überraschung war die Auszeichnung der Britin Olivia Colman als beste Hauptdarstellerin. Geehrt wurde sie für ihre Rolle als die britische Königin Anne in "The Favourite - Intrigen und Irrsinn". Als große Favoritin war ihre US-Kollegin Glenn Close ("Die Frau des Nobelpreisträgers") ins Rennen gegangen, die nun schon sieben Mal für einen Oscar nominiert war und immer leer ausging. Die dieses Jahr ausgezeichneten Filme reichten von Arthouse-Produktionen bis zu Blockbuster-Filmen wie "Spider-Man: A New Universe" oder "Black Panther".

Olivia Colman, die Schauspielerin und Preisträgerin (Beste Hauptdarstellerin) beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
Die Britin Olivia Colman nach der Preisverleihung in Hollywood. Bildrechte: imago/APress

Ich denke, die Nominierten heute Abend haben bewiesen, dass wir alle Teil des selben Ozeans sind.

Oscar-Preisträger Alfonso Cuarón

"Shallow" - musikalischer Höhepunkt mit Lady Gaga und Bradley Cooper

Andrew Wyatt, Anthony Rossomando, Mark Ronson und Lady Gaga beim Fototermin im Press Room in Hollywood, Los Angeles.
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Zu den musikalischen Höhepunkten der Show im Dolby Theatre gehörte gleich zu Beginn ein Auftritt von Queen mit den Klassikern "We Will Rock You" und "We Are The Champions". Mercurys Part übernahm dabei der US-Sänger Adam Lambert, der seit einigen Jahren mit zwei der ursprünglichen Band-Mitgliedern auf Tour geht. Den romantischen Gegenakzent zu Queen setzten Lady Gaga und Bradley Cooper, die inbrünstig den Hit "Shallow" aus dem Musikfilm "A Star Is Born" vortrugen. Lady Gaga bekam für das Lied auch einen Oscar und bedankte sich dafür unter Tränen. Einen Moderator hatte die Oscar-Show dieses Jahr nicht.

afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Februar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2019, 16:11 Uhr

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