Neues Konzept für mehr Zuschauer Oscar-Verleihung soll reformiert werden

BRISANT | 09.08.2018 | 17:15 Uhr

Der Oscar ist der begehrteste Filmpreis der Welt. Doch zuletzt gab es Kritik an der gefühlt endlos langen Verleihung. Auch das Zuschauer-Interesse an der TV-Show schwand deutlich. Deshalb soll die Show nun gestrafft werden - und es gibt eine neue Preiskategorie.

Mehrere Oscars stehen am 07.11.2012 im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main (Hessen).
Die Verleihung der begehrtesten Trophäen im Filmgeschäft hatte zuletzt immer weniger Zuschauer vor die TV-Geräte gelockt. Bildrechte: dpa

Filmakademie reagiert auf Zuschauerschwund

Die Oscars werden reformiert: Die Show mit den begehrtesten Filmpreisen der Welt wird deutlich verkürzt. Zugleich wird eine neue Preiskategorie für beim Kinopublikum besonders populäre Filme eingeführt. Das teilte die US-Filmakademie mit. Mit den Veränderungen reagiert sie offenbar auf das deutlich gesunkene Interesse der Fernsehzuschauer in den vergangenen Jahren. Die Einschaltquote bei den Oscars war bei der jüngsten Gala vor fünf Monaten auf einen Tiefststand gesunken. Nur 26,5 Millionen Zuschauer sahen die Show im US-Sender ABC. Das waren 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Letzte Show erreicht Rekordlänge

Demnach soll die Show künftig maximal drei Stunden dauern. Die 90. Oscar-Verleihung im vergangenen März hatte drei Stunden und 54 Minuten gedauert - und damit fast die bisherige Rekordlänge erreicht, die 2002 mit vier Stunden und 20 Minuten erzielt wurde. Bislang bekamen die an der US-Ostküste lebenden Fernsehzuschauer die Verleihung der wichtigsten Preise wegen des Zeitunterschieds erst sehr spät am Abend zu sehen. Die Verkürzung soll beispielsweise erreicht werden, indem manche Auszeichnungen künftig während der Werbepause verliehen werden. Später während der Übertragung soll ein kurzer Zusammenschnitt dieser Ehrungen gezeigt werden.

Sam Rockwell (l-r), bester Nebendarsteller für den Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri», Frances McDormand, beste Hauptdarstellerin für den Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri», beste Nebendarstellerin für den Film «I, Tonya» und Gary Oldman bester Hauptdarsteller für den Film «Darkest Hour», zeigen im Rahmen der Verleihung der 90. Academy Awards, den Oscars 2018, ihre Oscars.
Die Filmschaffenden feiern ihre Auszeichnungen meist ausgiebig - die Ausstrahlung der Show zieht das in die Länge. Bildrechte: dpa

Auszeichnung für populärsten Film

Mit einer neuen Preiskategorie soll zudem der Massengeschmack der Kinogänger stärker berücksichtigt werden. Denn den Hauptpreis für den "Besten Film" verleiht die Akademie seit Jahren regelmäßig an Werke, die beim breiten Publikum eher bescheidenen Erfolg haben. Die Kriterien für diese neue Auszeichnung wurden aber noch nicht festgelegt.

Oscar-Show wird vorverlegt

Als dritte große Neuerung wurde bekannt gegeben, dass der Termin der Gala ab übernächstem Jahr vorverlegt werden soll. Bislang finden die Preisverleihungen Ende Februar oder Anfang März statt - für 2020 wurde der Termin auf den 7. Februar festgesetzt. Auf diese Weise soll der zeitliche Abstand zu den vorherigen anderen Filmpreisverleihungen in den USA verkürzt werden. Besonders die rund zweimonatige Pause zwischen den Golden Globes und den Oscars wird häufig als unnötige Verlängerung der Preisverleihungs-Saison kritisiert.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. August 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 15:50 Uhr

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