Ein Jahr und sechs Monate Rapper Gzuz zu Gefängnisstrafe verurteilt

Schluss mit lustig für Gangster-Rapper Gzuz: Der 32-Jährige ist vom Amtsgericht Hamburg zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Damit ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.

Rapper Gzuz (bürgerlich Kristoffer Jonas Klauß) sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht.
Rapper Gzuz muss ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis. Bildrechte: dpa

Gangster-Rapper Gzuz muss ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis. Das hat das Amtsgericht Hamburg am Dienstag (29.09.2020) entschieden. Dem Frontmann der Hamburger Hip-Hop-Gruppe "187 Strassenbande" werden unter anderem Drogenbesitz und Körperverletzung vorgeworfen. So soll der 32-Jährige einer jungen Frau, die ein Selfie mit ihm machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Wegen unerlaubten Waffenbesitzes soll der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Kristoffer Jonas Klauß heißt, zudem 510.000 Euro Geldstrafe zahlen. Das berichtet unter anderem die "Hamburger Morgenpost".

Staatsanwaltschaft hatte geringere Strafe gefordert

Mit dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, ging das Amtsgericht über die von der Staatsanwaltschaft geforderte Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und zwei Monaten hinaus. Als Begründung wurde eine negative Sozialprognose angegeben, da der Angeklagte unter Bewährung stehe und immer wieder straffällig werde. Der 32-Jährige ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung und wurde mehrfach verurteilt. "Wer, wenn nicht Sie, gehört in den Knast?", sagte Amtsrichter Johann Krieten bei der Urteilsverkündung. Und weiter: "Sie inszenieren sich als Gangster-Rapper und wollen als Straftäter behandelt werden. Jetzt werden sie als Straftäter gewürdigt."

Rapper Gzuz (l, bürgerlich Kristoffer Jonas Klauß) mit seinem Anwalt Christopher Posch
Rapper Gzuz (li.) mit seinem Anwalt Christopher Posch. Bildrechte: dpa

Verteidigung plädiert auf Freispruch

Die Verteidigung hatte gefordert, Gzuz in allen Anklagepunkten freizusprechen. "Bei jedem anderen im Saal wäre ein solches Verfahren eingestellt worden", so Verteidiger Christopher Posch. Das Problem sei, dass er als "böser Gangster-Rapper" gelte. Auf die Frage einer Reporterin, was Gzuz zu dem Urteil sage, antwortete er nur: "Was soll ich dazu sagen?" Sein Anwalt kündigte an, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Gzuz verdient Vermögen mit Musik

Gzuz ist seit 2006 Mitglied der Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande. 2014 veröffentlichte er gemeinsam mit Bonez MC das Album "High & hungrig", das in Deutschland auf Platz 9 der Albencharts einstieg. Mittlerweile dürfte der Rapper mit seinen Alben Millionen verdienen. Mit seiner Freundin und den beiden kleinen Töchtern lebt er in der Nähe von Hamburg.

ten/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. September 2020 | 17:15 Uhr

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