Mit 92 Jahren Deutschlands letzter Playboy Rolf Eden gestorben

Ein Leben wie im Rausch: Der erfolgreiche Unternehmer, Playboy, Gelegenheitsschauspieler und Nachtklubbesitzer Rolf Eden ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Berlins Playboy Rolf Eden
Rolf Eden: Einer, der das Leben liebte. Bildrechte: dpa

Rolf Eden war ohne Zweifel ein Lebemann: Mehr als 1.000 Liebschaften soll er eigenen Aussagen zufolge gehabt haben. Zu Höchstzeiten liebte er angeblich bis zu sieben Frauen gleichzeitig – was nicht ohne Folgen blieb: Für seine monatlichen Unterhaltszahlungen nannte er einmal 30.000 Euro für sieben Kinder von sieben Frauen. 

Kaum jemand pflegte und kultivierte sein Playboy-Image so sehr wie Rolf Eden – bis zuletzt. Doch jetzt ist die Berliner Größe am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Das gab seine Familie bekannt.

In einem offenen Jaguar fährt Alt-Gigolo Rolf Eden am 1.9.2002 vor dem Nachtclub "Big Eden" in Berlin vor.
Weißer Anzug und offener Jaguar: So ließ sich Rolf Eden am liebsten vor seinem Nachtklub "Big Eden" blicken. Bildrechte: dpa

Rolf Eden: Als Kind floh er vor den Nazis

Rolf Eden kam – als waschechter Berliner – 1930 als älterer von zwei Brüdern in Berlin-Tempelhof zur Welt. Sein Geburtsname: Rolf Sigmund Sostheim.

Seine Heimatstadt war immer etwas ganz Besonderes für ihn und dass obwohl seine jüdischen Eltern Deutschland bereits während der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verließen. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Israel, wo er 1948 als Elite-Soldat im ersten arabisch-israelischen Krieg kämpfte. 

Rolf Eden mit Tochter
Rolf Eden 1949 mit seiner ersten Frau Dory und Tochter Irit. Bildrechte: imago images/Charles Yunck

Nach elf Jahren in Israel zog Rolf Eden 1954 nach Paris, wo er unter anderem als Musiker, Kellner, Chauffeur, Autohändler und Statist für Filmproduktionen arbeitete. Als er 1956 in der Zeitung las, dass jeder im Ausland lebende Berliner, der nach West-Berlin zurückkehrt, ein Begrüßungsgeld von 6.000 Mark erhalte, zog er wieder in seine alte Heimat zurück – pünktlich zur Wirtschaftswunderzeit. 

Karriere in Deutschland

Der Hunger nach Leben und der neugewonnene Wohlstand der Bevölkerung befeuerten Rolf Edens Geschäftsideen: 1957 eröffnete er mit den ausgezahlten 6.000 Mark seinen ersten Klub, den "Eden Saloon". Weitere Etablissements wie der "Eden Playboy Club" und "Big Eden" folgten. Der Berliner galt als Erfinder der Diskotheken in Westdeutschland und machte den Westberliner Ku’damm zum weltberühmten Vergnügungsboulevard.

Rolf Eden umringt von Damen im Bikini
Ein Playboy wie er leibt und lebt: Rolf Eden in den 1970er-Jahren. Bildrechte: imago images/Charles Yunck

Sein Markenzeichen und seine größte Schwäche: schöne Frauen. Die Damen seien es übrigens auch gewesen, die Eden einst den Titel Playboy verliehen haben. Der findige Geschäftsmann machte sich sein Image zunutze und pflegte seinen Ruf als Berliner Womanizer. 

Der Clubbesitzer, Schauspieler und Playboy Rolf Eden während der Filmfestspiele im Mai 1981 in Cannes mit seiner Freundin Ursula Fellner.
Immer eine schöne Frau an seiner Seite: Rolf Eden 1981 während der Filmfestspiele Cannes mit seiner Freundin Ursula Fellner. Bildrechte: dpa

Ungewöhnliches Testament

Rolf Eden hatte ganz genaue Vorstellungen, wie er sterben möchte. Der "B.Z." verriet er 2002: "Sterben werde ich, wie ich gelebt habe – auf einer Frau. Es muss der herrlichste Tod von allen sein." Angeblich habe er sogar eine pikante Klausel in sein Testament schreiben lassen: "Diese, meine letzte Geliebte, wird 250.000 Mark erhalten. Sozusagen stellvertretend für die vielen tausend Frauen, die mich glücklich gemacht haben." Ein paar Jahre später habe er auf 350.000 Euro erhöht, wie er 2014 den “Stuttgarter Nachrichten” erzählte.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. August 2022 | 17:15 Uhr

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