Diversität #actout - 185 deutsche Schauspieler outen sich als lesbisch, schwul oder bisexuell

Gemeinsam, nicht einsam - das scheinen sich 185 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler gedacht zu haben, als sie sich zum gemeinsamen Outing entschieden haben. Ihnen geht es darum, ein Zeichen zu setzten: für das Anderssein, gegen Vorurteile - und für mehr Diversität in Film, Fernsehen und auf der Bühne.

ein Regenbogenherz
185 deutsche Schauspieler haben sich unter dem Hashtag #actout als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans geoutet. Bildrechte: imago images/Alexander Limbach

"Ach, der bzw. die auch?", denkt man sich, wenn man durch das aktuelle Magazin der Süddeutschen Zeitung blättert. Denn darin outen sich insgesamt 185 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler: als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans.

Die Schauspieler*innen haben sich zu der gemeinsamen Aktion #actout zusammengetan, um mehr Anerkennung für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und ihre Sichtbarkeit in Film und Fernsehen zu fordern. In einem gemeinsamen Manifest verlangt die Gruppe mehr diverse und ambivalente Rollen, lebensnahe Drehbücher und mehr Fantasie bei der Besetzung.

Bekannte Namen unter den Unterzeichnern

Unter den Unterzeichnern finden sich zahlreiche bekannte Namen. Zum Beispiel Ulrich Matthes, Mavie Hörbiger, Mark Waschke, Maren Kroymann, Ulrike Folkerts, Eva Meckbach, Jochen Schropp, Jaecki Schwarz und die Dresdner TATORT-Kommissarin Karin Hanczewski.

#actout: Diese Schauspieler sind dabei!

Unter #actout haben sich 185 Schauspielerinnen und Schauspieler im Magazin der Süddeutschen Zeitung als lesbisch, schwul oder bisexuell geoutet. Sie fordern die Akzeptanz ihrer Sexualität in Film, TV und Theater.

Schauspieler Ulrich Matthes bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises.
Schauspieler Ulrich Matthes Bildrechte: dpa
Schauspieler Ulrich Matthes bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises.
Schauspieler Ulrich Matthes Bildrechte: dpa
Schauspielerin Eva Meckbach posiert bei einem Fototermin zur Preisverleihung Deutscher Hörbuch Preis 2019.
Schauspielerin Eva Meckbach Bildrechte: dpa
Kommissar Özakin (Erol Sander) glaubt, dass die abgebrühte Produktionsleiterin Ebru Dede (Ulrike Folkerts) ihm etwas verschweigt.
Schauspielerin Ulrike Folkerts hat sich bereits vor #actout öffentlich geoutet. Hier mit Kollege Erol Sander in einer Folge von "Mordkommission Istanbul". Bildrechte: MDR/ARD Degeto/Gülnur Kiliç
Maren Kroymann freut sich über die Auszeichnung.
Schauspielerin Maren Kroymann Bildrechte: dpa
Jochen Schropp
Schauspieler Jochen Schropp Bildrechte: IMAGO
Schauspieler Jaecki Schwarz
Schauspiel-Ikone Jaecki Schwarz Bildrechte: dpa
Karin Hanczewski als Kommissarin Karin Gorniak.
Die Dresdner TATORT-Kommissarin Karin Hanczewski Bildrechte: imago images / Stephan Wallocha
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Berufliche Konsequenzen durch Outing?

Was die Promis im Gespräch mit dem SZ-Magazin offenbaren, ist erschreckend. Dass selbst gestandene Künstler berufliche Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung preisgeben, scheint nicht mehr in die heutige Zeit zu passen.

In der Welt von Film, TV und Theater sind sie noch Gang und Gebe. Nicht nur einer/m der betroffenen Schauspieler*innen ist von Casting-Agenturen zur Verheimlichung der eigenen Sexualität geraten worden. Nach einem Outing, so die Begründung, sei der Betroffene für heterosexuelle Rollen nicht mehr zu besetzen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Beruf eines Schauspielers es verlangt, regelmäßig in andere Rollen zu schlüpfen. Und allerhöchste Zeit, dass die in Deutschland gelebte Realität auch in der Film- und Fernsehbranche ankommt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Februar 2021 | 17:15 Uhr

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